INSTITUTS SCIENTIFiQUES DF. BUITENZO RG ,,’s LANDS PLANTENTUIN”

TREUBIA

RECUEIL DE TRAVAUX ZOOLOGIQUES, U HY DROBIOLOGIQUES ET OCEANOGRAPHIQUES

REDI66 PAR

Dr. W. M. DOCTERS VAN LEEUWEN,

Directeur du Jardin Botanlque do Buitenzorg

Dr. K. W. DAM MERMAN,

Chef du Musee et du Laboratolre Zoologiques de Buitenzorg

Dr. H. C. DELSMAN,'

Chef du Laboratoire pour i’ exploration de la Mer a Batavia,

VOLUME VI

1925.

INSTITUTS SCIENTIFIQUES DE BUITENZORG „’s LANDS PLANTENTUIN”

TREUBIA

RECUEIL DE TRAVAUX ZOOLOGIQUES, HYDROBIOLOGIQUES ETOCEANOGRAPHIQUES

r£dig£ par

Dr. W. M. DOCTERS VAN LEEUWEN,

Directeur du Jardln Botanlque de Buitenzorg

Dr. K. W. DAM MERMAN,

Chef du Mus£e et du Laboratolre Zoologiques de Buitenzorg

Dr. H. C. DELSMAN,

Chef du Laboratolre pour I’ exploration de la Mer a Batavia.

VOLUME VI

1925.

SOMMAIRE :

Pag.

Baker Ch. F. Some Lophopidae (Fulgoroidea) of the Indo-Malayan

and Papuan Regions (Dec. 1925) . . . 271

Benthem Jutting, T. van. On Molluscs of the Krakatau Isles

(Febr. 1925) . 140

Borchmann, F. Neue Heteromeren aus dem malayischen Gebiete

(Dec. 1925) . 329

Brues, Ch. T. Scyphodon, an anomalous genus of Hymenoptera of

doubtful affinities (Febr. 1925) . . . . . 93

Cameron, M. New Staphyiinidae from the Dutch East Indies

(Febr. 1925) . 174

Chopard, L. Descriptions de Gryllides nouveaux de Java (Febr. 1925). 148

Dammerman, K. W. First contribution to a study of the tropical soil

and surface fauna (Febr. 1925) . . . 107

Delsman, H. C. Fishes with protrusile mouths (Febr. 1925) . 98

- Fish Eggs and Larvae from the Java Sea,

4. Dussumieria hasseltii (Dec. 1925) . 297

Delsman, H. C. and de Man, J. G. On the „radjungans” of the Bay

of Batavia (Dec. 1925) . 308

Ebner, R. Ueber einige Orthopteren von Bali (Dec. 1925) . 420

Edwards, F. W. Dipt era Nematocera from the Dutch East Indies

(Febr. 1925) . 154

Emden, F. van. Zur Biologie von Thorictodes Heydeni Reitt. (Col.

Thorictidae) (Jun. 1924) . 1

Ferriere, Ch. Description de deux nouveaux Hymenopteres parasites

du Helopeltis antonii (Dec. 1925) . 455

Fulmek, L. Eine neue Hystricothripide auf Eugenia sp. in Sumatra

(Jun. 1924) . 8

Handschin, E. Beitrage zur Collembolenfauna der Sundainseln

(Dec. 1925) . 225

Hartert, E. Ueber einige neue Vogel aus dem indo-australischen

Archipel und deren Verwandte (Jun. 1924) . 20

Jacobson, E. Der Farbenwechsel der Augen bei Mantiden (Febr. 1925). 173

- Biologische Beobachtungen an Gryllacris (Dec. 1925). 438

John, O. Termiten von Ceylon, der Malayischen Halbinsel, Sumatra,

Java und den Aru-Inseln (Dec. 1925) . 360

Karny, H. H. Ueber die Raupe von Suana concolor (Dec. 1925) . 221

- Zur Nomenklaturfrage (Dec. 1925) . 442

Knisch, A. Neue Palpicornier aus dem aquatorialen Orient (Febr. 1925). 199

Krekich-Strassoldo, H. von. Eine neue Anthicide von Sumatra (Febr. 1925)

97

IV

Pag.

Malloeh, J. R. A new species of the genus Aulacocephala (Dipt.)

from Sumatra (Febr. 1925) ..*. . . 146

de Man, J. G. On two miniature-radjungans from Sumatra's East-

coast (Dec. 1925) . 324

Marshall, Guy A. K. New species of Curculionidae from the Sunda

Islands (Coleoptera) (Febr. 1925) . * . 212

Menzel, R. Beitrage zur Kenntnis der Mikrofauna von Niederlandisch Ostindien,

VI. Bewohner salzhaltiger Thermalgewasser (Dec. 1925) . 450

Meyrick, E. New Malayan Micro-Lepidoptera (Dec. 1925) . 428

Mortensen, Th. Some observations on protective Mimicry (Febr. 1925). 207

Moulton, J. C. Some Cicadas from Sumatra (Dec. 1925) . 434

Obenberger, J. Zwei neue Prachtkafer von Sumatra und Celebes

(Col. Buprest.) (Jun. 1924) . 26

Sellnick, M. Javanische Oribatiden (Acar.) (Dec. 1925) . 459

Siebers, H. C. Acrocephalus, Brutvogel auf Java (Dec. 1925) . 487

Spennemann, A. W. Biologische Notizcn iiber einige javanische Vogel

(Jun. 1924) . 12

Ulmer, G. Ephemeropteren von den Sunda-Inseln und den Philippinen

(Jun. 1924) . 28

Werner, F. Vierter Beitrag zur Mantodeenfauna von Niederlandisch-

Indien (Dec. 1925) . . 476

Willemse, C. Description d’un nouveau genre d'Orthoptere (Dec. 1925). 35S

1

ZUR BIOLOGIE VON THORICTODES HEYDENI REITT. (COL. THORICTIDAE)

von

Frits van Emden, z. Z. Dahlcm.

(Aus dem Dcutschen Entomologischen Instilut der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft) .

(Mit 6 Figurcn).

Herr Dr. Rich. Menzel, Entomologe an dcr Theeproefstation in Buitcn- zor£> sandtc dem Deutschen Entomologischen Instilut lcbendes Material von Thorictodes' Heydeni Reitt., das Herr Dr. W. Horn mir zur Bearbeitung iiberwies. Beiden Ilerren sei an dieser Stelle bestens dafiir gedankt.

Die Gattung Thorictodes wurde 1875 von Reittcr auf die gleichzeitig von ihni beschriebene Art Heydeni gegriindet (Harold ’s Col. Ilefte 14, p 45). Sie bildet zusammen mit Thorictus die Familie der Thorictiden, welche mit den Lathridiiden und Colydiiden naher verwandt sind. Die Gattung Thorictus ist bekanntlich myrmecophil. Mehrere ihrer Arten sind regelmassig an Ameisen- fiihlem gef unden worden, deren Schaft sie nach Wasmann durchbohren, um sich vom Blute der Wirtstierc zu nahren. Diese Arten sind zugleich Symphilen Uud Ektoparasiten. Von Thorictodes weiss man bisher nur, dass er mehrfach vnter verdorbenem Reis gefunden wurde. Die einzige Art der Gattung ist aus Aegypten, Algier, Spanien und Fmnkreich gemeldet worden. Zu diesen Fun dor ten kommt nunmehr Jam hinzu. Die Jugendstadieen sind weder von Ihorictus noch von Thorictodes bekannt.

In einem Brief vom 30. VI. 22 liatte Herr Menzel uni Bestimmung der gleichzeitig gesandten Kafer gebeten, die plotzlich zahlreich in einem aus Kapoksamen hergestellten Dungemittel aufgetreten waren, das zur Dungung | 11 Teepflanzen Anwendung findet. Dieses „Bungjkil” gonannte Dungemittel ist ein Abfallprodukt bci dcr Verwertung des Kapok (Pflanzendaunen !) und andeiei olhaltiger Pflanzensamen. Dcr den Kapok liefernde Baum heisst ( exlm pentandra (frliher Eriodendron anfractuosum) . Die Bestimmung der Imago iibernahm freundlichst Herr Hof rat Heller in Dresden.

Die Unt ersuchung des am 18. IX. 1922 in Buitcnzorg abgesandten lebenden Materials zeitigte cine grosse Anz>ahl toter und cinigc lebende Thorictodes-

1

2

Trettbia Vol. VI, 1.

Imagines sowic cine Anzalil Kokons, die <lurch einige Gespinstfascrn lose zusammenliingen. Das Substrat war teils pulverig-komig, teils bestand es aus Schalen und Bruchstiicken der Kapoksamen. In cinem grosseren dieser Bruchstiicke fand ich das Innere dureli Insektenfrass zerstort und zwisehen den Prassiiberresten eine Larvenhaut. Eine grossere Menge der gleichen Ilaute fanden sich zwisehen den Kokons. Einige wenige der Kokons batten das Aus-

•sehen, als seien sie von weisser, glanzender Seide gesponnen, und hingen nur lose mit den iibrigen Kokons zusammen, wahrend die Mehrzahl mat¬ ter und etwas grau aussah und fester aneinander hing. In drei der frischen weissen Kokons (siehe Abb. 1) fand ich Puppen mit <ler letzten Larvenhaut, im vierten eine verpuppungsreife Larve. Die iibrigen Kokons enthielten teils friseh gosehlii])fte, teils auch abgestorbene Ima-

Pig.

1. Thor id odes Hey deni Puppenkokon.

gines. Die Zugehorigkeit der Kokons und der darin befindlichen Larven und Puppen zu Thorictodes wird ausser durch die Morphologic der Puppe dureh den Fund der Imago ini gleichen Kokon l>evviesen (l). Das Gespinst der Kokons lasst sieh sehr leicht abwickeln, wenn man an den beiden Schmal- seiten mit einer Prapariernadel zupft. Die Lange des in Fig. 1 abgebildeten Exemplars betrug 2,3 mm, die Breite 1,24 mm.

Was die Nahrung von Thorictodes lleydeni betrifft, so wurde er von Marseul und Argod unter verdorbenem Reis von einem Dunkirchener Corres- pondenten Leprieurs (Bull. Fr. 1888 p. CXXV) im Gesiebe aus Kehricht von Erdnussen erbeutet. Ganglbauer vermutet wohl nach Marseul oder Argod dass die Art sieh von den Larven der Reiszerstorer email rt. Nach dem Ben der Larvenmundteile besonders der Mandibeln (s. unten), dem Funde einer Larvenhaut in einem ausgefressenen Teilstiiek eines Kapoksamens und den ziemlieh schwerfalligen Bewegungen der Imago zu urieilen, kann die Art nicht rauberisch leben, sondern diirfte lebhaft an den Verwustungen im Reis bezw. ,,Bungkir? beteiligt sein. In letzterem Fade ist Thorictodes Hey deni zweifel- los bei weitem als hauptsachlicher Verwiister anzusprechen, denn in dem von mir untersuchten Material fanden sich ausser vielen Thorictodes nur wenige Fragmente einer T r ibolium- Spezies und eine grossere Anzalil Milben, die Herr Studienrat Dr. Sellnick in Lotzen freundlichst bestimmte.

Beschreibutuj der Larve (2) (nach drei Exuvien und einer verpuppungs-

(1) Mit der binocularen Lupe konnten mehrmals lebende Imagines in den Cocons festgestellt werden. Der ausgeschliipfte Kafer krabbelt in dem Cocon herum, bestrebt. aus dem Gefangnis zu entkommen. Oft bleibt er dann wieder einige Zeit vollig regungslos. Das Herausarbeiten selber konnte nicht beobachtet werden. Sehr wahrscheinlich beisst sich der Kafer ein Loch, denn in den leeren Cocons befindet sich stets eine kleine, runde Offnyng. R. Menzel.

(2) Da das Material etwas knapp ist, konnten einige Einzelheiten leider nicht so genau untersucht werden, wie er wiinschenswert gewesen ware.

F. van Emden: Thorictodes Heydeni Reitt.

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reifen Larve) : Lange: 2,1 mm, Breite: 0,63 nun. Korper linear, weiss und weichhautig, nur Kopf und Klauen gelbbraun, die Ceroi braun chitinisiert.

Kopf (Fig. 3) hypognath, wenig gewolbt, an den Seiten in flaeher Kurve gerundet, quer-elliptisch, knapp ein Viertel breiter als lang. Die Parietalia (pa) am Vorderrand leistenformig verdickt, um das Gelenk mit Mandibel und Cardo zu verfestigen, sie treffen sich auf der Ventralseite nicht, auf der Dor- salseite jedoch in grosserer Ausdehnung, das Labium erreicht also das Hinterhauptsloch, das Front-ale dagegen nicht.

Ocellen fehlen vbllig.

Antennen (a) kurz, dreigliedrig, das erste Glied kurz und quer, doppelt so breit wie lang, das zweite Glied am langsten, fast zweimal so lang wie dick, um ein Fiinftel schmaler als das erste. An der Seite tragt es ein kleineres und an der Spitze ein gros- seres Anhangsglied. Das dritte Gliod fast drei Viertel so lang und reichlieh halb so Fi^ 2- Thorictodes Heydeni. Larve. dick wie das zweite, an der Spitze mit einigen Sinneskegeln.

Labrum (lr) vorhanden, klein, vorn flach gerundet, breiter als lang.

Mandibeln (mn) sehr kurz, dreieckig, ohne den Gelenkknopf ein Sechstel langer als an der Basis breit. Gelenkknopf machtig entwickelt., ein Viertel so breit wie die gesamte Mandibelbasis ; die Schneide fast gerade, an der sehr stumpfen Spitze doppelt und beide Schneiden mit zwei seiehten Ausbuchtungen. Mahlzahn und Retinaculum fehlen. Die Unterseite tragt nahe dem Aussen- rande zwei Borsten, eine reichlieh ein Drittel der Aussenrandlange von der Spitze, die andere wenig von der Basis entfernt. Eine weitere Borste findet sich auf der Aussenseite nahe der Basis.

Maxillen mit gut entwickelter dreieckiger Cardo (ca), die am Grunde eine chitinige Verstarkung besitzt, durch die sie am Voixierrande des Parietale articuliert, und die in der distalen ausseren Ecke eine kraftige Seta tragt. Stipes (stm) am Grunde zwei Drittel so breit wie bis zum Tasteransatz lang, proximal nach aussen abgeschragt, auf der Ventralflache, ein Drittel von der Basis entfernt, mit. einer kraftigen Seta, nahe der Mitte am Aussenrande mit einer zweiten. Taster (pm) wenig kiirzer als der Stipes, viergliedrig. die drei ersteri Glieder sehr kurz und breit, das vierte kegelformig-zylindrisch, an der Spitze abgestutzt, fast doppelt so lang wie die drei ersten zusammen, doppelt

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Treubia Vol. VI, 1.

so lang wie an dcr Basis breit, an der Spitzc mit cinigen Sinncskegcln. Maxillaraussenlade (le) niclit deutlich abgegliedert, kraftig, kauladenartig entwickclt, die Mittc das viertcn Tastergliedes iiberragend, an dcr Spitze mit

Fig. 3. Thoridodes Ileydeni. Kopf einer Exuvie.

kraftigen Horst cn. Inncnlade (li) lang, spat elf ormig, stark chitinisiert, an dcr Spitzc ausgerandet.

Labium (la) erreicht das Hinterendc des Kopfes, ohne Ligula, am Vor- dcrrande des Mentums jcderseits mit zwei Borsten; die Sciten vorn fast gliedartig abgcsctzt. Die dort cingelenkten Lippentaster eingliedrig, etwa eineinhalbmal so lang wie breit, so dick wie das dritte Fuhlerglied an der Basis.

Korper (Fig. 2) bis anf Kopf und Cerci weichhautig, dreieinhalbmal so lang wie breit, am 4. und 5. Abdominal segment am breitcstcn, nacli hinten stark, nach vorn wenig verengt. Pronotum trapezformig, nach hinten verschmalert, in der Mitte eineinhalbmal so breit wie lang. In der Mitte triigt das Pronotum ebenso wie die librigen Segmcnte mit Ausnahmc des neunten Abdominalsegmentes zwei Keulcnborsten, die auf dem Pronotum und 8. Abdominalsegment am weiteslen auseinanderstelien, auf dem Metathorax am mcisten genahert sind. Mesothorax nach hinten verbreitert und dort fast doppelt so breit wie lang. Metathorax zweieinhalbmal so breit wie lang. Meso- und Metathorax sowie das 1 8. Abdominalsegment tragen auf dein Riicken jederseits 2 Paar Borsten, die so angeordnet sind, dass je cine vordere kurze und cine hint ere lange Borste nahe beieinander stchen. Auf der Scheibe des Pronotums steht, abgesehen von den erwahnten Keulcnborsten, jederseits nur cine kraftige Seta. Am Vorderrand des Pronotums finden sdeh von der Mitte nach aussen jcderseits 2 massing lange, eine lange, eine massig lange und wieder cine lange Seta.

F. van Emden : Thorictodes Ilcydeni Reitt.

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Beine aus Coxa, Trochanter, Femur, Tibia und klauenformigem Tarsus gebildet, fast so lang wie der Korpcr am Hinterende des Prothorax breit. Coxa an der Aussenseite so lang wie Trochanter und Femur zusammengenom-

men, schwach chitinisiert, der Condylus des Rumpfgclenkcs und die beiden Condyli des Trochantergelenkes kriiftig chitinisiert, Aussenseite der Coxa mit 2wei distal der Mitte stehenden, cinander gcnahertcn Setae, welche die vordcre Begrenzung einer Schcnkelfurche andeutcn diirften. Trochanter mit langerer, gebogener Ventral- und kurzer Dorsalseite, proximal und distal schrag abge- stutzt, auf der Ventralseite etwa drcimal so lang wie auf der Dorsalseite, auf seiner Ventralseite, etwas nach der Vorderseite zu mit einer Seta, am distalen Elide vorn und hinten mit je einer, ventral mit 2 Setae, die letzteren beiden kraft.iger. Femur zur Spitze verdiekt, auf der Ventralseite so lang wie der Trochanter, auf der Dorsalseite 1%-imal so lang, am distalen Ende so dick wie auf der Ventralseite lang. Vorder- und Ilinterseite proximal der Mitte und an der Spitze mit je einer Borste, Unterseite liahe der Basis und nahe der Spitze mit je zwei Borstcn. Tibia wenig kurzer als der Femur, an dcr Basis wenig schmalcr als dieser, zur Spitze stark verschmalert, halb so breit wie an der Basis, an der Vorder- und Hintcrscite, proximal der Mitte, und am Vor- derrand mit je einer kleinen Seta, auf der Unterseite proximal dcr Mitte mit 2 kraftigen, kurzen Setae und distal der Mitte mit zwei starken Dornen. Klauc % so lang wie die Tibia, ziemlich schlank.

Cerci (Fig. 4) braun, stark chitinisiert, starr, wenig divcrgicrcnd, so lang wie die Mandibelschneido, fiinfmal so lang wie (in horizontaler Richtung) breit, 2i/2-mal so

Fig. 5. Thorictodes Ileydeni. Puppe von unten.

Fig. 4. Thorictodes Reydeni. Linker Cercus einer Exuvie.

lang wie (in verticaler Richtung) dick an dcr Basis, nahe dieser knotig, wenig ober- halb derselben stark verschmalert und von da aus sich gleichmassig zur ziemlich scharfen Spitze verjiingend, schrag nach oben gerichtet, die Spitze leicht herabge- bogen.

Besclireibung der Puppe: (Fig. 5 u. 6) Lange 2,2 mm, grosste Breite (am 1. Ab- dominalsegment ) 0,65 mm, 3%-mal so lang wie breit.

Kopf auf die Ventralseite gcschlagen, kreisformig, die Fiililer schriig abstehend,

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Treubia You VI, 1.

etwas nach hinten gerichtet, mit keulenformig verdickter Spitze. Prothorax so lang wie breit, vorn halbkreisformig gerundet, die Rundung an den Seiten

fortgcsetzt, sodas*s sie fast drei Viertal eines Kreises beschreibt, mit einer kurzen Einbuchtung in die stumpfwinkligen, et- was nach anssen gerichteten Hinterecken libergehendw Die Halsschildbasis jeder- seits stark abgeschragt. Der Vorderrand auf die Yentralseite des Halsschildes her- abgebogen. Anlagen der Hinterfliigel fehlen. Korperende jederseits mit einer rundlichen Aussackung, dazwischen auf der Dorsalseite mit einem scharf bcgrenz- ten rundlichen Feldchen, dass dureh eine Querfalte geteilt ist.

Was die systematische Stellung der Thorictiden betrifft, so zeigt die Larve k e i n e r 1 e i Beziehungen zu den H in¬ tend en, in deren Nachbarschaft die Fa- milie von Motschulsky, Lucas. Wollaston, Wasmann, Escherich u. a. gestellt wird. Qanglbauer stcllt sie mit Lacordaire, Jaquelin Duval u. a. zu den Cla- vicorniern. Die Mundteile und Cerci von Thorictodes Heydeni wiirden durchaus fiir die Clavieornier-Natur der Familie sprechen, jedoch spricht das Verhalten der Parietalia zuin Fhontale dagegen. Verhoeff gab im Zoo. Anz. 1921, Bd. LI 1 1 p. 36 ff. eine Larvenbestiminungstafoelle fur einige Familiengruppen der Polyphagen . Danach ist fiir die Clavicornier gemeinsa.ni mit den Ilelo- diden, Dascilliden, Byrrhiden, Lymexyloniden, Tenebrioniden, Pyrochroiden , Cleridcn, Chrysomeliden , Cisiden und Anobiiden typisch die Articulation der Cardines am ventralen Vorderrand der Parietalia , das Vorhandensein einer abgegliederten Oberlippe, gut entwiekelter Cardines, eines hautigen Feldes zwisehen der Basis der Stipes maxillaris* und dem Submentum. Bei den Cla- vicorniern und Helodiden erreicht soweit Verhoeff die Larven bekannt waren das Frontale das Hinterhauptsloch. die Parietalia stossen also dorsal nieht aneinander, bei den Lymexyloniden , Tenebrioniden, Pyrochroiden, Cle- riden, Chrysomeliden , Cisiden und Anobiiden, die Verhoeff im Larvenzustand vorlagen, ist jedoch das Frontale hinten von den Parietalia cingeschlossen und es entsteht zwischen den Parietalia eine Sagittalnaht. Die Thorictodes- Larvc zeigt nun letzteres Verhalten, und wenn dieses Merkmal tatsachlich so konstant ist, dass man dadurch Familiengruppen unterscheiden konnte, so waren die Thorictiden in die Niihe der Tenebrioniden oder Cisiden und Ano¬ biiden zu stellen. Fiir wahrscheinlicher aber halte ich es, dass der Ausbildung einer Sagittalnaht keine so grosse systematische Bedeutung beizumessen ist, und dass die Auffassung Lacordaires und Gaxglbauers richtig ist, welche die

Fig. 6. Thorictodes Heydeni. Puppe von oben.

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P. van Emden: Thorictodes Hay deni Reitt .

Thorictiden zu den Clamcornieren stellen. Eine endgiiltige Losung der Frage vom Standpunkt der Larvensystematik ist aber nieht moglich, so lange von der an klcinen Familien so reichen Gruppe der Cluvicornia noch so wenige brauchbare Larvenbeschreibungen vorliegen.

Resume: Naeh deni heutigen Stande der Larvensystematik ist also eine Annaherung der Thorictiden an die Histeriden abzulehnen, eine Einreihung in die Gruppe der Clavicornier zu befurworten, denkbar ware aber auch eine Annaherung an die Heteromeren.

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EINE NEUE HYSTRICOTHRIPIDE AUF EUGENIA SP. IN SUMATRA

von

L. Fulmek

(Medan, Dcli-Tabak-Proefstation) .

Im Unterwuchs einer Bambuspflanzung in umnittelbarer Nachbarschaft cines Inlander-Kampong bci Brastagi (Hochflache von Sumatra, 1600 m Seehohe) land ieh im Juli 1922 an einer Eugenia sp. Blatter mit leuchtcndrot.cn Flecken blattoberseits, die teils noch klein, teils grosser, bald ednzeln, bald zu mehreren unregelmassig zu beiden Seiten der Blattmittelrippe vcrteilt waren, oder aber bei vorgeschrittenem Stadium in einander fliessend und zum Teil bereits fahlbraun verfarbt, einen grosscn Teil der entsprechenden Blattsprei- tenlialfte einnahmen ; blattunterseits war das Rot auf den fahlbraun verfarbten Flecken mcist zu einom tiefen Blaurot iibergegangen, wahrend ungefahr inmitten dieser Stelle ein grosseres oder kleineres Haufchen zahlreicher, kreideweisser, leerer, winziger Eihiillen (Lange: ea. 0,44 mm, Breite: ca. 0,22 mm) zu bemerken war, welche neben einander zum Teil parallel zu einander oder auch kreisziigig angeordnet waren.

Sind einzelne derartige Blatter auch unbewohnt, so ist bei fortgesctztcm Suohen doch bald zu erreichen, entweder wcnigstcns die kleinesn weisscn, mit leuchtendcm Rot gescheckten Larven oder noeh die schwarzen, plattgedruckten und ausserst tragen, erwachsenen Schadenserreger zu entdecken, Blasenfiisser mit auffallcnd langem Endsegment des Hinterleibs („TubusM), das nahezu die ganze Lange des ubrigen Ivorj^ers erreicht und fiir die Zugehorigkeit der Tiere zu den Hystricothripiden gut kennzeichnend ist.

Durch Karny sind von derselben Wirtspflanzc (Eugenia) bereits zwei vcrschiedene Leeuwenia- Arten als neu beschrieben worden, von denen L. gla- diatrix echte Blatt gallon erzeugt, wahrend L. seriatrix kleine, blass-vergilbtc Flecken auf den Blattern verursacht und die Eier blattoberseits auf dem Blatt mi ttelnerv reihemveise absetzt.

Waren somit bei meinem Fund von vornherein okologische Verschieden- hciten gegeben, so ergaben sich bei der mikroskopischen Untersuchung noch weitere Differenzen, die meiner Meinung nach iiber einfache Artverschieden- heiten hinausgehen. Vor allem durch die Kopfform mit den fast geraden Wangen und den hinter den. Augen scharfcckig ausladenden Orbiten, sowic noch durch die beiden starren Schlafenborsten (,,Postokularborsten,,)? ist die

Fulmek: Eine n cue Ilystricoihripide.

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vorliegende Form von dcr ihr zunachst stehenden Gattung Leeuwenia auffal- lcnd verschieden. Solange also keine vermittelnden Zwischcnformcn bekannt sind, mochte ich fur meine Tiere ein eigenes Genus reservieren und dieses Ilystricothripoides nennen.

Ilystricothripoides karnyi nov. gen. nov. spec.

Ziemlieh plattgedriickfc, schwarzbraun, mit helleren Gelenkeinschnitten ; bei jungen Imagines Bauchseite etwas heller braun. Pterothorax hinten und llinterleibsrucken im vordersten Teal, mitunter noch durch rote Rieselflecken gefarbt. Augen rot. Augeninnenrander und dahinter 2 Streifchen heller braun, ebenso am Prothorax 4 Langsstreifen heller, davon die 2 mittleren in den Regel am deutlichsten, als naeh aussen gckrummte, vorn inehr divergierendc Bogenreihe entwickelt; auch Pterothorax mit dunkleren Schildern und hel¬ leren Zwischenstreifen. Fuhler hellgelb, mit 2 dunkleren Grundgl'.edem. Integument mit netzmaschiger Skulptur.

Ko])f: Lange: Breite = 4 : 8*5 Q 10 : 12—13, cT 15 : 11—13), hinter den Netzaugen mit deullicher Ecke vorspringend ; am Hinterrand am brei- testen ; Kopfseiten gerade verlaufend. Netzaugen ctwa *4 der Kop flange, dunkelrot, mit einzclnen kurzen Borstenharchen zwischen den Facetten. Ocellen gross, rubinrot, die beiden hinteren den inneren Netzaugen random

schr genahert, der vordere am Kopfgipfel, alle 3 gleieh weit von einandcr abstehend. Kopf zwischen den Fiihlern eingcsattelt, doch ein wenig vorge- zogen. Fuhler 8-glicderig, die beiden Grundglieder plump, das erste so dunkcl wie der Korpcr, das zweite nur wenig heller; die iibrigen Fuhlerglieder vcrhaltnismassig schlank und blass hellgelb. Fiihlerlange : Kopflangc = 7:4; die Langen der einzclnen auf einandcr folgcnden Fuhlerglieder iin Verhaltnis wie 6 : 8 : 13 : 12 : 12 : 10 : 8 : 6. Wangcn gerade, mit etlichen kurzen steifen Stachelborsten auf deutlich vorspringenden Bor- stenhockern ; am Ende des ersten Drittels oben weitab- stehend jederseits eine starke stumpfe Borste. (Diese Borste, sowie die iibrigen starken, starr abstehenden Einzelborsten der- selben Sorte an Prothoraxvor- der- und Hinterecke, des- glcichen an den Ilinterccken der

Hinterleibssegmente enden nicht feinspitzig, sondem erschei-

nen am Alkohol- odcr Ka- pjg. Hystrieothripoides karnyi. VorderkOrper bei lilaugenpraparat stumpf, loofach. Vergr. (nur die rechte Seite ganz ausgefiihrt)

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Treubia Yol. VI, 1.

wie abgebrochen, mit etwas zersplittertem Elide, bei der Larve hingegen meist mit knopfig verdocktem Ende.) Ini iibrigen Kopf- und Thonaxriicken mil zahllosen kleinen und bestimmt angeordncten Borstehen besetzt (siehe Abb.). Mundkegel % der Vorderbrust deekend.

Protho r a x hinten beinahe doppelt so breit als lang (20 19 : 12 : 10), am Vorderrand nur wenig breiter als seine Lange (13 : 10) ; seine Lange etwa % der Kopflange (15 : 10) : Vorder- und Hiuterecken tragen je einc starke starre Borste, davon die hintere etwa doppelt so lang als die vordere, in der Mitte des Seitenrandes noch eine ahnliche, aber kiirzere Borste. Vorderbeine plumper und kiirzer als die iibrigen. P t c r o t borax breiter als lang (5 : 4), am Itiicken mit schmalem, dunklem Vorderrand, dahinter ein grosser, umfangreieher, hell quergeteilter dunkler Schild, wodurch eine hel- lere, naeh hinten hufeisenformig-offenstehende Zeichnung in den dunneren

Zwisehenstellen gebildet wild. Fliigel das Ende des sechsten llinterleibsabschnittes (mit den Fransen aueh noch den siebenten) iiberragend, fast glashell, am Hinterrand olme Schaltwimpern, Medianader braunlich. Abstand der inneren Coxenrander: Voidercoxen 11, Mittelcoxen 20, Hintereoxen 16.

Fig. 2. Hystricothripoides karnyi.

Flugelbasis (Vorder- und Hinterfliigel) am Pterothorax, bei lOOfach. Vergr.

H i n t e r 1 e i b ohne Tubus viermal so lang als der Prothorax, vorne am breitesten; Lange : Breite = 40 35 : 14 12; naeh hinten zu all- mahlich verengt, so dass das letzte Segment vror dem Tubus (IX.) beinahe so lang erscheint als breit. Die starken Staeheliborsten jederseits am Hinterrand der Hi uteri eibssegmente fast die Lange des Segmented erreiehend, nur an den vordersten Segment en etwas kiirzer; die Ecken, wo diese Borsten stehen, deutlich aber nicht besonders stark vor- springend. Fliigelsperrdornen bis zum viertletzten (VII.) Segment inclusive wohl entwickelt, schwert- blattfoimig zugespitzt, der hintere Sperrdorn breiter blattartig und langer als der vordere auf jedem Segment. Neuntes Hinterleibssegment allein nur wenig breiter als lang, am verjiingten Ende mit den obligaten 2 stumpf endenden Hinterecken- Fig. 3. Siebentes Hinterleibs- liorsten und ausserdem jederseits noch mit je 2 lan- segment von Hystrico-

geren. steil abstehenden Borstenhaaren, davon das thripoidei h karnyi bei

, ... . iiixi 100-fach. Vergr.

vent rale etwa nur halb so lang ids das laterale, aber

noch langer als die Borsten des Tubus. Tubus fast .so lang wie die ubrigen Hint erleibssegan ente zusammen, etwas hinter dor Mitte sehwach verdickt und erst

Pulmek : Eine neue Hystricothripine .

11

knapp vor dem Elide merklieh verengt, der ganzen Lange nach mit zahlreichen langen und kraftigen, sparrig abstehenden Borsten besetzt, die in der Tubus- mitte am langsten erscheinen und gegen dessen Ende zu kurzer sowie spiirlicher

karnyi wurden etwas grossere, ende ebenfalks etwas tubusartig

Fig. 4 Neuntes Hinterleibssegment und Tubus von Hystrkothripoides karnyi bei 50-farh. Yergr.

wcrden; Tubuswurzel und ausserster Endabsohnitt kahl; Tubusende rundum mit 6 langen Borstenhaaren und dazwischen je 1 viel kiirzere Borste.

Korperlange ohnc Tubus: 2*26 2*73 num. Tubuslange: 1*47 —1*53 nun. Hab. : Auf Blattern einer Eugenia spec, bei Brastagi (1600 m Seehohe). Sumatra; in Anzahl. An fang Juli 1922.

I n Gcsellsehaf t mit Hyst ricothripoides rote Wanzenlarven beobachtet, deren Afte verJangert ist ; vielleieht handelt es sich urn eine ahnliohe Wanzenart vermutlieh eine Capside wie Docters van Leeuwen- Keijnvaan bei Ficus retusa L. (mit G ynaikothrips , Leptothrips und M eso- ihrips) in Bull. Jard. Bot. Buitenzorg No. X, 1913 p. 9 beobachtet liaben.

Eine viel kleinere, durch die heller rot- braune Hinterleibsspitze ausgezeichnete Thripsart (Helioihrips haemorrhoidid is Boijche) wurde gleich falls mit llystrico- thripoides karnyi auf domselben Blatt mit- unter vorgefunden, steht aber nieht mit den eingangs erwahnten Blattsehadigungen 1,1 Zusammenhang, sondern verursaeht wie auf andern Blattern derselben Eugenia sp.9 wo diese Thripsart allein angetroffen wurde. zuverlassig ermitteh werden konnte allein die fur haemorrhoid alis aueh sehon von andern Nahrpflanzen bekannten, weisslieh gebleichten Fleeken ini Blattgrun. blatt- unterseits mehr ausgedehnt als blattoberseits.

Medan, 30. December 1922.

Fig. 5. Capside bei HystrkothripouJcs karnyi , bei 9-fach. Yergr.

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BIOLOGISCHE NOTIZEN UBER EINIGE JAVANISCHE VOGEL

von

A. W. Spennemann,

( Pegaxlen-Baroc ) .

Hydrocichla velatus (Tcmni.).

Poodjon bci Malang (O.-Java).

10. XI. 1910. 1 Exemplar am Kali-Konto, schliipft in alle Uferhohlen,

die zwischen den grossen Bachsteinen liegen und liisst sieh haufig von dem brausonden Wasser iiberspritzen. Die Stimme dieser Art, d.h. der Lockruf, den der Vogel beinahe fortwahrend horen lasst, klingt ahnlich dem von Henicurus leschenaulti : „ziet ziet,, ist jedoch nicht so laut und durclidringend. Steht man in direkter Niihe des Gobirgsbaches, so wird ihre Stimme von diesem ubertont, steht man jedoch 20 30 m vom Ufer entfernt, so hort man dicselbe aus dem Brausen und Rauschen des Wassers heraus.

21. T. 1917. Ich sitze hier auf der Lauer um Myiophoneus flavirostris am Neste zu beolxichten.

Ungefiihr 50 m bachaufwarts unter dean Wurzelwerk eines starken, viel- stengeligen und hohen Bambusgestrauches, das zum Teil iiber das steile Bachufer hangt, befindet sich sehr wahrscheinlich das Nest von Hydrocichla velatus. Wahrend einer halben Stunde siih ich dreimal einen dieser Vogel unter dem ausgespiilten Wurzelgerippe verschwinden. Hydrocichla ist viel- melir an das Wasser gebunden wie Henicurus leschenaulti. Nur iiusserst selten findet man sie einige Meter vom Wasser entfernt landein warts. Moistens sieht man sic am Ufer selbst in unmitt elbarer Nahe des Wassers und haufig auf den im Bache liegenden grossen Steinen. Uferstellen, die mit niedrigem Gcstrauch bewasehsen sind, liebt sie ausserordentlich und geme hiipft sie zeitweise hier im Gezweig herum, jedoch halt sie sich niemals hier langer auf, sondern ist bald wieder am Ufer zu finden, wo sie vom Wasserspiegel kleine Insekten wegfangt oder das angeschwommte Genist am Ufer nach Kerfen durehsucht oder von einem Stein aus, mitten im Bach, sich ini Fliegenfangen iibt oder aber auf dem schmalen Sandstrcifen am Ufer hastig trippelnd auf die Schnelliiufer unter den Insekten Jagd macht.

Spennemann: Biologische Notizen iiber Vogel.

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24. I. 1917. Hydrocichla hat ein ungefahr schnabelgrosscs Insect ge- fangen, das sie erst durch wiederholtes Aufstossen auf ein en Stein zerstiickelt, wonaeh sie die einzelnen Stiicke verzehrt.

Das Nest war an der Stelle wo ich cs vermutete, unter dem halb-iiber- hangenden, ausgespiilten Wurzelgcrippe des Bambus. Es stand in der dun- kelsten, hintersten Ecke zwischen dem senkrecht abfallenden Ufer und dem Wurzelwerk als Dach. Sehr versteckt nnd geschickt war es, angelehnt an die Boschung, in das herabhangende Wurzelgezweige hineingebaut. Der Haupt- saehe nach bestand es aus einem Gefilz oder Geflecht von sehr feinen, diinncn Wiirzelchen. Die Aussenwande warcn dicht mit olivgriinem Erdmoos vcr- polstert. Innen war das Nest ausgelegt mit einer dicken Luge feiner, alter Blatter, die so verwittert waren, dass nur noch die Blattnerven mit all ihren feinen und feinsten Verzweigungen iibcrgeblioben waren. Auf diescr weichen Unterlago lagen die zwei Eier.

Maasse der Eier: 22 X 15% mm; 21% X 15 mm; iiussere Hohe des Nestes: 7% cm;

iiusserer Durchmeisscr des Nestes: 10% cm;

Tiefe der Nestmulde: 5% cm;

innerer Durchmesser des Nestes: 5% cm

(\ on den Eicrn habe ich mir leider s.Z. keine Notizen iiber Zcichnung und Farbe gemacht; ich hatte sie ausgeblasen und habe sie leider mit noch mehreren andem bei cnean Umzug verlorcn).

Am 23. III. 1917 entdcckte ich ein Nest von Hydrocichla unter dem Wurzelwerk eines Strauches an der steilen Boschung des Bachufers; es war leer, von aussen ganz und gar aus dunkelgriinem Moose gefcrtigt.

21. IV. 1917. Zwei Exemplare suchen den Bach und die Ufer in nachster Niihe des Wassers ab, gehen bis zu den Bauchfedern ins Wasser und fangen Miicken und Fliegen, indem sie wie Bachstelzen darauflosrennen. Grossere Insecten schlagen sie einige Male gegen einen Stein.

5. V. 1917. Briicke zwischen Tawangredjo und Wijoe: Heute entdeckte ich hier auch ein Nest; es steht unter einem Lantanastrauch, 2 m. iiber dem Waaserspiegel am steilen Ufer. Beide Alton fiitterten; ab\vechselnd flogen sie hinauf zum Nest und jedesmal vernahm ich ein anhaltendes, leises, jedoch hohes Picpen; danach kam da nn der eine der Eltern wieder unter dem Lan¬ tanastrauch zum Vorschein und der andere flog nest warts. Kurz darauf trieben sich beide Alten am Ufer herum, tranken und flogen langsam, futter- suchend bachaufwarts.

AuL' dem Woge nach Gesingan hinter Tawangredjo: Auch hier entdeckte ich noch ein Nest im Bambusgeholz. Dieses Nest stand gleichfalls unter

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Treubia Vol. VI, 1.

iiberhangendem 'Wurzelgezweig, ungefahr 3 m. liber dem Wasserspiegel am sehr steilen Ufer. Wegen Zeitmangel konnte ich nur das einmalige Fiittern eines der Alten abwarten.

10. V. 1917. Am Kali bei Borah. Ein altes Exemplar mit neuen, noch in den Kielen steckenden, kaum zentimeterlangen Schwanzfedern hielt sich eine Viertelstunde lang an einer Stelle auf, flog haufig nach einer Stelle am Uf errand, wo unten Fa rnen, Gras und S t r auch wurzel n das Nest stand.

Myiophone'us flavirostris (Horsf.).

Poedjon bei Malang (O.-Java).

20. IX. 1916. Heute beobachtete ich am Kali Konto eine Pfeifdrossel, die im abgefallenen Laub nach Nahrung suchte ; kleine Steinchen schob oder schleuderte sie mit dem Schnabel zur Seite. Spater iiberflog sie dicht iiber dem Wasserspiegel fliegend den Bach.

22. IX. 1916. Zwei Pfeifdrosseln sassen auf den dicken Aesten eines starken Baumes, dicht am Stamme. Als sie sich beobachtet sahen, verrieten sie ihre Erregung (lurch wiederholtes facherartiges Spreizen der Stossfedern und Wippen mit dem Schwanz.

16. X. 1916. Ich sah heute im (least eines mittelhohen Baumes am Rande der Chaussee, die von Malang liber Poedjon nach Kediri fiihrt, in der Niihe von Lebak-sarie eine Pfeifdrossel. Beim Alifliegen flog sie erst nach unten, strich dicht libers niedrige Gestrauch hin und erhob sich dann wieder, um im Astwerk eines gleichartigen Baumes aufzubaumen. Sie scheint beim Sitzen die dunklen Steilen im Geast zu bevorzugen.

3. I. 1917. Mitten auf der Landstrasse suchte ein Exemplar nach Nahrung. Es flog, als ich herankam, auf einen Steinhaufen am Wege, er- wartete mich, fortwahrend schwanzwippend, und flatterte schliesslich, als ich mich bis auf circa 10 m. genahert hatte, langsam ins Gebiisch.

21. I. 1917. Am Tage vorher hatte mir Bapa Soema das Nest dieser Art gewiesen. Es war in einem nischenartigen Loche des steilen, senkrechten Bachufers iuigelegt, je nach dem Wasserstand b’O 100 cm iiber dem Wasser¬ spiegel. Has Nest selbst, das*direkt auf der Erde in der kleinen Nisclie stand,

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Spennemann: Biologische Notizen iiber Vogel .

war aus feinen und allerfeinsten Wiirzelchen gebaut; nur in der Nestinulde lagen einige aarte, trockene Bambusblatter. Nur vom Baohc aus, der hier zu beiden Seiten von Steilen Ufern eingeengt war, konnte man das Nest erreichen. Vor Raubtieren war die Stelle absolut sicher, denn der hier stark stromende Bach war an dieser Stelle ungefahr einen Meter tief.

lleute Morgen war ieh um 7,30 an Ort und Stelle am Kali-Konto.

Bis 8,25 waren die Eltern zweimal gekommen und hatten den J ungen F utter gebracht, ohne dass ieh sehen konnte was. Danaeh kainen <sie eine gauze Zeit lang nicht, wohl trieben sie sich in der Nahe herum, wo ich sie einigc Male aul* weiter entfemt liegenden Steinen ini Wasser, auf BambuszweLgen am Ufer und auf dieken Aesten sitzen sail. Sie sehienen niieh bemerkt zu haben und die Nahe des Nestes zu meiden. Denn, wenn sie aueh auf der Landstrasse ziemlieh zutraulieh sind, in der Nahe des Nestes sind sie doch sclieu.

Naehdeni ich meinen ersten Platz mit einem mehr versteckten vertauscht hatte, kam denn aueh wieder ein Gelbschnabel angef logon, setzte sich auf einen Stein im Wasser und hatte einen Frosch im Schnabel. Naehdeni er den Frosch verfiittert hatte. flog er auf einen vom Wasser iiiberspulten Stein und nahm hier ein griindliches Bad. Bevor die Drosscl .meinen Blicken wieder entschwand, setzte sie sich noch erst auf einen trockenen Stein, sch lit tel te sich einige Male putzte sich das Gefieder, aber ziemlieh nachlassig und Hess mit weit gebffnetem Schnabel einige hohe Pfeiflaute, die wie ein langgezogenes : ,3” klangen. horen, ahnlich denijenigen von Henicunis leschonaulti, aueh hier so hocli und durchdringend dass der Laut das Brausen und Larmen des Sturzbaches iibertonte. Spater kamen beide Eltern beinahe zu gleicher Zeit angeflogen, der eine mit einem Frosch uml der amlere mil einean Tier, das mir eine Grille schien, genau konnte ich das jedoch nicht feststellen. Ein drittes Mai kam einer wieder mit einem Frosch und ein viertes Mai gleichfalls mit einem sehr grossen Frosch. Ich hatte inzvvischen meinen Platz noehmals ge- we<*hselt, sodass ich das gcgeniiberliegende Ufer, wo sich eine kleine Sandbank mit etwas Steingeroll btnJtekt befand, iibersehen konnte. Hier, auf einem dop pelt faust grossen Steine fussend, schlug der Vogel den Frosch so langc und heftig gegen denselben an, bis sich kleine Stiickchen von dem Frosch loslosten, die er, nachdem er jedesmal ein solches Stuck abgeschlagen hatte, in den Schnabel naliin, daauit zum Neste flog und dort verfiitterte ; so tat er viermal, als nur noch die aneinander hangenden Schenkel ubrig waren, wurden diese gleichzeitig verfiittert. Ungefahr (lurch % Stunden sah ich nun keinen der beiden Eltern mehr, als plotzlich einer der beiden vom Nest abstrich, auf den uberstromten Stein flog und hier nach zweimaligem Gahnen Gewolle von sich gab. Darauf trippelte, flog und hiipfte er am Bach entlang und schien Flitter zu suchen und entfernte sich so mehr und mehr. Kurz darauf sah ich einen der beiden auf den Wiesenabhangen einen Frosch fangen, den er totete indem er ihn mit dem Kopf einigemal heftig gegen einen Stein schlug. Danaeh flog er mit der Beute gestreckten Fluges zum Bache, kam dabei jedoch ungefahr

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Treubia Vol. VI, 1.

100 150 an. unterhalb des Nestes beim Bache an. Von hier aus von Stein zu Stein fliegend oder wenn es ging hiipfend, niiherte er sich vorsichtig, der dem Neste gegenubcrliegenden kleinen Sandbank, wo der FrovSch wieder auf dieselbe Weise wie vorhin zerstiickelt und verflittert wurde. Als er auch jetzt wieder zuletzt seinen Jungen die enthauteten Schenkel gebracht hatte und zuin letzten Male vom Nest abflog, nahin er ini Schnabel cinen Klumpen weiser Exkremente mit sieh, die er vom iiberspulten Stein aus ins Wasscr fallen licss. Darauf hielt er den offenen Schnabel gegen das stromende Wasscr und schien denselben so zu reinigen, denn danach machte er mit dem Schnabel nocli nach beiden Seiten hcftige Schleuderbewegungcn.

Heute Nachmittag um 3 Uhr wieder am Bach. Die Alton brachten von 3,15 bis 4 Uhr viermal Futter und zwar zweimal Fische und zweimal ctwas Undef inierbares ; eins der Alton bcdeckte die Jungen von 3,45 an.

22. I. 1917. JTeute Abend war ich von 4,30 bis 5,30 am Nest; in dieser Zeit wurde den Jungen scchsmal Futter von den Alton zugctragen.

23. I. 1917. Die Alten brachten zweimal Futter ins Nest und zwar einmal einen Frosch und das andere Mai etwas Unerkennbares.

3. IV. 1917. Heute erhielt ich von Bapa Soema ein Nest mit zwei jungen Pfcifdrosseln. Das Nest war an dcrselben Stelle angel egt, wo ich im Januar die Vogel beim Flittern ihrer Jungen bcobachten konnte. Aller Wahrschein- lichkeit nach ist es dassclbe Paar. Die Jungen haben sclion ziemlich lange Federn, die jedoch noch in den Kielen sleeken; ihre riesig breiten Schnabel si ml schwarz.

17. IV. 1917. Wo diese Pfeifdrossel nicht verjagt wird, wird sie sehr zutraulich. Ich sah heute eine, die sich in einem Gemlisegartcn, in der Nahe einiger arbeitender Leute aufhielt. Sie schien sich um die Menschen gar nicht zu kiimmern, sondern suchte auf den frischgehackten Gemusebeeten unter Kohlstauden und Salat nach Futter; auch untersuchte sie die Haufen ausge- jateten Unkrauts.

24. V. 1917. Heute wurden mir zwei junge Pfcifdrosseln angeboten, die noch Nestflaum auf dem Kopfe hatten.

25. V. 1917. Heute wurden mir wieder zwei junge befiederte, aber noch absolut unbehilfliche junge Pfcifdrosseln angeboten.

Spennemann : fiiologisehc Notizcn ilber Vogel.

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Microhierax fringillarius (Drap.).

Pegadcn-baroc, Krawang (W.-Java). 24. IV. 1916. Ein Sperlingsfalke fliegt bis untcrs Dach der Veranda, in der wir sitzen (.meine Frau mit der Nahmasehine), mid holt da ein Insekt weg. Zuriickflicgcnd baumt cr auf einem ungefahr 15 Meter entfernt stehendem Petehbaumchen (Parkia spceiosa) auf, um hier seine Beute, die aus einer dicken Hummel besteht, aus den Klauen lieraus zu verzehren.

Poedjon bei Malang, verwilderter Kaffeegarten bei Soekawinangoen.

An derselbcn Stelle wo ich den Vogel friiher schon gesehen hatte, sass cr auch lieute. Er fusste auf der Spitze eines hohen kahlen Dadapbaumes (Erythrina spec.) und war eifrig dam it beschaftigt sein Gefieder zu ordnen. Er nahm von mir, der ich ihn auf ungefahr 20 m Abstain! mit dem Glasc lange Zeit beobachtete, nicht die geringstc Notiz.

3. I. 1917. Als ich heute um 12 Uhr von Soekawinangoen kam und

ungefahr 10 Minuten am Waldwegrande ausruhte, kam ein kleiner Falke an-

geflogen, hiingte sich vor ein Loch in einem ungefahr 7 8 m hohen Baum-

stumpf, das sich in 4 5 m Hohc befand und sofort danach verrieten auch

die in der Hohle befindlichen Jungen durch Zirpcn und kommen an die Oeffnung ihre Anwesenheit.

4. I. 1917. Heute Nachmittag ging ich mit einem javanischen Oberauf- scher (Mantri Roeslan), der fiir cinen Kuli gesorgt hatte, wieder zuin Nistbaum der kleinen Falken. Ich wollte das Nest ausnehmen, um die Jungen auf- zuziehen.

Als ich ankam, sassen die beiden Alten auf dem Wipfel eines kahlen Baumes, schnabelten sich und putzten das Gefieder. Das grossere der beiden Falkehon, also wahrscheinlich das Weibchen liess unter eigentiimlichen, drehenden Kopfbewegungen ein leises, docli durchdringendes : sisisisisisi horen, was dann und wann starker anschwoll und danach wieder ausklang. Es neigte sich dabei dem Gatten zu und sehien um Liebkasungen zu bitten; dann sassen sie wieder eine kurze Zeit ruhig neben einander bis nach einer halben Minute das Spiel von Seiten des Weibchens von Neuem begann, das Manchen verhielt sich jedoch ziemlich teilnahmslos.

Als der Kuli, der den Baum erkletterte, ungefahr cinen Meter iiber dem Bodcn war, flog einer der Vogel eininal im Halbkrcis um den Baum herum. Spater, als der Klettcrer oben war, schossen beidc Eltern mehrere Male, den Eingeborenen sogar mit den Fliigeln streifend an ihm vorbei. Ehe wir es uns versahen, flog eins der Jungen aus gefolgt von den Alten, die einige Minuten wegblieben, danach jedoch wieder standig in der Niihe des Nestes verweilten. Der E ingang zur Nisthohlc wurde jetzt mit dem Kopftuch des Javanen zuge-

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Treubia Vol. VI, 1.

stopft. Das Schlupfloch hatte nur einen Durchmesser von 5 cm und da der Kuli mit seiner Hand nicht hinein konnte, musste das Loch erweitert werden, was, da die Aussenwand ungefahr 6 cm dick war, sehr miihsam war; hierbei entschliipfte trotz des Kopftuches noch ein Junges. Beide entflohene Junge konnten schon recht gut fliegen. Sehliesslich brachte jedoch der Eingcborene noch zwei junge Falkchen herunter, wovon das eine noch sehr klein und hilfs- bediirftig war, obschon es, wie das andere voll beficdert war. Der Schnabel des Nesthakchens war noch ganz und gar gelb, wahrend der andere grade auf der Firste einen hornfarbenen Streifen zeigte, wohl der Beginn der Verfarbung des Schnabels. Ueber ein Quadratmeter Bodenflache war vor dem Horstbaum dicht mit den kalkigen Exkrementen weiss getupfelt. Die Jungen schienen also ihre Exkremente zum Loch hinaus zu spritzen. Mit welcher Wucht das zu geschehen pflegt, davon konnte ich mir zu Hause einen Begriff machen, als ich die Jungen aus dem Taschentuche befreite. Der eine der Vogel rnachte die Sache mit eincr Vehemenz, dass die A uswurf stof f e circa zwei Meter von ihm entfernt klatschend zu Boden fielen.

8. I. 1917. Ileute fiihrte mich mein Weg wioder am alten Nistbanm der kleinen Falken vorbei. Beide Eltern sassen dicht nebeneinander. Sie putzten sich und krauten sich von Zeit zu Zeit gegenseitig das Gefieder. Auf einem andcrn Ast deaselben Baumes sass ein Junges, wahrend das andere auf einem andern Baume sass. Plotzlich stiess eins der Alten jahlings, beinahe senkrecht hinab, fing ein Insekt, was, konnte ich nicht erkennen, arbeitete sich langsam spiralisch wieder herauf, brachte das Beutestiick einem der Jungen, das damit wegflog und es auf einem andern Baume aus don Klauen heraus verzehrte.

17. I. 1917. Heute morgens 8 Uhr stand der Nostbaum noch ; als ich aber um 1 Uhr wieder vor- beikam, war der unten am Stamm schon sehr morsche Baum gefallen und lag qucr iiber den Weg. Die Nisthohle war 4,G0 m vom Boden entfernt, das Schlupfloch hatte einen Durchmesser von 4 cm (a-b).

c d . 6Y2 cm

d e . IV2 cm

f g . 20 cm

Auf dem Grunde der Nisthohle lag ein Gemisch von kleinen und grossen Flugelstuckchen von Li- bellen, Bienen, Hummeln und Kafem, die jedoch zusammen mit etwas vermulmtem IIolz koine kom- pakte Masse, sondern nur ein loses Gemisch bildcten, in dem unzahlige kleine Schmarotzer von verschie- dener Form und Grosse umherkrochen.

Spennemann : Biologische Notizen uber Vogel .

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22. I. 1917. Morgens 8 Uhr sassen am altcn Nistplatz, auf demselben hohen kahlen Banin auf dem sie friiher auch immer so geme sassen, eins der Alien und zwei Junge. Letztere bettelten die Alte fortwahrend an. Als ich um 12 Uhr wioder vorbei kam, war keiner der drei Falken zu selien.

Von jetzt bis Anfang April die Zwergfalken haufig gesehen.

4. IV, 1917. Die beiden alten Sperlingsfalkchen scheinen nicht mehr hier zu sein. Wie ich bemerke, fehlt auch ein toter Baum, der wohl ihr neuer Horstbaum gewesen war.

7. V. 1917. Endlich heute Mittag den Zwergfalken wieder einmal am alten Platz gesehen.

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UEBER EINIGE NEUE VOGEL AUS DEM INDO-AUSTRALISCHEN ARCHIPEL UND DEREN 'VERWANDTE

von

Dr. Ernst IIartert, (Tring Museum).

Acrocephalus stentoreus toxopei subsp. nov.

Sehr ahnlich A. stentoreus australis (aus Siidaustralien, Victoria, New South Wales und dem sudlicheren Queensland), aber kleiner und Schnabel etwas* schwacher. Flligel alter 68, 68, 68, 70, Schwanz 63, 63, 63.5, 65 mm. 2te (erste entwickelte) Schwinge zwischen der 5ten und 6ten, meist nur sehr wenig kiirzer als die 5te. „Tris light brown. Bill brown, lower mandible cream-colour, gape orange, Feet blue-grey. (Stalker 1909). Typus im British Museum, rf Kayeli, Buru, August 1909, (Stalker coll.) Habitat: Buru.

Die erste Kunde da von, dasvS ein Rohrsanger auf Buru nistet erhielt ich durch Dr. Toxopeus in Amsterdam, der im Schilf des zt 1100 m hohen Kunturun-Sumpfes im Februar 1922 eine Anzahl Rohrsanger sammelte, dar- unter einen ganz jungen Nestvogel. Die alten Vogel wurden in Spiritus konserviert und 2 davon ahgebalgt und befinden sich im Buitcnzorg-Museum. Da sie ausserdem in sehr stark abgenutztem Gefieder (die Schwiinze halb abgewetzt) und daher nicht ordentlich zu messen sind, war es schwer, diese Vogel richtig zu beurteilen. Gliicklicher Weise fand ich aber im British Museum in London 3 von dem in Neuguinea verungliiekten Reisenden Stalker 1909, und ein von Wallace 1861 bci Kayeli gesammeltes Stuck. Diese ermoglichten es mir, die nahe Verwandschaft mit A. s . australis festzustellcn. Da ich hierbei aber auch andere verwandte Formen berlicksichtigen musste, benutztc ich die Gelegenheit die erreichbaren Verwandten zu sludieren zumal die Rohrsanger im Leben zu meinen Lieblingsvogeln gehoren. Es unterliegt nun keinem Zweifcl mehr, dass viele (vvenn nicht die meisten ode!* fast alio ! ) Inseln des Molukken-Archipels w.a.m. von besonderen Rohrsanger- Formen bewohnt werden.

1. Celebes: Acrocephalus stentoreus celebensis Tleinr.

Acrocephalus celebensis Heinroth, Journ. f. Orn. 1903 p. 125 (Bei Ma¬ kassar, Siid-Celebes).

Nach Heinroth ahnlich „Acroc. orientalis9\ aber Oberseite dunkelbraun, unterseits mit rostfarbenem statt gelbem Ton, kleiner: Fliigel 72 mm. Diase

Hartkrt : Neue Vogel.

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Form muss also A. a. gouldi Dubois sehr ahnlich sein. Es 1st merkwurdig, dass sie alien Sammlern, auch Everett und Doherty, die bei Makassar sammcl- ten, entgangen war, bis Ileinroth an Bord des Dampfers dort zwei Vogelchen kaufte, „die cben das Nest verlassen haben mochten,,, von denen einer auf der lieise umkam, der andere lebend Berlin erreichte und meines Wissens das einzig bekannte Stiiek in Europa ist.

2. Lombok: Acrocephalus stentoreus lentecaptus subsp. nov.

Im Juni 1896 erbeutetc Alfred Everett bei Ampenan in Nord-Ix>mbok zwei Rohrsiinger, die ich in Nov. Zool. 1896 p. 593 fur Acrocephalus longiroslris Gould, (nee T urdus longirostris Gm., der auch ein Acrocephalus ist), erklarte. Ich muss diese Angabe berichtigen, denn die Stiicke weichen sehr von der australisehen Form ab. Der Schnabel ist starker und im Ver- glcieh zu den meisten Stuckcn auch langer, die Oberseite heller, Unterseite blasser,. sogar noch heller als bei A. s. australis, und die 2te (erste ausgebildete) Schwinge ist nur so lang wie die Tte, oder unbedeutend langer (Fliigelspitzen abgenutzt, also nicht auf nun zu messen), merklich kiirzer als die 6te, wahrend sie bei A. s. australis und „longirostris” ( gouldi Dub.) viel langer ist. Der Schnabel ist ungefahr wie bei orient (dis, der Fltigel aber kiirzer und starker gerundet, die zweite Schwinge viel kiirzer. Kropfgegend mit dunklen Schaftstrichcn. Flugel 77, 78’, 78, 80, 81 mm. Typus im Rothschild Museum cf ad. Ampenan, Juni 1896 (A. Everett coll.) Habitat: Lombok.

3. Sumba: Acrocephalus stentoreus sumbae subsp. nov.

Ende Februar 1896 sammelte William Doherty an der Nangamessi Bucht, nicht weit von Waingapu, zwei Weibchen eines Rohrsangers, die ich Nov. Zool. 1896, p. 580 als zweifelhafte „A. australis” erwiihnte, bemerkend, dass sie kleiner seien. Heute liegt mir eine bessere Serie (Mathews’ Sammlung w.a.) aus Australien vor, und ich kann nicht mehr zweifeln, dass es sich auch in diesem Falle uni eine sedentare besondere Subsj>ecies handelt. Die Flugel sind kiirzer als bei cf und Q von australis, die Schnabel etwas starker. 2tc Schwinge zwischen der 6ten und 7ten, Flugel etwa 66 und 67 nun (dies Mass ist richtiger als das 1896 angegebene von 65 und 66 mm). Typus im Tring Museum 9 bei Waingapu, Ende Februar 1896. William Doherty coll. Habitat : Sumba.

Bei alien diesen Formen kann es sich nicht um Zugvogel, weder aus dem Norden, noch aus Australien handeln. Auf Celebes erhielt Ileinroth Nest- jungc; auf Buru ist die Form zahlreichdn Sumpfen bei Kayeli und auf dem eigen tiimlichen, hochgelegenen Moor von Kunturun, wo Toxopeus auch ein Nestjunges erbeutetc; die Lombok-Stiicke konnen nicht zum nordischen orientalis gehoren, da sie viel kleiner sind und im Juni erbeutet wurden, zu welcher Zeit orientalis im Norden nistet ; auf Sumba wurde die dort ige Form im Februar erlegt, wenn sie noch in Australien zu briiten scheinen ; nach ver-

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Treubia Vol. VI, 1.

schiedenen Angaben sind sie in Australien „nugratory”, es ist aber noch nicht erwiesen, ob sic wirklich Australien verlasscn oder nur im Lande umher- schweifen. Den Sammlungen nach scheinen sic das ganze Jahr in Australien vorzukommen.

4. Ostliches Australien: Acrocephalus stentoreus australis.

Calamoherpe australis Gould, in Lewin’s Nat. Hist. Birds, N. S. Wales, im Index (1838 Parramatta in N. S. Wales),

Oberscite weniger dunkel, Fliigel 72 76, ausnahmsweise Q nur 68,5 cT bis 77 mm. Habitat: Sud-Australien, Victoria, New South Wales, bis Queensland,

5. Westliches Australien: Acrocephalus stentoreus gouldi.

Calamoherpe longirosiris Gould, Proc. Zool. Soc. London, 18*45, p. 20

(„ Western Australia”).

Acrocephalus gouldi Dubois, Synopsis Avium I, fasc. 6, p. 369 (1901 Ncuer Name fur longirosiris , well Turdus longirosiris Gmelin 1789 ein Acrocephalus ist).

Oberseite bedeutend dunkler, fast tief rotlichbraun, Unterseite mehr rost- farben, Fliigcl 75 79 mm. Habitat : Sudliches bis nordliches West- Australien,

Andere Formen sind naeh dem vorliegenden Material einschliesslich Mathews’ Sammlung in Australien nicht zu unterschciden. Mathews, B. Australia IX, p. 361, 362, unterscheidet allerdings 5 Formen, die er Conopo- deras australis australis, mellori, gouldi, carterae und melvillensis nennt. Diese Darstellung ist aber ganz unrichtig. „C. a. mellori ist weder grosser, noch auf dem Biirzel heller als australis, wie der Autor bchauptet, also Synonym von australis. „A. a. carterae” stimmt mit anderen Stiicken von gouldi voll- kommen iiberein, der Typus diirfte nicht ganz alt sein. „C. a . melvillensis” von der Melville Insel an der Nordkiiste von Arnhem-Land ist iiberhaupt keine australische Form, sondern ein Zugvogel aus Nord-China, S. 0. Sibirien oder Japan, und gehort zu dem sogenannten Acrocephalus arundinaceus orientalis (Temm. & Schlegel). Das gelegentliche Vorkommen auf der Melville-Insel (oder selbst in Australien selbst, wo es aber nicht bekannt ist) ist nicht allzu wunderbar, da die Form auf Batjan und Morty erbeutet wurde.

Dieser Fehler aber hat eine neue Perspektive eroffnet, da er die Frage aufwirft, wie viele der bekannten Formen Subspecies einer Art sind. Es scheint keinem Zweifel zu unterliegen, dass alle oben besprochenen Rohrsanger namlich australis, gouldi, sumbae, toxopei, celebensis und lentecaptus, Sub¬ species einer Art sind. Aber warum gehort nicht auch orientalis in diese Formenkette? Ich bin der Ansicht, dass dies* der Fall ist, trotz der etwas langeren 2ten Schwinge. Fcrner aber erhebt sich dann die Frage, ob nicht auch stentoreus und brunnescens hierher gehoren. Sie sind geographisch weit getrennt und stimmen in ihren Ilauptnicrkmalen iiberein. Neluueu wir dies

Hartert: Neue Vogel .

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an, miissen die bisher beschriebencn Formen Acroceplialus stentorcus australis , gouldi, sumbae, toxopeiy celebensis, lentecaptus, amyae und brunnescens genannt werden.

Acroceplialus arundinaceus arundinaceus (Europa) und A. arundinaceus zarudnyi (Transkaspien und Turkestan) konnen indessen nicht dazu gezogen werden, da letztere mit A. stentorcus brunnescens in weiten Gebieten zusam- menwohnt (mindestens Transkaspien und grosse Teile von Turkestan), auch kann der spitzere Fliigel mit der langeren zweiten Schwinge und bedeutendere Grosse ein gutes Artkennzeichen sein. Dass bei Rohrsangem ausscrlich sehr ahnliche Formen zusammen leben konnen, zeigt das Beispiel von Acroceplialus scirpaceus und palustris . Als Subspecies von arundinaceus betrachte ich auch griseldis, den Rohrsanger Mesopotamiens. Die 2te Schwinge ist bei ihm zwar merklich kurzer als die 3te und nur wenig liinger als die 4te, die viel klirzer ist als die 3te.

Ich nehme also 2 Arten an:

Acroceplialus arundinaceus (L.) 1758, mit spitzerem Fliigel, 4te Schwinge viel kurzer als 3te, 2tc langer.

Acroceplialus stentoreus (Hempr. & Ehrenb.) 1833, mit stumpferem Fliigel, 4te Schwinge unbedeutend oder garnicht kurzer als 3te, 2te kurzer.

Von ersterer Art unterscheide ich:

A. arundinaceus arundinaceus: Europa und Ivleinafrika.

A. arundinaceus zarudnyi: Transkaspien und Turkestan.

A. arundinaceus griseldis: Mesopotamien.

Von letzterer Art:

A. stentoreus stentoreus: Agypten und Palastina.

A. stentoreus brunnescens: Transkaspien, Turkestan, bis Himalaya, ost- lich anscheinend bis ins westliche China.

A. stentoreus amyae: Assam.

A. stentoreus orientalis: Japan, Ostsibirien bis Nord- und Mittel-China.

A . stentoreus celebensis: Celebes.

A. stentoreus lentecaptus: Lombok.

A. stentoreus toxopei: Buru.

A. stentoreus sumbae: Sumba.

A. stentoreus australis: Ostliches Australicn.

A . stentoreus gouldi: Westliches Australicn.

(Im obigen sind nur die Brutgebiete, soweit sicher bekannt angegeben. Die nordlich wohnenden Formen sind Wanderer. Es werden gemss noch neue Formen aufgef unden und untcrschieden werden. Es ist merkwurdig, dass von mehreren Formen nur wenige Stiickc vorliegen, und manchcr Sammler versaumte, Serien zu sammeln, vielleicht liegen stcllenweise Schwierigkeiten vor, in den wolil auch ungesunden Sumpfen zu sammeln).

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Tkjeubia VOL. VI, 1.

Erythromyias buruensis siebersi subsp. nov.

ad. Sehr ahnlich E. buruensis ceramensis, aber grosser und die Obcr- seite nicht so dunkel. Die Unterseite wie bei E. b. ceramensis , nicht in der Mitte des Untorkorpcrs weiss wei bei E. b. buruensis. Fliigel 73 mm, nicht wie bei den beiden mir vorLiegenden von E. b. ceramensis nur 69 und 70 nun. Stresemann giebt fur den Fliigel dcs d" im British Museum von ceramensis 72 mm an, der linke Fliigel (den ich stets messe) misst aber nur 70. Typus im Muscutti Buitenzorg, No. 1107.

Habitat: Gunong Daab auf Gross Kei (Key, Ke), 300 m.

Dr. H. C. Siebefs, dem zu Ehren ich die Form benenne, sammelte nur 1 cf am 17. IV. 1922. Er fand die Iris dunkelbraun, den Augenlidrand schwarz, Schnabel schwarz, Fiisse violettblau, Zehen etwas dunkler, Nagel grauschwarz, Sohlen sehmutzig hell gel bli eh weiss, blau durchscheinend. Die Testes waren ziemlich stark entwickelt. Es gelang dem Forscher trotz vieler Miihe nicht das 9 zu erlegen.

Phylloscopus trivirgatus avicola subsp. nov.

9 ad. Oberseite braunlich olivengriin, braunlicher als die von Ph. iri- virgatus trivirgatus und giulianetiii , Oberkopf dunkler, aber nicht so schvvarz- lich wie bei den obengenannten, und der gelbe Mittelstreif matter und weniger deutlich, der Superciliarstreif hell schwefelgelb, unter letzterem ein dunkel- brauner Streif vor und hintcr dem Auge. Grosse Oberfliigeldecken mit gelben Endsaumen, die einen schmalen Querstreifen auf dem Fliigel bilden. Gauze Unterseite ganz hell gelb, fast weisslich, mit lebhaft schwefelgclben Strichen, die einzelnen Federn mit schon schwefelgelben Seitensaumen. Iris braun, Augenlidrand schwarz. Schnabel oben braunschwarz mit gelbem Schnabel- schneidenrand und gelblichcr ausserster S])itze, Unterschnabel dunkelgclb. Fiisse violettblau, Niigel graubraun, Sohlen mattgelb. Ovarium 4 X 4.5 mm wenig verandert. Fliigel 56 mm. Typus 9 Gunong Daab, 300 m, Gross Kei (Key, Ke) Insel, 6. IV. 1922. Gesammelt von Dr. H. C. Siebers. Museum Buitenzorg No. 1060.

Habitat : Gross Kei.

AVie die Siimpfe vieler Inseln Insulindes von Rohrsangem (Acrocephalus), werden die Berge vieler von Laubvogeln (Phylloscopus) bewohnt. Auf Java, Bali, Lombok und Sumbawa wohnt der unterseits lebhaft dunkelgelbe Ph. tri¬ virgatus trivirgatus , auf Sumatra und der Malakkahalbinsel der genau so aussehende, nur etwas kleinschnabligere Ph. trivirgatus parvirostris, auf den Bergen Borncos der grauliche kinabaluensis , auf Neuguinca der \nel hellerc giulianetiii, auf der Grossen Kei-Insel avicola (der AVildernissbewohner). Es scheint mir unanfechtbar zu sein, dass dies Formen einer Art sind. Stresemann (Arehiv f. Naturg. 89. Jalirgang, A, TTeft 1, p. 84, 1923) nennt die siid- papuanischc Form Ph. poliocephalus giulianetiii . Sie ist aber trivirgatus viel ahnlichcr und. da letzterer Name 26 Jahre alter ist? muss er fur dep Formen-

25

Hartert: Neuc Vogel.

krcis gebraucht werden. Ob polioccphalus, ceramcnsis, cveretti, und waler- slradti mit ihren weissen oder weisslichen Keblen hierhergehoren, mag man dahingest cllt sein lassen, doch lilsst sich nieht leugnen, dass ceramcnsis in der Oberkop f f arbung den Uebergang zwisehen den beiden Gruppen vermittelt.

(Jedenfalls werden noeh fernere bisher unbckannte Formen entdeekt werden. Soeben erhielt das Tring Museum von der St. Mathias Insel, nordlich von Ncuhannovcr einc neue Form dieser Gruppe.)

26

ZWEI NEUE PRACHTKAFER VON SUMATRA UND CELEBES

(COL. BUPREST.)

von

Dr. Jan Obenberger,

(Prag).

1. Agrilus mcnadoensis m. n. sp. *

Hab. : Mcnado N. Celebes (Mohari lgt.).

Lange : 7,8 mm. 1 Ex. Zool. Museum Buitenzorg, 1 Ex. Zool. Museum Prag.

Gehort zu der Gruppe des A. acutus Thunb.

Messinggrun mit goldigem oder messingbraunem Anfluge, glanzend. Kopf breit, in der Mitte rundlich breit ausgehohlt. Fiihler ziemlich kurz, vom vierten Gliede an gezahnt. Stirn schmal, langer als breit, innere Augenrander eine leicht konkave Kurve bildend. Halsschild etwa 2*/4 mal so breit als lang, vorne breit und zweibuchtig, vor der Mitte am breitesten, von da nach vorne starker und gerundet, zur Basis schwacher und einfach verengt, vor dem Schildchen mit einer rundlichen Depression, iiberall flach und undicht ge- runzelt, die Runzeln sind glanzend. Das Praehumeralleistchen ist sehr stark konvex, in der Mitte dem Marginalleistchen angenahert und bis fast zu den Vorderecken deutlich. Das Marginalleistchen ist flach S-formig durchgebogen, scharf, das Submarginalleistchen verlauft mit ihm parallel, ohne sich mit ihm zu verbinden, und ist ihm stark angenahert. Kinnfortsatz des Prosternums breit abgerundet. Prosternalfortsatz breit und parallelseitig, am Ende breit zugespitzt und abgerundet. Schildchen sehr breit und quergerippt. Fliigel- decken in der Form und Skulptur genau wie bei acutus Thunb., also mit einem spitzigen Aussenzahn am Ende, jedoch vor dieser Spitze nicht ausgeschweift verengt wie bei acutus , sondern seitlich bis zur Spitze in einer langen Kurve gerundet verengt. Das letzte Ventralseginent ist am Ende abgerundet. Die Ol>erseite ist fast kahl, glanzend und verhaltnismassig grob skulptiert; in der Mitte und hinter dem apikalen Viertcl der Lange beiderseits cntlang der Naht liegt eine kleine, rundliche, wenig deutliche ITaarmakel. Die Fiisse sind ziem¬ lich kurz und stark, die Klauen stark gcspalten, die inneren ICauenzahnchen einander sehr stark zugewendet. Das erste Glied der Ilintertarsen ist so lang wie die zwei nachfolgenden Glieder.

Obenberuer: Neue Prachtkafer.

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2. Trachys ( s . sir.) Corporaali m. n. sp.

Hab.: Sumatra’s Ostkiiste. 550 m. Sibolangit, X. 1921; J. A. Loertzing u. J. B. Corporaal lgt.

Lange: 3,5 mm. Breite: 2,2 mm. Vide Ex. im Zool. Mus. Buitenzorg, Zool. Mus. Prag und im Deutschen Entom. Institut.

Ziemlich gewolbt, ziemlich kurz und breit eiformig; Korper bei den Schultern am breitesten, von da nach vorne stark und kurz verengt. Schwarz, ziemlich glanzend, die Palpen und die Tarsen mit Ausnahmc des Klauengliedes gelbrot.

Kopf breit, glanzend, messingfarben, Scheitel sehwarz. Epistom sehr breit, vorne rund ausgerandet, chagriniert, von der Stirn undeutlich abgesetzt, breiter als der kurze Diameter das Auges. Die Stirn ist zwisclien den Augen etwa iy2 mal so breit wie lang, nach vorne leicht konvergierend, breit und flach konkav, gleichmassig sparlich mit gelben Harchen bedeckt. Ilalsschild etwa 3 y2 mal so breit wie lang, vorne sehr breit, rundlich ausgerandet, seitlich nach vorne geradlinig verengt, mit zugespitzten Vorderecken. Die Behaarung ist seitlich gelb, in der Mittc im basalen Teile unregel inassig und silberweiss, fein, vonie undeutlich und sehwarz. Schildchcn unsichtbar. Flugeldecken etwa 1 y3 mal so lang wie breit, eiformig, schon von den Schultern an zur Spitze breit gerundet verengt; die Behaarung besteht aus schwarzcn und silberweissen Harchen : die schwarzen sind wenig deutlich, starker, die weissen sehr fein und gekriimmt, kurz; sie bilden in der vorderen Hiilfte eine undeutliche, un- regelmassige und s|)arliche Ornamentation; dann kommt in der Mitte eine anscheincnd kahle, schwarze, jedoch in der Tat sehwarz behaarte, verkehrt rundliche Querbinde, dann im apikalen Drittel zwei genaherte, silberweisse, mit der schwarzen parallele Querbinden ; dann eine praeapicale schwarze Binde; der Apex ist silberweiss behaart. Auf der praeapikalen schwarzen Querbinde sind die Harchen deutlich, stark und halb gehoben, beiderseits eine Art von halbabstehenden Haargruppen oder Haarpinseln bildend. Praster- num zweimal so breit wie lang, breit, flach, parallel, am Ende kurz ahge- rundet. Klauen breit gezahnt.

Meinem lieben Kollegen und Freunde, Herra J. B. Corporaal, der meine Sammlung schon durch mehrere sehr intcressante sumatranische Buprestiden bereichert hat, zu Ehren benannt.

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EPHEMEROPTEREN VON DEN SUNDA-INSELN UND DEN

PHILIPPINEN

von

Dr. Georg Ulmer,

Hamburg.

( JNLit 58 Abbildungen.)

Nieht, cine grosse Menge ncucr Arten bictet diesc Arbeit; ihr Schwer- gewicht liegt vielmehr in der genaueren Darstellung schon bekannter Formen. Dabci hat sieh wieder hcrausgcstcllt, dass die Besehreibung um so umfang- reicher wird, je mehr Material zur Bearbeitung kommt: Die Variabilitat der Ephemeropteren ist gross.

Ein reiches Material stand mir zur Verfiigung; es waren der Hauptsache nach 3 Sammlungen, die zu boarbeiten waren: 1. Die Sammlung des Herm Edw. Jacobson in Fort de Kock (Ephemeropteren von Java, Sumatra, Simalur), 2. Die Sammlung des Zoologischen ]\Ius*eums in Buitenzorg (Ephemeropteren von Java und Sumatra, meist von Herrn Prof. Dr. H. Karny gesammelt), 3. Die Sammlung des verstorbenen Herrn Boettger, die durch Vermittelung des Herrn Moser an Herrn Dr. F. Ris gelangte und von diesem mir zum Geschenk gemacht wurde (Ephemeropteren von den Philippinen). Einzelne Exemplare hatte ich auch noch aus andem Museen. Allen Herren, die mich durch Ubermittlung von Material unt erst lit zt haben, besonders Herrn I)r. F. Ris, sei hier herzlich gedankt. Nieht minder verpfliehtet bin ich Herrn Prof. Karny fur die in jetziger Zeit so schwierige Unterbringung des Manuskripts.

Von den Philippinen waren bisher nur zwei Arten (T haler osphyriis tor - ridus Walk, und Atopopus tibialis Ulm.) bekannt; ich kann hier 7 weitere hinzufiigen; diese 9 Arten bilden aber sicherlich nur einen kleinen Teil der Fauna. Etwas besser unterrichtet sind wir iiber die Ephemeropteren der Sunda-Inseln, von denen ich jetzt 24 Arten namhaft machen kann. Von den hie** behandelten Arten blieben mir nur 2 (Anagenesia tenera Etn. und A . picta Gravel.) bisher unbekannt

Eine Arlx'it iiber die Trichopteren der bciden Inselgruppen hoffe ich bald folgen lassen zu konnen.

Ulmer : Ephemeropteren.

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Familie Palingeniidae.

1. Anagenesia ampla Etn.

Palingenia ampla Eaton, 1 lev. Monogr. 1883, p. 26, t. 1. f. lc (Subgen us Anagenesia Etn.).

rf (trocken) : Oberflache des Kopfes braunschwarz, Unterflachc gelb (Sumatra-Exemplar) ; bei den alien Borneo-Exemplaren ist die Oberflache des Kopfes graugelb, die Ozellen schwarz umringelt, die Ringe unregelniassig ausgezackt; zwischen den Augen schwarze einzelne Punkte. Brust braun¬ schwarz, auf dem Pronotum mil drei helleren (graubraunen), nicht sehr deutlichen Langsbinden, von denen eine auf der Mittellinie, die anderen seitlich davon und etwas schief (oralwarts divergicrcnd) stehen; Mesonotum in der Mittelzone etwas heller. Beine hellgelb, die Sehenkel oben schwarz- lichbraun, die Schienen und Tarsen schief ergrau iibertusclit; Vordertarsus des Fig. 1 A, B) fast so lang wie der Sehenkel, mindestens % so lang wie die Schiene, Sehenkel wenig kiirzer als Scliiene ; Tarsalglied I etwa so lang wie breit, II langer, III und IV kiirzer, einander gleich, Glied V so lang wie II ; die Tarsalglieder nehmen also in der Reihcnfolge 11 (gleich) V, I, III (gleich) IV an Lange ab. Oberflache dcs Hinterleibcs braunschwarz, wenn die Segment© mehr ausgestreckt sind, erscheint die vordere Ilalfte eines jeden braun und nur die hint ere braunschwarz; Unterflachc hellgelb- c

lich bis graugelb, die letzten Seg- mente manchmal dunkler. Fliigel

graubraun, dunkel, der Apikalrand Fi&- F Anagenesia ampla Etn. (Museum

im Bercichc des Sektor zweimal, im Brussel) Beine (>) des cf; A. Vorderbein ;

. B. Vordertarsus. etwas starker ver-

Bereiehe der Media emmal bogig aus- grdssert, von oben gesehen;

geschnitten. Schwanzborsten grau- c. Krallendes Vorderbeines, von derSeite; braun, mit braunen Gelenkon, an I>. Hinterbein; E. Krallenglied und diesen mit cinigcn langeren Ilaaren als Krallen des Ilinterbeines,

an den Gliodern. Die Genitalfusse stiirkor ver^ssert-

sind braun bis dunkel braun ; der innerc basale Fortsatz des Basalgliedes ist

(1) Die Abbildungen der Beine sind, soweit nicht anders angegeben, in einer und derselben Figur immer in gleichem Massstab dargestellt.

30

'Treijbia Vol. VI, 1.

schr kraftig (Fig. 2) ; die zwei Endglieder sind schlank und zusammcn fast y2 so lang wie das Basal- glicd, unter sich etwa gleich lang; die Penislobcn sind drcieckig, yor dean Apex kaum abgesetzt und kaum eingeschniirt (Fig. 2).

9 (trocken) : Ahnlich gefarbt wie das , . ; die 3 Langsbinden auf dem Kopfe starker, die Flugel mehr grau (braungrau).

Korperliinge : 15 22 mm; Lange dcs Vorder- fliigels: etwa 18 20 mm (cf), etwa 17 mm (9 ); Fliigelspannung also etwa 39 42 ram (cf), etwa 37

Fig. 2. A y} agenesia ampla Etn. (Museum Brussel),

Genitalanhfinge des ^ ^ die andercn Stiickc und bat die Alaszc 22, 20,

cf, ventral. 60 mm.

Material: 2 cf, 1 9, Borneo, Coll. Selys, Museum Brussel, bezeichnet „Palingenia lata”; diesc Tiere haben wahrscheinlich auch Eaton vorgclegen; sie haben einen alten Zettel „S A RM, was wohl Sarawak bedeutet. Im Museum Miinchen 1 cf, Sumatra.

Heimat: Borneo, Sumatra.

N.B. Die alten Exemplare von Sarawak sind auf dem Kopfe wohl ver- farbt; ich halte die braurusehwarze Kopffarbe des von Sumatra fur die normale.

2. Anagenesia javanica Etn.

Paling enia javanica Eaton, Rev. Monogr. 1883, p. 27, t. 1 und 2, f. 1 d. (Subgen. Anagenesia).

(trocken) : Kopf oben schwarz, nur vorn auf der Stim mit gelbbraunem Flecke; Pronotum dunkelbraun, mit 3 helleren Langsbinden (eine in der Mittellinie, die andem scitlich davon stchend, gerade) und einem helleren schiefliegenden Flecke ganz an der Seite; Mesonotum und Metanotum viel heller als Pronotum, schmutzig braungelb, hinten und an den Seiten dunkler, auch die Mittellinie des Mesonotum etwas dunkler. Hinterleib oben gelbbraun, die hintere Halfte (in der Mittellinie die hinteren zwei Drittel) jedes Segments schwarzlich, der Ilinterrand in der Mitte wieder hell (die Ringe sind aus- gedehnt !). Beine hellgelb, die Tibien und Tarsen weisslichgrau ; morphologisch entsprechen die Beine vollig denen von A. ampla Etn., doch sind die Tarsal- glioder des Vorderbeincs* ((/) etwas schlanker, wenn man sie von der Seite her betraehtet (A). Unterfliiche des Hinterleil>es gelb. Flugel rehbraun, etwas dunkler als bei Paling enia longicauda Oliv., heller und entschiedener braun als

(1) Eaton, l.c. p. 27, sagt liber die Krallen der hinteren Beine: „very unequal, the lesser hardly visible”; ich sehe an dem rechten Hinterbeine des einen (s. u.) an der Basis dqr Kralle noch ein kleines Liippchen, das vielleicht die zweite Kralle darstellt (vgl. Fig. 1C).

mm (9); das cf von Sumatra (s.u.) 1st gi*6sser

Ulmer : Ephemeroptereii.

31

bci A. arnpla Etn., mit mattbraunen Adem ; der Apikalrand dcs Vorderfliigels ist nicht bogig ausgeschnitten ; die Queradern in der Region des Apikalrandes ziemlich zahlreich und deutlicher als bei A. tenera Etn. Schwanzborsten graubraun (nach Eaton subtestaceous), behaart und an den Gelenken der mittleren Partic mit einigen abste- henden langeren Haaren. Genitalfusse (Fig. 3) gelb; die Basis des Basalgliedes mit etwas stumpferem Innen- fortsatz als bei A. arnpla Etn., im iibrigen wie dort.

X. Sternit etwas weniger tief und ganz halbkreisformig ausgeschnitten (Fig. 3) ; Penisloben kurz dreieckig, vielleicht etwas breiter als bei genannter Art, vor dem abgesctzten Apex eingeschniirt (Fig. 3).

9 (trocken) : Pronotum in der Mittellinie mit breiterer, graugelber Langsbinde ; Mesonotum ganz braunschwarz, Beine ganz gelb, Schwanzborsten gelb- lichweiss, ohne liingere Haare; Fliigel vielleieht etwas mehr grau.

Korperlangc 19-26 mm (tf), 21 mm (Q); hange7e’s ^“''ventral.

Lange dcs Vorderfliigels: 22 25 mm (cf), 23 mm

(9); Fliigelspannung also etwa 47 54 mm(cf), 50 mm (9) ; Schwanzborsten: 60 70 mm (cf ), 9 V2 10 mm (9)*

Material : 2 cT (sehr alt), Java, Museum Brussel. 19, Borneo Museum Berlin.

Ileimat : Java und Borneo.

3. Anagenesia tenera Etn.

Palhigenia tenera Eaton, Rev. Monogr. 1883, p. 27, t. 2, f. le.

Von dieser Art habe ich kein Material, auch die Type habe ich aus dem Leidener Museum nicht erhalten konnen, so dass ich nur nach der kurzen Beschreibung Eatons und nach semen Figuren Mittelungen geben kann.

c/ (trocken) : Fliigel dunkelgrau, ohne braunlichen oder gelblichen Ton; Langsadem und starkere Queradern pechbraun oder schwarzbraun, feinere Queradcrn weisslich oder mit weisslicher Umsaumung (in reflektiertem Lichte) ; Apikalrand des Vorderfliigels nicht ausgobuchtet, die Queradern in der Region des Apikalrandes wrenig zahlreich und sehr undeutlich; der untcre Ast des Scktor entspringt dicht h inter der Fliigelmitte und ist daher, ebenso wie die Mediagabcl, verhaltnismassig kurz. Schwanzborsten ahnlich wie die Fliigel gefarbt, mit gleichmiissiger Behaarung. Beine sehr kurz im Vergleich mit A. javanica, der Hinterschenkel nicht liber das zweite Ilinterleibsegment hinausreichend (') ; Vorderbeine weisslich (?)> Hinterschenkel etwa ockergelb. Genitalanhange hell scherbenfarbig.

(1) Dasselbe ist allerdings auch der Fall bei meinen Exemplaren von A. java - nica Etn.

Fig. 3. ^lna^cwcsia^ara- nica Etn. (Museum

Rn'issAh rj-Anilalan.

Treubia Vol. VI, 1.

&2

Korperlange: 17 mm; Lange des Vorderfliigels: etwa 18 mm (?); Schwanzbonsten : etwa 55 mm.

Material: -

Ileimat: Ostjava.

4. Anagenesia picta Gravel.

Palmgenia (Anagenesia) picta Gravely, Rec. Indian Mus. XVIII. 3. p. 140, t. 20, f. 24 25.

, \

Anch von dieser Art habe ich kein Material, so dass wir ganz auf die kurze Beschreibung und die Figuren Gravely ’s* angewiesen sind.

(trocken) : Korper im allgemeinem kraftig rotlich- oder gelblichbraun gefarbt; der Kopf zwischen den Augen mehr oder weniger schwarz, ausge- nommcn cine stark ausgepragte braune Mittellinie auf dem Scheitel; das Pronotum kontrastiert in seiner verhaltnismassig hellen Farbung auffallig mit dem dunklen Kopfe und Mesonotum ; letzteres ist fast gleichmassig schwarz; die Hinterleibtergite sind etwas gedunkelt, mit Ausnahme der schmalen helleren Hinterrander. Fliigel weisslich, mit gelblichen Adern; Vorderfliigel mit dunkel gebraunten Randern, besonders am Costalrande und am Apex; im Vorderfliigel scheinen auch die Queradern in der Apikalregion und die (in Gravely ’s Figur, 1. c. f. 24, sehr zahlreichen) abgekiirzten Zwischenraumadern deutlich zu sein ; der untere Ast des Sektor und die Mediagabel sind lang; Sul>eosta und Radius sind in ihrer ganzen Lange deutlich sichtbar. An den Genitalfiissen ist das letztc Glied sehr deutlich kiirzer als das vorlctzte.

fiber die Grossenmasse sagt Gravely nur, die Art soi etwas grosser als A. lata Walk.; fur letztere Art gelten folgende Masse; Korperlange: 22 mm; Vorderfliigel: 23 mm; Schwa n zborst en : etwa 70 mm.

Material: -

Ileimat: Sarawak auf Borneo.

Familie Polymitarcidae.

5. Polymitarcys indicus Piot.

Palingenia indica Pictet, Hist. Nat. iSphem. 1843 1845, p. 151, t. 13, f. 4.

Polymitarcys indicus Eaton, Rev. Monogr. 1883, p. 47 ; Ulmer, Not. Leyden Mus. XXXV. 1913, p. 102, f. 1; Lestage, Ann. Soc. Ent. Belgique LX I. 1921, p. 212.

syn. Polymitarcys australis IIagen, Stett. Ztg. IIj. 1888, p. 231.

syn. Anagenesia Grecni Banks, Proc. Acad. Nat. Sci. Philadelphia. 1915, p. G12.

cf (trocken) : Den hellen Exemplaren von Polymitarcys virgo Oliv. und P. Savignyi Pict. vollkommen ahnlich ; Kopf oben braun, Pronotum hcllgrau-

Ulmeu: Ephemeropteren.

33

gelb, Mesonotum dunkler, mchr braunlich, ebenso das Mctanotum; Mesonotum ohnc dunklere Langsstreafen ; Hinterleib weisslichgelb, die Oberflache, be- sonders der hinteren Segmente, schwaeh grauviolett iiberschattet, die Hinter- randsaume aller Tergite weisslich. Beine uiid Fliigel wie bei P. virgo, die Adorn weiss (*), Subcosta und Radius des Vorderflugels nur ganz schwaeh violett; im Analraume 1 liegen 5 eingeschaltcte Langsadem, von denen die fiinfte iin linken Fliigel (mil* liegt nur 1 Exemplar vor!) unregelmassrig gestaltet ist.

Letztes Glied der Genitalfusse nur halb so lang wie vorletztes (Figur 4), die Gliederung zwischen diesen kurzen Endgliedem undcut- lich ; zwischen dem Basalglied und deni zwei- ten (langcn) Gliede sclicint. noch ein kurzes Glied, undeutlich abgcsetzt, eingeschaltet zu seiu. ' Penis (Fig. 4) mit sehr schlanken Loben, deren Apex hakenformig gebogen ist.

X. Sternit (Fig. 4) in der Mitte etwa so lang wie das Basalglied der Genitalfusse.

9 (1 2) (oder Subiinago- 9 ?) : Kopf

oben graugelb, aber in wciter Ausdehnung schwiirzlich iiberschattet; Pronotum grau mit violettem Tone; ^lesonotum und Meta- notum ockergelb, der Hinterrandvorsprung schwarzlich umrandet ; Mesonotum mit 5 Langsstreifen wie bei P. Savignyi Pict., der inittlere sehr fein und undeutlich, die seit- lichen sehr dunkel. Hinterleib ockergelb, alle Tergite mit breiten dunkelgrau- violetten Hinterrandsaumen, die sich in der Mittellinie nach vorn fortsetzen, so dass bei stark ineinandergeschobcncn Segmenten cine breite dunklc Langsbinde auf dem Abdomen erscheint. Seliwanzborsten weiss. Beine weiss, die Vorderbeine ockergelb, Schenkel und Schiene aussen schwarzlich. Fliigel durchscheinend, matt, weisslich, Adern weisslich, Vorderfliigel am Costal rande dunkler, da die drei ersten Liingsadern und manchmal auch die dazwischen liegenden Zwdschen- raume (bis etwa zur Pterostigma- Region) schwaeh violettgrau sind. Im Analraume 4 bis 5, selten 6 Langsadem. Die Borneo-Exemplare (die sicher Subimagines sind), haben die Fliigel iiusserst schwaeh grauviolett und die Adern, besonders die Queradern, noch dunkler als die Membran; iihnlich auch

(1) Aber bei gewisser Beleuchtung hellgrau violett.

(2) Ich erinnere mich nicht, ein Polymitarcys -9 gesehen zu haben, an welchem der Hinterrand der Flugel frei von Bewimperung gewesen ware; auch eine abgeworfene Subimaginalhaut des V habe ich noch nicht gesehen; haufiger dagegen vom . Es scheint, als ob die alteren Beobachtungen (Palm6n) liber die Nichthautung des Poly - mitarcys - 9 richtig sind.

Fig. 4. Pohjmitarrys indicus Pict. (Museum Berlin), Genitalanhange des cf , ventral.

3

34

Treubia Vol. VI, 1.

das kleinc Subim. 9 aus Java, Coll. Jacobson (cfr. Not. Leyden Mus. 1. c.), No. 3124, das sich jetzt in meiner Sammltmg befindet.

Korperlango 10 mm (c f), 12 14 mm (9); Lange des Vordcrflugels: 10 mm (c?)i 13 15 mm (9)j Fliigelspannung also etwa 21^ mm (cf), 28 32 mm (9)> Schwanzbonsten : etwa 28 mm (cf); bcim 9 ljango der seitlichen Borsteoa 15 16 mm, dor mittlcren Borstc 10 mm.

Material: Im Museum Wien die Type Pictet’s (9 Subimago), Ind. orient. Im Museum Berlin 1 a", 7 9 Subim., Cochinehina, am Mekong. Lichtfang, Friederichs leg. ; dort femer 2 9 Subim., Banguey, Nord-Bomeo, Staudinger. In Coll. Ulmer 1 9 Subim. (trocken) und 3 9 Subim. (in Spiritus), Java, E. Jacobson leg.

Heimat: Ost-Indien (Fcstland und Inseln: Java, Borneo, Ceylon).

N.B. Die Nervatur des Analraumes I variiert also auch ahnlich wie bci den anderen Arten; meist sind 4 5 oingeschalteto Langsadcm vorhanden, manchmal noch cine sechste kurze.

Die Type Pictet’s hat die Abdominalsegmente stark zusammengeschoben, der Riicken des Hinterleibes ist ganz dunkel; doeh sieht man mit der Lupe auf den voixleren Segmenten seitlich die hellere Grundfarbe niiher dem Vorderrande hervortreten. Die Exemplarc dcr Coll. Jacobson (siehe Not. Leyden Mus. 1. c.), von denen ich jetzt drei besitze, befinden sich in Alkohol, die Farbe des Hinterleibes ist wie bei der Type, nur tritt auf alien Segmenten die helle Grundfarbe nahe dem Vorderrande iiberall hervor; die hellere Seiten- partie des Pronotum wird von der dunkleren Mittelpartie durch eine furchen- artig vertiefte dunklo Langslinie getrennt, die auch an der Type erkennbar ist. Pictet’s Type hat im Analraume dcs linken VorderflugeLs 5 gut ausgebildete Langsadcm, im rechten Vorderfliigcl nur 4 und unregelmassig gestaltete Anfange der fiinften. Wahrscheinlich ist P. australis Hag. nicht von P. indicus Pict. zu trennen; in der durch Hagen gegebenen Beschreibung (Stett. Ztg. 1. c.) finde ich keine wesentlichen Unterschiede gegen P. indicus . Ebenso auch rcchne ich „Anagenesia” Greeni Bks. (Proc. Ac. Sci. Philadel¬ phia 1. c.) zu P. indicus; keines der von Banks gegebenen Merkmale wider- spricht, im Gegentcil, diese Kennzeichnung passt viel besser hierher als zu Anagenesia; Beine, Genitalorganc ete. sind ja leider nicht beschrieben; wahr¬ scheinlich ist sein Material ini Subimaginalzustande (9 ?) gewesen. Auch ein von Eaton (Journ. Asiat. Soc. Bengal, LX. 1891, p. 408’) als Polymitarcys sp. bezeichnetcs 9 wird hierhergehoren ; es unterscheidet sich von P. indicus Pict. in der Farbung von Brust und hinteren Beinen; weiter findet sich keine Angabe; es war bezeichnet „Raneeganj”.

6. Povilla Corporaali Lest.

Astlienopus Corporaali Lestage, Ann. Soc. Ent. Belg. LXII. 1922, p. 145.

Ulmer : Epliemcroptcrcn.

35

Fig. 5. Povilla Oorporaali Lest* (Coll. Jacobson), Kopf und Prqnotum des 2, dorsal.

cT : unbekannt.

9 (trocken uiul in Spiritus) : Kopf mattschwarz, vor den Ozellen und an der Unterflache gelblich oder schmutziggraugelb ; Augen schwarz, etwa % so gross wie die Entfernung zwischcn ihnen (Fig. 5) ; Fiihler schmutziggraugelb. Pronotum (Fig. 5) sehr kurz und breit, ldirzer als der Kopf, russbraunlich, an den Seiten mehr gelblich ;

Mesonotum schwarz, in der Mittelzone bcider- seits der Mittelnaht russbraunlich; Metanotum schwarzlich, init russbraunem Unterton. Unter¬ flache der Brust hellrussbraunlich oder gelblich.

Ilinterleib oben viol ett schwarz, matt, unten gelblich oder gelblichgrau ; uber der Seitcnlinic (bei trockencm Exemplar) verwaschene rot- braune Flccke. Schwanzborsten sehr kurz, kaum 1 anger als das letzte Hinterlcibsegment, die Mittelborste Yi lang wio die Seitenborstcn (nach Ldestage) ; ihre Farbe ist schmutzigweiss. Beine gelblich (sehniutziggelblich), Hiifte und Schenkelring aussen gebriiunt, bei trockencm Exemplar auch Schenk el und Schiene aussen dunkel (schwarzrbt-

lich) ; die Heine sind alle sehr kurz (Fig. 6 A, B) ; Vorderbein (Fig. A) etwa so lang wie Kopf und Pronotum zusammen, Mittelbein nicht lunger als das Metasternum und Hinterbein (Fig. 6B) etwa so lang wie die drei ersten Abdominalstemite zu¬ sammen; jNIittclbein etwas kleiner als Hinterbein, sonst gleich gebaut., Schenkelringe an beiden Paaren verlangert; an alien Beinen sind Schiene und Tarsus verkiunmert, letztere kaum gcgliodert und krallenlos. Vorderfliigel etwas schlanker als bei Povilla adust a Nav., der Apex etwas mehr vorspringend ; die Membran ist zweifarbig, die basale Flugclhalfte ist intensiv dunkelviolett gefarbt, die apikale Halfte farblos; die Grenze zwisehen beiden zieht von der Mitte des Costal- randes bis etwa zur Miindung der Analader I in einem apikalwjirts konvexen Bogen, etwas unregelmassig, quer durcli den Fliigel ; Costal- und Sul>costalraum sind auch in der apikalen Halfte schwacli violett getont, der Costalraum in % seiner Lange (von der Basis an) sogar ganz dunkelviolett; die Langsadem sind sehr kriiftig, scliwarzviolett auf der dunklen Partie des Flugels, allmahlich heller werdend apikalwarts; die Quemdern sind feiner, etwas heller dunkelviolett, in der apikalen Partie nur schwach violett grau, nahe dem Apikalrande sehr fein und fast farblos; der Sek- tor gabelt sich deutlich spater als die Media, deren Tcilung sehr nahe der Basis

Fig. 6. Povilla Oorporaali Lest. (Coll. Jacobson), Beine des A. Vorderbein;

B. Hinterbein.

36

Treubia Yol. VI, 1.

liegt; die 2 langen Zwischenraumadern im Analraume I (Fig. 7A) entspringen genau so wie bei P. adusia, also Zwischenraumader 1 aus Ax und alii

gleiclier llohe Zwischen- raumadcr 2 aus A2 ; der Raum zwischen den beiden Zwischenraumadern verbrei- tert sich distal warts, und die zweite biegt im Bogcn kurz vor dem Fliigelrandc zu diesem hin uni ; die Queradem des Aussenran- des (Fig. 7 B, C) bilden manchinal mil kleinen Ein- schaltadern ein Zellennetz oder biegen nach dem Rande hin um, so sclbst zu Ein- schaltadem werdcnd. Die Hinterflugel sind ebenfalls zwcifarbig, ihre Membran B. ein Teil des Aussenrandes; C. Aussenrand (nach bis liber die Mitte hinaus Zeichnung des Herrn J. A. Lestage). dunkelviolett gefarbt, die

apikale Partie ist farblos; die Adorn sind wie im Vorderfliigel gefarbt, die Ner- vatur wie bci P. adusia, die Queradern zahlreich und am Aussenrande eben¬ falls teilweise Zellennetze bildend.

Korpcrlange: 14 15 mm; Lange des Vorderflugels : 22 nun; Fliigel- spannung* also etwa 46 mm ; Schwanzborsten : lJ/2 mm.

Material: 1 9 (in Spiritus), Lant Tawar (Laulo), Simalur, VIII. 1913, „tot auf dem Wasser treibendM, E. Jacobson leg., in Coll. Jacobson.

Hoimat: Java, Simalur.

N.B. Erst die Bekanntschaft mit dem cf wird dieser Art die riehtige Stellung zu geben erlauben. Soviel ich sehe, passt die Art besser zu Povilla als zu Asthenopus ; ganz charakteristiscli sind in dieser Beziehung an meinem Exemplare die beiden Zwischenraumadern im Analraume I; das Exemplar, welches Lestage besitzt, ist vermutlich in der Ausbildung des* Analraumes abnorm gebaut; wir mussen daran festhalten, dass bei Asthenopus (ich habc Material von Asth. curtus) die grossen Zwischenraumadern bcide von Anal- ader 1 abhangig sind, wiihrend bei Povilla die cine von Analader 1, die audcrc von Analader 2 entspringt ; auch die reicliere Ausbildung der Queradem mit ihren Zellen und kurzen Einschaltadern am Aussenrande ist kein Gegenbewcis gegen meine Ansicht,.da bei Povilla adusta Nav. manchmal ahnliches auftritt; ich habe einige 9 9 der letzteren Art aus dem Briisseler Museum vor mir,

Fig. 7. Povilla Corporaali Lest. (Coll. Jacobson), Teile vom Vorderflugel des V; A. Analrogion (die punktierten Adern sind etwas zweifelhaft);

Ulmer : EpJiemeropteren.

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vvclche in der Randadcrung nicht sehr verschieden sind von P. Corporaali . Leider konnte ich von den Flugeln der vorliegenden Art kcin vollstandiges Bild geben, da sic etwas zerstort sind; doch sind die wichtigsten Teile (Anal- raum und Ausscnrand) deutlieh erkennbar (Fig. 7 A, B) ; Herr Lestage erlaubte mir, cine von ihm angefertigtc Skizze der Aussen randpartie seines Exomplares mit zu veroffentlichen (Fig. 7 C). Die von Lestage beschriebene sonderbarc Bildung <les Pronotum sehc ich als durch Austrocknung entstandene Zufalligkeit an.

Familie Potamanthidae.

7. Rhoenanthus speciosus Etn.

Rhoenanthus speciosus Eaton, Ent. Month. Mag. XVII. 1881, p. 192; Eaton, Rev. Monogr. 1884, p. 81, t. 9, f. 15.

cT (trocken) : Kopf oben braunlich (die grossen Augen verdecken fast die ganze Kopfflache) ; Pronotum gelbbraunlich, aber sowohl in der Mitte wie an der Seite mit breitem schwarzlichen Langsstreif, so dass von der Grund- farbung nicht viel freibleibt; Mesonotum braunockerfarbcn, mit braunschwar- zer Mittcllinie und brauiischwarzem Seitenstreif, der undeutlicher werdend hintcr der Fliigclwurzcl allmahlich verschwindet ; Metanotum braunockcrfar- ben. Hinterleib oben gelbbraunlich, purpurn gctont, unten hell ockergelb. Schwanzborstcn wcissliehgelb, an den Gelenken purpurn oder schwarzpurpum (bis violettschwarz) schmal geringelt. Beine hellgelb; am Vorderbeine ist der Apex des Schenkels braunlich, beide Enden der Sehiene, bcsonders der Apex, ferner das erste Tarsalglied und die Gelenke der anderen Tarsalglieder sind rotpurpum oder schwarzpurpum ; hintere Beine an dem Apex der Tarsal¬ glieder sehr schmal purpurn. Am Vorderbeine (nach Eaton) ist die Sehiene liber 1% mal so lang wie der Schenkel, der Tarsus etwa % so lang wie die Sehiene ; am Mittelbeine ist die Sehiene etwa IV2 mal so lang wie der Schenkel, der Tarsus fast % so lang wie die Sehiene; am Hintcrbeine ist die Sehiene etwa lVr> mal so lang wie der Schenkel, der Tarsus etwa so lang wie die Sehiene; Krallen des Vorderbeines ungleich. Fliigel farblos, aber sehr deutlieh purpurn (,,sanguineous,> nach Eaton) oder (bei dem Sumatra-Exemplare) goldigbraun und ockerfarben geflcckt; die Adern sind hell, aber fast alle Queradem und die Langsadern im Bereiehe der Flecke dunkel; im Vorder- fliigel, der verhaltnismassig schmal ist, sind Costa, Subcosta und Radius nebst den dazwisehen liegenden Queradem und den meisten der unmittelbar fol- genden Reihe purpurn oder goldbraun; zahlreiehe der genannten Queradern sind von einem breiten purpurnen oder goldigbraunen Saum umgeben, einan- dcr benachbarte Saume flicssen immer zusammen, so dass im Costalraume etwa 6 bis 7 von einander getrennte Flecke entstehen, der Subcostalraum fast

38

Treubia Yol. VI, 1.

ganz getont ist und im Radialraume etwa 2 bis 3 Flecke entstcben; liber die Flache ziehen, von jenen dunklen Flecken des Radialraumes ausgehend, einige unregelmassige griingelbe Querbinden, eine etwa in der Mitte, eine abgeklirzte weiter basal und eine dritte nahe deni Apikalrande; zwischen diescr letzteren und dcr Mittelbinde licgt noch cin teilweise daniit verbundener grosser un- regelmassiger Fleck gleicher Farbung; die Queradern in der Pterostigma- Region sind gerade und nicht dicht gedrangt, selten gegabelt; vor der Bulla liegen im Costalraume etwa 12 bis 16, hinter ihr etwa 23 bis 28 Queradern.

Der Hinterfliigel besitzt einen starkeu Vorsprung, seine grosste Breite liegt etwa in der Mitte; dieser Fliigel ist fast ganz griinlicligelb getont, zcigt nur wenigc farblose Flecke auf der Scheibe, und eine grosse Zahl der dunklen Queradern ist pech- braun umsaumt, so dass, besonders in der Mitte, eine dunkle Zeichnung entsteht ; Sub- costalraum mit etwa 9 bis 10 Queradern vor dcr Maschenbildung. Genitalfiisse (Fig. 8, 9) mit 2 schr kurzen Endgliedem; der Pe¬ nis ganz gespalten; Penisloben eine stumpf- dreicckig zugespitzte, ventral etwas ausge- hohlte Platte bildend, deren Seitenrand leis- tenformig erhaben ist und deren Spitze durch eine gebagene Querleiste von dem grossen Basalteil abgetrennt ist (Fig. 8) ; lateral sind die Loben dreieckig zugespitzt und haben eine breite Basis (Fig. 9).

9 (trocken) : Ahnlich, etwas weniger deutlich gezeichnet.

Subimago (trocken) : Fliigel weisslich, mehr oder weniger sehr hell gelblich getont entlang dem Hinter- und Aussenrande; die meis- ten Queradern zwischen Costa und Analader des Vorderfliigels blutrot umsaumt.

Korperlange : 13 mm ((f), 16 nun (9)J Lange des Vorderfliigels :

H ^ mm (c^), mrn (9),‘ Fig. 9. Rhoenanthus speciosus Etn. (Museum

Fliigelspannung also etwa 23—25 Berlin), Genitalanli&nge des cf , lateral, mm (rf), 34 mm (9); Schwanz- borsten 25 28 nun, Mittelborste 1 mm ((f).

Material: 1 (f , Sumatra, Hartert leg., im Museum Berlin. lef , Perak

Fig. 8. Rhoenanthus speciosus Etn. (Museum Berlin), Genitalanhange des cf > ventral.

Ulmer : Ephcmeroptcrcn.

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(Kwala-Kangsar) , II.— III. 1900, B. Jaciian vend. 13. VII. 1900 im Museum Hamburg.

Ilcimat: Sumatra und Java, ferner Hinter-Indien (Malaiische Ilalbinsel).

Familie Leptophlebiidae.

8. Thraulus exiguus Etn.

Thraulus exiguus Eaton, Rev. Monogr. 1884, p. 108’, t. 13, f. 20 #2; Ulmer, Not. Leyden Museum. XXXV. 1913, p. 105 (ohne Beschreibung).

cf (in Spiritus) : Obcrcr Abschnitt der Augen gelbbraun bis dunkcl- braun, unterer schwarzlich. Brust liellrostbraun oder dunkel gelbbraun; Ilin- terleib gut gezeichneter Exemplare auf Segment II bis VIII durclischeinend liellgelblich und mit deutliehen grossen grauschwarzen Fleckcn geziert, welche die* Vorderpartie dcr Tergite freilassen; diese Fleeko haben etwa dieselbe Gestalt wie bei Thr. Valdemari E. Pet. ; sic schliessen sich an den Ilinterrand der Tergite an, ihre vordere Seitenccke ist stark vorgezogen, so dass zwischen diesem Vorsprung und dem Hauptkorper der Figur ein heller Raum freibleibt; parallel dem genannten Vorsprunge zicht. auf der Seitenlinie vom Stigma nach vom noeh ein schmaler schwarzer Streif (Fig. 10) ; die Unterflachc des Hinterleibes ist auf den genannten Segmenten nicht gezeichnet, liellgelblich ; die Segmcntc I und IX bis X sind nicht durchscheinend, das erstere oben ganz grauschwarzlich, unten gelblich, die beiden letzten oben gelbbraun, grauschwarz¬ lich ubertuscht, unten mchr gelbbraun (*). Vorderbeine gelblich- grau, Vordertarsus mehr hellgraugclblich, hintere Beine weisslich; alle Schenkel mit schr breitem schwarzlichem, nicht ganz scharf begrenzten Bande in der Mitte, auch der Apex der Schenkel und die Basis der Schiene schwarzlich. Schwanzborsten unrein gclb- lich, die Gelenke braun, doch nimmt diese braune Ringelung immer mchr ab und verschwindet schliesslich ganz. Fliigcl durchsichtig, farblos, nur der Costalraum und der Subcostalraum des Vorderfliigels mit ausserst schwacher braunlicher Tonung, die manchmal auch vollig verschwindet; Wurzel des Vorderfliigels graubraunlich in der Umgebung der grossen Qucrader; Adem gelbbraun, mit Ausnahme der Adern in der Analregion und der Queradern auch schon in der Cubitalregion mit der Lupe iiber weissean Untcrgrunde deutlich sichtbar; die in genannten Regionen befindliehen Adern sieht man nur in durchfallendem Lichte. Vorderfliigel (Fig. 11) im Costalraum mit 12 bis 13 Queradern liinter dcr Bulla, alle gcrade und einfach, vor dcr

(1) Bei iiltercn Spiritus-Exemplaren (wie (las cf meiner Sammlung von Serna* rang) verschwindet die Fleckenzeichnung des Hinterleibes stark.

Fig. 10. Thraulus exiguus Etn. (Museum Buitenzorg), Abdomen des cf, lateral.

40

Treubia Vol. VI, 1.

Bulla keine Queradem. Hintcr- fliigel (Fig. 11) verhaltnismassig lang und schmal, der Vorsprung des Costalrandes liogt vor der Mittc, dort finden sich im Costal- raume 3 bis 4 Queradcm beim Vorspruuge, im Subcostalraume 5; die Aiialregion schlecht entwickelt. Die Genitalfusse (Fig. 12, 13, 14) sind braunlichgrau, das Basalglied zeigt in der basalen Halfte innen

Fig. 11. Thraulus exiguus Etn. (Museum Buitenzorg), Fiugel des rf ; der voll ausgefiihrte Hinterfliigol starker vergrOssort.

eine kraftige Verbreiterung, die auch in Lateralansicht (Fig. 13, 14) schr deutlich hervortritt; das Basalglied ist etwas starker gebogen als bei Thraulus marginatus Ulm. und tiefer ausgeschnitten apikalwarts der Verbreiterung (ventral, Fig. 12) ; die beiden Endglieder sind kurz, unter sich etwa gleich lang, das letzte etwas kiirzer, maneh- mal am Apikalrand schwach ausgeschnit- ten; der PenLs (Fig. 12, 13, 14) ist ver-

Fig. 12. Thraulus exiguus Etn. (Museum Buitenzorg), Genital- anhange des cf , ventral.

Fig. 13. Thraulus exiguus Etn. (Museum Buiten¬ zorg), Gonitalanhange des c? , lateral.

haltnismassig gi’osser als bei bei eben genannter Art, sonst sehr ahnlich, am Aus- senrande vor dem Apex aber nicht eingezogen, son- dem von dcr Basis an mehr gleichmassig verschmalert ; an der Ventralflache findet sich auf jedem Lobus manch- mal ein dunMer, anscheinend starker chitinisierter Punkt naher der Basis. Das letzte

Ulmer : Ephemer opt even.

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Sternit (Fig. 12, 13, 14) zeigt die aj)ikale Aussenecken nicht so zuriickwcichend, die Mitto der Ventrallamello 1st vorge- zogen.

(trocken) : Brust oben gelblieh pechfarbcn. Hinterleib ( onftlarbt ) schwarzbraunlich („fuscescent y ’) . Hinterbeine weisslich, die Schenkel in der Mitte sehr breit schwarz ge- bandcrt, der Apex der Schenkel und die Basis der Schienen auch schwarzlich, die Tarsen etwas bernsteinfarben oder fast scherbenfarbig. Fliigel durehsichtig, farblos, mit hell pechbraunen Adern; Costal raum des Vorderfliigels ohne Queradem vor der Bulla, mit etwa 11 geraden, einfachen Queradem in der Pterostigma- Region ; in der Niihe des Aussenrandes sind die Queradem fehlend ; im Hin- terfliigel finden sieh zwei Queradem im Costal raume, 5 im Subcost alraumc (nach Eatons Figur 1. c. t. 13, f. 20 *2). Die Genitalfiisse sind nach Eatons Figur (1. c.) (igeschrumpft), augenschcinlich an der Basis der Grundgliedes verhaltnismassig breit, der distale Teil des Grundgliedes ist wahrse hen licli am Innenrande tief ausgeschnitten, jeden falls viel schmaler; die Penisloben sind in Ventral ansi cht (Eatons Figur, 1. c.) schmal blattformig, der Apex stuinpf- spitzig.

9 unbekannt.

Subimago (in Spiritus*) : Sehr ahnlich der Imago, die Fliigel schwach getriibt, graulich, die Zcichnung des Hinterleibes deutlich.

Korperlange: G mm; Lange des Vorderfliigels: 6V2 nun; Fliigelspannung also etwa 14 mm; Schwanzborsten nicht ganz erhalten, wahrscheinlich etwa 12 mm lang.

Material: 1 q (in Spiritus), Semarang, Java, Edw. Jacobson leg., in meincr Sammlung. 2 cT (in Spiritus), Buitenzorg, XI. 1919, in Museum Buitenzorg.

Heimat: Lahat (Indien), Java, Sumatra.

N.L. Die Form der Penisloben (s.o.) weicht im trockenen Exemplar (der T-yPe> iibrigens im Leidener Museum 1912 nicht mehr aufgefundcn werden koiinte) von dem Spiritusmaterial ab; die V erschiedenheit kann aber sehr wohl aut \ eranderung infolge Austrocknung beruhen. In Coll. Edward Jacobson iinde ich noch 1 aus Sumatra (in Spiritus), Baiun, Pad. Bovenlanden,

\ 11. 1914, etwas grosser (Vorderfliigel 7 mm), mit etwra 14 bis 15 Queradem im Costalraume hinter der Bulla, sonst aber anscheinend nicht venscliicden.

Fig. 14. Thraulus exiguus Etn. (Coll. Ulmer), Genitalanhange des cT , lateral.

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Treubia Vol. VI, 1.

9. Thraulus marginatus Ulm.

Thraulus marginatus Ulmer, Not. Leyden Mus. XXXV. 1913, p. 103, f. 2—4.

(in Spiritus) : Kopf und Brust dunkelbraun (bis schwarzlichbraun), Brust an den Seiten mehr rotlichpechfarben ; obercr Abschnitt. der Augen tief- dunkelbraun, unterer schwarz. Ilinterleib entweder glcichmassig rotlich pech- farben nnd dann die Ilinterrander der Segmente und die Seitenlinie schmal dunklcr, oder im ganzen mehr gelb (hell isabellfarben) und dann ausser den grauschwarzen Hinterriindem und der grau schwarzen feinen Seitenlinie noch auf alien Tergiten mit ausgedehnten grauschwarzen Figuren, die auf Tergit III bis VII (oder VIII?) cincn langlichen liellen Fleck einschliessen und noch am Vorderrande jcdes Tergits zwcimal ausgeschnitten sind (Fig. 15). Schwanzborsten an der Basis braungelb mit schma- ler schwarzer Ringelung, etwa nach dem 10. Gliede graugelb, die letzte Halfte der Schwanzborsten noch heller, ungeringelt. Vorderbeine dunkelbraun, die Schiene mehr durchscheinend als der Schenkel, Tarsus heller, graugelb, hintcre Beine hell grau¬ gelb, Schenkcl hinter der Mitte und am Apex mit je einem dunkelbraunem ziemlich breiten Bande; Vorderschenkcl nicht gebandert, an der Basis und am Apex aber dunkler und bis iiber die Mitte hinaus von der Basis an mit dunklem Langsstrich. Vorderflugel (vgl. Fig. 2 der zitierten Arbeit) durclisichtig, fast farblos, ganz schwach braunlich, Costal- und Subcostal- raum dunkelbraun (heller oder dunkler umbrafarben), nur die basale Region des Costalraumes bis zuin Pterostigma heller braun getont; Adern iiber weissem Untergrunde mit blossem Auge sichtbar, braun. Subcosta und Radius kraftig, die andern Langsadern fein; vor der Bulla im Coslalraume etwa 2 un- deutliche Queradem, hinter ihr noch 2 undcutliche und 7 bis 9 deutliche; die letzteren sind alle einfach, racist gerade; im Subcostalraume u.z. in seiner apikalen Halfte 3 deutlichere und 3 undeutliche Queradern ; der Radialraum hat

Fig. 15. Thraulus mar¬ ginatus Ulm. ((’oil. Ulmer, Typa),

Abdomen des cT, lateral.

5 Queradern, von denen nur die 3 mittlercn dcutlich sind;

im librigen finden sich auf der ganzen Fliigclflache nur noch 4 weitere, ziemlich deutliche, Queradern, namlich jc cine niiher der Basis in den auf den unteren Hauptast des Sektor folgenden Zwis'chenraumcn ; die Zwischenraumadern zwischen den Astcn des Sektor und der Media, wic in den folgenden Zwischenraumen sind un- verbuuden; die Media ist gegabclt, der Cubitus ungegabclt (da die folgenden 2 Adern frei sind). Der Hinterfliigel (Fig. 3, 1. c.) ist farblos, durehsichtig. die Costa und Subcosta braun, alle andern Langsadern farblos und sehr un- dcutlich; die einzige kriiftige Langsader ist die Subeosta; der Radius ist schon

Ulmer : Ephemeroptercn.

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in seiner Mitte undeutlich und ebenso auch die einzige Analader; 4 oder 5 undeutlichc unverbundene Langsadern sind ausserdem noch am Rande ange- deutet; dcr costale Vorsprung liegt etwa in der Mitte; der Costalraum enthalt in der Gegend dcs Vorsp rungs 1 bis 2 starkere Queradern und weiter basal noch 2 bis 3 schwachere; im Subcostalraume sind 3 Queradern vorhanden, die nur an ihrem subcostalen Ende deutlich, am radialen aber sclion undeutlich sind. Dio Gcnitalfiissc sind dunkelpcch- braun; in Ventralansdcht (Fig. 16) ist das Basalglied an der Innenseite ausgeschnitten, die Basis ist breiter als die distalen zwei Drittel, geht aber ziemlich allmahlich in die schmalere Partie iiber; lateral (Fig. 17) ist das Basalglied distalwarts allmahlich ver- schmalert; die zwei letzten Gliedcr sind sehr kurz, das Endglied am kurzesten, stumpf abgerundet; der Penis ist in zwei Loben gc- trennt, die dicht nebeneinander liegen, sich apikalwarts stark verschmalern und vor dem ctwas knopfformig abgesetzten Ende an der Aussenkante und Unterflache (Fig. 16, 17)

Fig. 17. Thraulus marginatus Ulm. (Coll. Ulmer, Type), Genitalanliange des cT , lateral.

Material leg., ferner 1

Heimat : Java.

Fig. 16. Thraulus marginatus Ulm.

(Coll. Ulmer, Type), Genital* hiinge des cT, ventral.

schwach eingekerbt sind ; das letzte Stcniit hat eine abgerun- dete, nicht vorspringende ausscrc Apikalccke.

Q unbekannt.

Korperlange: 5 mm; Lange dcs Vorderfliigels: 4 bis fast 5 mm ; Fliigelspannung also etwa 9 mm bis IOV2 min ; Schwanz- borsten : 10^4 mm.

: 2 cT , Mula (Gunung Lewu), Febr. 1911, No. 2199, Edw. Jacobson cj", Semarang, Edw. Jacobson leg., in mciner Sammlung.

N.B. Die Art, die bei fliich tiger Betrachtung etwa einem Cloeon margi- nale Hag. ahnelt, ist von den anderen Thraulus- Arten durch die geringe Ent- wickelung der Queradern im Vordcrfliigel und aller hinter dem Radius liegender Adern im Hinterfliigel getrennt.

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Treubia Vol. VI, 1,

Familie Ephemerellidae.

10. Teloganodes tristis Hag.

Clo'e tristis Hagen, Verh. zool. bot. Ges. Wien, VIII. 1858. p. 476.

Teloganodes tristis Eaton, Revis. Monogr. 1885. p. 135, t. 15, fig. 24 bis.

<3* (aus trockenem Material in Spiritus iibertragen) : Kopf nebst den grossen, oben zusammenstossenden Augen schwarz ; Pronotuin dunkelbraun, schwarzlich ubertuscht; Mesonotum und Metanotum kastanienbraun, die Nahte fein selnvarz; Unlerflache dor Brust heller, ockerbriiunlieh. Hinterleib ocker- gelb bis ockerbraun, etwas durehseheinend, die Hinterrander der Segmentc breiter oder schmaler schwarzlich getuscht auf der Oberflache, nicht auf der Unterflaehe, die im ganzen hell erscheint. Sch wan zborsten weisslich, die

Gelenke, mit Ausnahme der ersten 3 oder 4, deutlich schwarz geringelt. An den Beinen (Fig. 18) sind die Schenkel ockerbraunlich, aber stark schwarzlich ubertuscht (siehe Q !) ; die Schienen und Tarsen mehr ockergelblich, erstere an der Basis und am Apex schwarz; am Vorderbeine sind ferner alle Tarsalgelenke schwarz geringelt. Fliigel durchsichtig, farblos, mir die Umgebung der gros- sen Querader im Vorderfliigel deutlich russbraun gewolkt; die Langsadern kraftig, die Queradcrn schwacher; die Langsadem sind in der basalen Halfte russbraun, apifealwarts allmahlich etwas heller werdend; die Queradcrn sind weisslich, in dcr basalen Partie und im Pterostigma schwach

Fig. 18. Teloganodes tristis Hag. (Coll. Ulmer, Dansalan),

Beine des cT ; A. Yorder- bein; B. Hinterbein;

C. Ilindertarsus starker vergrbssert.

braunlich, nach dem Apikal- rande und besondei's nach dcin Hinterrande hin sehr undeutlich; im Costalraume befinden sich vor der Bulla, nur ganz mideutliche Spuren von Quenidern, h inter der Bulla etwa 10 deutliche Queradern, von denen die eine oder die andere gegabelt sein kann (Fig. 19) ,

Fig. 19 Teloganodes tristis Hag. (Coll. Ulmer, Dansalan), Fliigel des cf ; der eine Hin- terfliigel starker vergrdasert.

Ulmer : Ephemeropteren.

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Der Hinterfliigel (Fig. 19), dessen Costal vor- sprung gross uiul abgestumpft dreieckig ist (mmnchmal ist die Spitze umgcklappt), enthiilt im Subcostalrauine etwa 3 bis G Queradern; die grosse Sektorgabel umschliesst (ibei den mir vorliegeiulen Bxemplaren stets) eine lange Zwischenrauinader. Gcnitaliiisse und Penis (Fig. 20, 21) sind hcllgelblich ; Basalglied der Gcnitalfiisse ziemlich kraftig, apikalwarts etvvas verschmalert, etwa so lang wie Glied und 111 zusammen; Glied II schlanker (und kiirzer) als Glied I, Glied 111 sehr kurz, langlicli cifor- mig; die Penisloben sind eng aneinander

Fig. 21. Teloganodes tristti Hag. (Coll. Ulmer, Dansalan),Genitalanhiinge ties </ , lateral.

Sternit (Fig. 20) hat stark vorspringende Hinterecken.

Fig. 20, Teloganodes tristis Hag. (Coll. Ulmer, Dansalanj, Genitalanh&nge des cf , ventral.

gepresst und bilden zusammen einen schlanken, etwa lanzettfor- migen Korper. Das X. St emit (Fig. 20) ist kurz, in der Mitte des Hinterrandes ntndlich vorgezogen, die Seitenteile des Hinterrandes sind schwach konkav; das IX.

9 (trocken) : Der gauze Korper pechschwarz oder kolilschwarz, Kopf und Brust glanzend; Ilinterlcib matter, die Gelenke der Segmente und die Un- terflache mehr peehbraun. Schwanzborsten braunlich- oder graulichweiss, anit tiefschwarzen Gclenken. Beinc sehr dunkel, ockerbraun mit pechschwarz ge- mkeht, die Schenkel last ganz schwarz, nur an der Basis und vor deni Apex mit einem ockerbraunen rundlichen Flee^kc und aucli an den Kanten ocker¬ braun durchscheinend ; die Schienen grossenteils ockerbraun, an der Basis und am Apex breit schwarz; die Tarscn ockerbraun, aber breit schwarz geringelt. Fliigel stark durchscheinend (fast durchsichtig) sehr schwach hell rauchgrau getont, Langsadem kraftig, Queradern schwach; die Liingsadern (ausser an der Fliigel wurzel, wo sie pechfarben sind), die Hander der Fliigel und in geringerem Grade die Queradern der Pterostigma-Region des Vorderflugels sind schwarz, die iibrigen Queradern des* Vorderflugels wenig dunkler als die Membran; im Costalraume vor der Bulla koine, hinter ihr im Pterostigma etwa 9 Queradern, die meist einfach sind, von doncn aber auch die eine oder anderc gegabelt sein kann. Der Hinterfliigel (Fig. 19) hat einen sehr deutlichen dreicckigen Costalvorsprung, der Sektor ist oft gegabelt.

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Treubia Vol. VI, 1.

Subimago (trocken) : Kopf und Brust dunkel ockerbraun oder pcchbraun, das' Mesonotum holler als das Pronotum; Hintcrloib oben grossenteils dunkel- pechbraun, die Gelenke der Scgniente und die gauze Unterflache des Korpers heller, etwa ockerbraun (matt). Sehwanzborsten hell sepiagrau, mit scliwar- zen Gelenken. Beine hell, matt dottergelb, gcmischt mit pcchfarben ; die Basis und ein Band oder Fleck vor dem Apex der Vorderschiene, ferner die End- glieder, Krallcn und apikalen Hander der andern Glieder an alien Tarsen, und endlich alle Schcnkcl in grosser Ausdehnung (s.o., Q ) pechbraun. Fliigel durehscheinend, talkartig, von kraftig sepiabraun iibergehend in russchwarz; Aderung manchmal von gleicher Farbung, aber manchmal sind vicle Langs- adern schwarz; im Costalraume des Vordcrfliigels etwa 9 fast gerade einfache Queradern in einiger Entfernung von der Bulla im Pterostigma; die Quer- adern im ganzen deutlicher als bei der Imago.

Augen im Leben schwarz.

Subimago (in Spiritus) : ahnlich wie vorher, im ganzen etwas heller.

Korpcrlange 5 bis 6 mm; Lange des Vorderfliigels: 7 8 y2 mm, Fliigel- spannung also etwa 15- 18 mm; Schwanzborsten : iiber 15 mm.

Material: IQ, 5 cf Subim., Philippines Dansalan (Mindanao), 11. II. 1915, resp. Burancu (Leyte), 30. I. 1915, Boettger leg., in meiner Sammlung; doit ferner 3 cf und 10 Subim. (in Spiritus), Dansalan, 7. I. 1915, 5. II. 1915, 12. II. 1915, 16. II. 1915, resp. Burancu (Leyte), 30. IV. 1915, Boettger leg.; ferner 1 Subim. Q (in Spiritus), Java. No. 2174, E. Jacobson log.

Heimat: Java, Philippinen, Ceylon.

Familie Caenidae.

11. Caenis nigropunctata Klap.

Caenis nigropunctata Klapalek, Mitt. Naturh. Mus. Hamburg. XXII. 1905. p. 104; Ulmer, Not. Leyden Mus. XXXV. 1913. p. 106, f. 7.

o' (in Spiritus) : Kopf dunkler als Brust, braun, schwarzlichgrau iiber- tuscht ; Fuhler weisslieh, aber die zwei basalcn Glieder gelb, dunkel graubraun iibcrtuscht; das zweite Glied endigt knopfforinig. Pronotum heller als Me¬ sonotum, gelb, schwach grauschwarzlich iibeituscht, der Hinterrand, cine mittlere, an den Hinterrand anschliessende Zone- und einige kleinere Parlien an den Seiten und in der Mitte des Vorderrandes ganz dunkel (schwarz die Hander, grauschwarzlich die Flecke) ; Mesonotum und Metanotum gelbbraun oder hcllbraun, die Nahtc schwarzlich. Hinterleib gelblich weiss, aber alle Tergite sind grauschwarz iibcrtuscht, so dass nur die Gelenke, schmale Vorderrandsaume, schmale Seitenpartien und eine Mittellinie (iiber dem Hiickengef^ss) hell bleiben ; die Unterflache des Hinterleibefe ist meist ganz hell, doch konnen auch schwarzgraue Querbinden auf

Ulmer : Eplicmeropteren. 47

jcdem Segment auftreten; diese Querbinden erreichen dann jederseits beinahe die Seitenlinie und fiillen etwa das mittlere Drittel auf jedem Sternit; die beiden letzten Segmente (oben wie unten) sind meist dunkler als die vorhergehenden, gclb, oft grauachwarzlich ubertuscht; auf der Seiten- linio hat jedes Segment am Stigma einen schwarzlichen odcr grauschwarz- lichen langlichen Fleck, der oft sehr auffiillig ist. Schwanzborsten weiss, un- geringelt. Vorderbeine graubraunlich oder hell (schwarzlich-)grau, der Schenkel auf der Obcrkantc dunkler, vor dem Apex grauschwarzlich geringelt. ; hintere Beine heller als Vorderbeine, besonders die Schienen und Tarsen; die Sehcnkel vor dem Apex ebenfalls’ mit eincm grauschwarzlichen Flecke. Die Vorderbeine zeigen ein normales Langenverhaltnis der Glieder; der Sehcnkel ist kaum halb so lung wie die Schiene (diese also verhaltnismassig lang), Schiene etwa l1/* mal so lang wie der Tarsus. Fliigel ziemlich breit eiformig, fast durchsichtig, kaum graulich getbnt, nur der Costalrauni und der Sub- costalraum sind schwach braunlich; Adem iiber weissem Untergrunde (bei Lupenbetrachtung) braungrau, Subcosta und Radius tiefdunkelgraubraun ; in durchfallendcm Lichte sind die Adern weisslich, nur die genannten beiden dunkler, graubraun; Queradern nur in durchfaUendcm Lichte erkennbar. Die Genitalfusse sind grauweisslich bis grauschwarzlich, langer als der Penis, die Spitze abgesetzt und sehr scharf; Penis augenscheinlich ohne Seitenloben.

(trocken) : Kopf braunschwarz ubertuscht; Fiihler weisslich, die 2 basalen Glieder gelblich, graubraunlich ubertuscht. Pronotiun gelblich, schwach grauschwarzlich ubertuscht, mit cinzelnen schwarzlichen kleinen Flecken und die Rander gleichfalls schwarzlich. Mesonotum und Metanotum braunlichgclb, mit schwarzlichen Nahten. Hinterleib gelblichweiss, die ersten 5 oder 6 Tergite grauschwarzlich ubertuscht, die Sternito und die letzten Tergi- to ganz hell; auf der Seitenlinie ist jedes Stigma durch einen deutlichen schwarzen Punkt gekennzeichnet (1). Schwanzborsten weiss, ungeringelt, un- behaart. Vorderbeine graulichgelb, Schenkel grauschwarzlich ubertuscht, be¬ sonders nach dem Apex hin; hintere Beine gelbweisslich oder grauweisslich, auf der Oberkante der Schenkel mit einem grauschwarzlichen Striche, der vor dem Knie stark verbreitert ist. Fliigel ziemlich breit, eiformig, fast durch¬ sichtig, kaum graulich getbnt, Costalrauni und Subcostalraum kaum dunkler, schwach dunkelviolett getbnt; die Adern weisslich, nur Subcosta und Radius grauschwarzlich. Die Genitalanhange sind anscheinend ahnlich wie bei C. halterata Fbr. geformt; Genitalfusse grauweisslich.

9 (trocken) : Der Korper hell strohgelb, Kopf und Pronotum rauli, dunkelbraun getuscht, aiber die dunklen Stcllen sind mit kleinen hellen rund- lichcn Punkten wie bespritzt; die vorspringenden Kanten an den Brustseitcn

(1) Diese schwarzen Punkte fehlen den Exemplaren von den Philippines

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Treubia Vol. VI, 1.

sind fast schwarz. Fuhler strohgelb, am Grunde braunlich, das zweite Glied am Apex dunkelbraun gerandet. Hinterleibstergite I bis V am Ilinterrande selmial schwarzbraun gesaumt, an den Stigmen des Hinterleibcs auffallige schwarze Flccke. Schwanzborsten kreideweiss, lang behaart. Vorderbeinc gelbbraun, die Dorsalkante des Sehenkcls mit einem schwarzen Streifen, der an beiden Enden broiler ist ; aueh die Dorsalkante der Schiene ist dunkler ; hintere Beine fast kreideweiss, nur der Riicken der Schenkel ist etwas gelblich und oberhalb des Ivnies ist ein ziemlich grosser schwarzer Fleck. Fliigel etwas durchscheinend, weisslich, Subcosta und Radius fast schwarz, auffallend stark, der Subcostalraum braunlich.

Korperlange 2*/2 3 nun (3), 3 mm oder etwas mehr (9) * Lange dcs Fliigels: 2 y2 mm (3), 2y2 2% mm (9); Fliigelspannung also etwa 5 y2 6 mm; Schwanzborsten: 11 nun (cf).

Material : 1 3 , Preanger, Java, im Museum Berlin. Zahlreiche 9 Subim. 9 , Bnitenzorg, Java, K. Kraepeltn leg. 24. II. bis 12. III. 1904, im Museum Hamburg (Typen). In meiner Sammlung 1 3 und mehrere 9 in Spiritus, Wonosobo, Mai 1909, No. 1198; Semarang Febr. 1910, No. 1540, 1541; Semarang, August 1910, No. 3136, alles von Java, B. Jacobson leg.; femer 25 (meist 3 ), Bangai, Luzon, I. 1918, Boettger leg. In Coll. Jacobson etwa 20 3 9 (*n Spiritus), Fort de Kock, XI, 1913, No. 12.92., Sumatra, Jacobson leg.; ferner 7 3 9 > ib., Januar 1921; ferner 10 3 , ib., 920 m, Marz 1921, No. 12.95; ferner zahlr. 3 , Kalung (Kamang), Sumatra, XII. 1913; alles in Spiritus, Jacobson leg. Im Museum Buitenzorg 3 0n ritus), Buitenzorg, Java, 17, 1. 1922, Karny leg.; 3 3 , Wailima, Lampongs, S. Sumatra, 26. XI. 1921, Lichtfang im Urwald, No. 199, Karny leg.; 1 9 Tjibodasr, Java, 1500 m, 29. VIII. 1921, Lichtfang im Zimmer, No. 464, Karny leg.; 1 o , Buitenzorg, 11. X. 1921, Karny leg.; sehr zahlreiche Excm- plare, meist 3 > ibid., 13. III. 1921, Karny leg.

Heianat: Java, Sumatra, Philippinen.

N.B. Die Beschreibung welche Needham (Rec. Indian Mus. III. 1909, p. 191, t. 20, f. 7) von Caenis perpusilla Walk, gibt, passt auch auf C. nigro- punctata Klap. ; sein Material stammte von Bengalen, die Walker ’sche Tyjxi von Ceylon.

12. Caenodes philippinensis n. sp.

(trocken) : Kopf stets dunkler als die Brust, dunkelbraun, stark schwarzlich ubeituschtf Pronotum etwas dunkler als das Mesonotum, gelbbraun, die Rander schwarz; Mesonotum und Metanotum ebenfalls gelbbraun, die

Ulmer : Ephemeropteren.

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Nahte und Hinterrander fein schwarzlich ; Unterflache der Brust braunlichgelb. HinterleiJ) oben braunlichgelb, die Mittellinie fein schwarz und die Segmente iiberall, besonders nach den Hint errand ern hin, grauschwarzlich iibertuscht, so dass der Hintcrleib dunkler aussieht als* die Brust; Unterflache des llinter- leibes unrein braunlichgelb, die letzten Segmente dunkler. Schwanzborsten weisslich, ungeringelt, am Apex mit einigen Harchen. Vorderbeine mit grau- braunen Sclienkeln, schwach gelblich durchscheinend, und mit helleren braun- lichgrauen Schienen und noch helleren braunlichweissen Tarsen; alle Gelenke dunkel, besonders das Kniegelenk; die hinteren Beine ahnlich den Vorderbeinen gefiirbt, manchmal etwas heller, die Schenkel etwas starker gelblich durch¬ scheinend, die Tarsalgelenke nicht dunkler. Fliigel fast durchsichtig, farblos, die Adern dunkclbraunviolett, Costa, Subcosta und Radius kraftig, Costal- und Subcostalraum nur ganz wenig violettbraun getont; in durchfallendem Lichte erscheinen die Adern, mit Ausnahme der drei ersten Langsadern, weiss- lich. Die Genitalanhange sind ahnlich wie bei Caenis halterata Steph. ge- staltet, auch die Abgrenzung der helleren und dunkleren Zonen auf dem letzten Sternit wie dort ; doch scheinen die Genitalfiisse verhaltnismassig langer zu sein.

Korperlange: 2 mm; Lange des Vorderflugels: 2 mm; Flugelspannung also etwa 4 y2 mm. Schwanzborsten etwa 6 mm.

Material : 16 cf , (trocken und in Spiritus)

Bilaran, Philippinen, 21. X. 1915, Boettger leg.,

Ris ded., in meiner Sammlung.

Heimat : Philippinen.

N.B. Die Gattung Caenodes Ulm., die sich hauptsiichlich durch die sehr kurzen Vorder- schienen des von Caenis unterscheidet, ist in einer Arbeit uber Sudan-Ephemeropteren be- schrieben. Bei Caenodes philippinen sis ist die Schienc des Vorderbeines etwa l1/* mal so lang wie der Schenkel, der Tarsus ganz wenig langer als der Schenkel ; von den Tai’salgliedern ist das zweite weitaus das langste, fast % so lang wie die Schiene, Glied III ist etwa lang wie II,

Glicd IV, V und I nehmen in dieser Reihenfolgc allmahlich an Lange ab (Fig. 22 A). Am Hinter-

beine (Fig. 22 B) ist die Schiene nur wenig langer pig. 22. Oacnodc* phUippinensis als der Schenkel, der Tarsus etwa y2 so lang wie Ulm. (Coll. Ulmer), Beine

die Schiene; die Tarsalglicder nehmen in der des ^ ; A. \ordeibein;

Reihenfolge I (etwa gleich) V, IV, II, HI an B* Ilinle,bom-

ljiinge ab; Glicd II und III sind sehr kurz (und nicht ganz deutlich getrennt?).

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Treubia Vol. VI, 1.

13. Tricorythus Jacobsoni Ulm.

Tricorythus Jacobsoni Ulmer, Not. Leyden Mus. XXXV. 1913. p. 105, f. 5, 6.

cf (in Spiritns) : Kopf und Pronotum grauschwarzlich, Mesonotum gelb- braun, die Mittc und die Niihte dunkler braun, der Apex grauschwarzlich xiberhaucht; Metanotum und die Unterflache der ganzen Brust gelbbraunlich. Hinterleib hellgrau, die Seitenlinie und auf den Tergiten breite Hinterrand- saume, die aber nicht bis1 zur Seitenlinie reiehen, grauschwarzlich. Schwanz- borsten grauweisslieh, an den Gelenken schwarzlich gcringelt ; von jelem dunklen A rt ikul at ion sringe, der an den basalen Gliedern nicht vollig geschlossen ist, gehen an den Kanten feine schwarzliche Linien distalwarts; die beiden letzten Drittel der Schwanzborsten zeigen Ringelung und Kantenlinien weniger deutlich und diese Kantenlinien sind auf dem basalen Teil jedes Gliedes im ganzen dunkler als auf deni apikalen Teile. Heine graugelblich, die Schenkel grauschwarzlich xiberhaucht. Fliigel matt, durchscheinend, dunkelgrau mit schwach violettsehwarzlichem Tone, Costalraum und Basis des Subcostalraumes dunkler, schwarzlichgrau ; Langsadern mit blossem Auge liber weissem Unter- grunde gerade noch sichtbar, alle Adern deutlich bei Lupenbetrachtung und in durehfallendem Lichte; Adem schwarzlichgrau, uber weissem Untergrunde vsind einige der starkeren Adern (Media und Analader I) dunkelgraubraun, Subcosta und Radius noch dunkler als die anderen; die Zahl der Queradem ist verhaltnismassig gross, vielleicht grosser als bei irgend einer anderen Art der Gattung; im Costalraume cine Anzahl undcutlicher Adern; der untere und

der obere Cubitus- Ast bilden cine lange Gabel, die Zwischenraumader ist mit beiden Astern durch Queradem verbunden; im Analraume sind die beiden Zwischenraumadem wie bei T. longus Ulm., auch die Fliigelform ist breit wie bei dicser Art. Die Genitalfusse (Fig. 23, 24) sind schwarz¬ lichgrau, zweigliederig, das erste Glied fast so lang und etwas heller als das zweite, an der Basis aussen und unten verschmalert ; das zweite Glied ist in Lateralansicht (Fig. 24) apikalwarts ver¬ schmalert, in Ventralansicht (Fig. 23) am Apex wiodcr etwas verdickt; der Penis (*) ist schmal, stabchenformig (ventral, Fig. 23), in Lateralan¬ sicht (Fig. 24) aufwarts gebogen, apikalwarts schwach kculenformig verdickt und an der dorsa- len Kante vor dem Apex spitz ausgeschnitten.

(1) Die Type, die mir noch vorliegt, zeigt die Genitalanhjinge in unnatiirlicher Lage, und ihr fehlt dor Penis; die Genitalfusse der Type sind ganz nach vorn unter den Bauch zuriickgeschlagen; der zapfenformige Anhang, den ich 1913 (l.c. /. 6) zeichnete, ist wahrscheinlich der herausgezerrte Ventralbogen des X. Tergits.

Fig. 23. Tricorythus Jacobsoni Ulm. (Museum Buitenzorg), Genitalanhange des cf, ventral.

Ulmer : Ephemer opt even.

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9 (in Spiritus) : Im ganzcn dunkler als das (etwa wie eine Stuben- fliege, Musca domestica, aussehend) ; die Farbung von Kopf und Pronotum mehr schwarzlich (auf letzterem liber dunkelbraunem Grunde), Mesonotum dunkelbraun, in der Mitte schwarzbraun, Hinterleib dun- kelgraugelb, die schwarzlichen Hinterrandsaume erreichen auf alien Tergiten die Seitenlinie; die Schwanzborsten grauweiss- lich, die schwarzliche Ringe- lung mehr verwischt, die letztc Halfte der Schwanzborsten hellgrau ohne schwarzliche Ringelung; Beine auf braun- lichem Untertone schwarzlich iibertuscht, nur das apikale Ende der Schienen und die Tarsen reiner, mehr braunlichgelb, bei durchfallendeni Lichte gelblicli. Fliigel etwas dunkler als beim <S , so dass der Costalraum nur sehr wenig starker get out erscheint als die Flache; die Langsadem liber weissem Untergrunde deutlich sichtbar, braunschwarz ; Form und Aderung der Fliigel wie beim cT, Das letzte Sternit ist wcit vorgezogen, auf der Dorsalflache schlisselformig ausgehbhlt, apikalwarts zu einer stumpfen Spitze verschmalert.

9 (trocken) : Dem 9 Spiritus sehr ahnlich; die Grundfarbung des Pronotum heller, mehr dunkelgraugelb, aber so, dass* sie von dem schwarz- lichen Tone mehr oder weniger verdeckt ist; Unterseite des Hinterleibes mit graugrliner oder unrein gelbbraunlicher, durch schwa rzlichgraue Schatten ubertonter Grundfarbung; die Schwanzborsten kaum dunkler geringelt. oder ganz ungeringelt; das vorgezogene letztc Sternit hat seine Seiteenrander manchmal nacli unten umgeklappt, so dass* sein Apex dann noch schmaler erscheint als bei Spiritus-Exemplaren.

Subimago ( 9 in Spiritus) : Dem 9 in Spiritus sehr ahnlich, die Farbung des Korpers wie dort, doch erreichen die schwarzlichen Hinterrandsaume die Seitenlinie nicht; Fliigel matter, mit mehr braunschwarzlicher Farbung; Vorderschenkel nur an den Kanten schwarzlich.

Korperliinge: fast 4y2 5 mm (c? 9); Lange des Vorderflligels: 5y2 mm (cT)’ ® mm(9)> Flugclspannung also etwa 1D/2 nim (cT)> 13 mm (9) ; Schwanz¬ borsten: 14 15 mm etwa 5 mm (9).

Material: 1 g y Wonosobo, Java, Mai 1909, E. Jacobson leg.; 3 9 > Java, uml 1 Subim., \\ onosobo, Mai 1909, E. Jacobson leg., allc in Spiritus, in meiner

Fig. 24. Trieorythus Ja obsoni Ulm. (Museum Buitenzorg), Genitalanhiinge des cf , lateral.

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Treubia Vol. VI, 1.

Sammlung; dort fcrner 15 9 (trocken und in Spiritus iibertragen), Bombong, Luzon, 22. V. 1916, Boettger leg. Im Museum Wien 4 9 > Ceylon, Peradeniya, „zur Lampe 7. XI. 1901, Dr. Uzel leg. In Coll. Jacobson 5 9 und Subim., Baiun (Muara Labu), Sumatra, VI. 1914, Jacobson leg., in Spiritus. Im Mu¬ seum Buitenzorg 3 o" 9 (in Spiritus), Sindanglaja, Java, 6. VII. 1920, Dammerman leg., 1 9 > Buitenzorg, Java, II. 1921 (in Spiritus).

Hcimat : Java, Ceylon, Sumatra, Philippinen.

Familie Baetidae.

14. Baetis javanica Ulm.

Baetis javanicus Ulmer, Not. Lejxlen Mus. XXXV. 1913, p. 110, f. 8, 9.

d (in Spiritus): Kopf hellbraunlich ; oberer Abschnitt der Augen braunlichgrau, unterer schwarz; Pronotuin braungelb, liier und da dunkler, der Hinterrand sclnnal braunschwarzlich ; Mesonotum dunkelbraun, die Rander der Chitinstiicke dunkler, die Seiten und die hintere Partie heller, gelblich; die Mittelnaht und jederseits davon eine feine parallele Langslinie gelblich; Metanotum dunkelbraun. Unterflache des Mesothorax mehr rotlich. Am Ilinterleibe sind die Tergite I bis IV durchscheinend weiss, die Hin- terrander braunsehwarz, die Seitenrander (auf der Seitcnlinie) dunkelbraun; auf Tergit II ist die dunkle Fiirbung vom Hinterrande her weit nach vom, bis iiber die Mitte hinaus, ausgebreitet ; Tergit V bis VII weinrot, mit braun- schwarzen Hinterrandern und dunkelbraunen Seitenrandcrn ; Tergite VIII und IX glanzend schwarz, Tergit X hellgelb, mit dunklerem Hinterrande. Un- tcrflache des llinterleibes ganz ahnlich gefarbt wie die Oberflache, doch sind die Rander von Segment I bis IV nur rotlich, auf Segment 11 fehlt die dunkle Farbung ; Sternit VIII zeigt auf dem schwarzen Grunde eine sehr auffalligc gelbweisse Langslinic und Sternit IX einen dreieckigen gelbweissen Fleck am Vorderrande (x). Schwanzborsten gi’aubraun die Gelenke ctvvas dunkler. Vorderbeine mit dunkelgraubraunen Schenkeln, schwarzlichen Schienen und grauschwarzen Tarsen; Mittel- und Hinterbeine mit graugelben Schenkeln, schwarzlichen Schienen und graubraunen Tarsen, also heller als die Vorder¬ beine; Schenkel der Mittel- und Hinterbeine in der Mitte und am Apex rot- braun. Vorderfliigel fast farblos, sehr schwach brauidich, durchsichtig, aber die Flilgelwurzel, der Costalraum in seinem letzten Drittel und der Subcos- talraum in seiner ganzen Ausdehnung braun, hell umbrafarben; die Adern sind ziemlich kraftig, braun (hell umbrafarben), liber weissem Untergrunde mit blossem Auge erkennbar; im Costalraume vor der Bulla keine Queradern, dann von der Mitte an 2 bis 3 schwache, gerade, und im Pterostigma dickere zahlreiche, etwa 14, Queradern, die *z. T. regelmassig verlaufen, z. T. abgckurzt

(1) Diese Zeichnung auf Segment VIII und IX ist jetzt sehr schwach; die Farben sind tiberhaupt seit 1912 im ganzen etwas verblasst.

Ulmer : Ephemer opt even.

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Oder gegabelt sind imd von denen manchmal einige, die anscheinend aus zvvei nahe zusammengeriickten Adern bestehen, sehr verdickt sind; die unverbun- denen Zwischenraumadern am Aussenrande sind lang. Hinterfliigel farblos, durchsichtig, schmal, mit nur zwei Langsadern, ohne Queradern, etwa wie bei B. scambus Etn. Genital- fiisse (Fig. 25) graubraun, die 2 letzten Glieder heller; Glied I etwas langer als breit (scheinbar geteilt), mit vorspringender stnmpfer Innenecke;

Glied II etwa ebenso lang wie I, am Innenrande stark konvex, am Apex viel schmaler als an der Basis; Glied III etwas langer als I und II zusam- men, apikalwarts etwas verdiekt; Glied IV sehr kurz, etwa herzformig, apikalwarts bedeutend breitefcr, am Apikalrando schwach ausgeschnitten.

9 (trocken) : Korper im ganzen dunkler;

Kopf und Pronotum braun, letzteres mit dunk- lerem Hinterrandsaum ; Mesonotum und Metano- tum pechbraun; Unterflache dcr Brust gelbbraun.

Die rotliche Grundfarbe der Hinterleibstergite ist durch schwarze Farbung fast ganz verdeekt ; Un¬ terflache des* Hinterleibes rotlichgrau. Schwanz- borsten an der Basis (mit Ausnahme der ersten zwei helleren, mehr rotlichen, Glieder) schwarzlich, nach der Mitte bin dunkelbraun und nach dem Apex hin gelbbraun oder graubraunlich werdend, die Gelenke uiuleutlich dunkler geringelt. Beine iihnlich wie beim cT , ebenso die Flxigel, wo aber die braune Farbung der ersten zwei Zwischenraume und der Adem dunkler (umbrabraun) ist; im Costalraume finden sieh in der Pterostigma-Region etwa 20 22, z. T. sehr unrcgelmassige Queradern.

Subimago 9 > in Spiritus) : Almlich der Imago, Segment III bis VII braunlichgelb durchscheinend ; Fliigel graubraunlich, Adern braun.

Korperlange: 9 mm (cf), oy2 mm (Q, geschrumpft) ; Liingc des Vorder- flugels: 9 mm (cf), 8 nun (9); Flugelspannung also etwa 20 mm (<f ), 19 mm ,(9); Schwanzborsten : etwa 19 mm (9)*

Material: 1 ,2 Subimagines (in Spiritus), Gunung Gedeh, Marz 1911, No. 2174; ferner 1 q (trocken), No. 3121, Gunung Ungaran, Okt. 1910, E. Jacobson leg., in meiner Sammlung.

Heimat: Java.

15. Cloeon virens Klai\

Cloeon virens Klapalek, Alitt. Naturh. Mus. Hamburg. XXII. 1905, p. 106; Ulmer, Not. Leaden Mus, XXXV. 1913, p. 112.

Fig. 25. Baetis javanica Ulm. (Coll. Ulmsk, Type), Genitaianhange des <3*, ventral.

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Treubia Vol. VI, 1.

Cloeon viridis (Schreibfchlcr) Ulmer, Ark. f. Zoologi. 1916. p. 17.

Imago (lebernl) : Korper hell grasgriin, Hinterleib und Brust mehr gelb- lichgriin ; Vorderrand des Fliigcls gelblichgriin.

^ (in Spirit us) : Die Turbanaugen sind auf der facettierten Kuppe

isabellfarben bis hell umbra- braun, das Basalstiick mehr gelblich; die Gestalt der Tur- •l>anaugcn (Fig. 2G) ist etwa pilzformig, da die Kuppe die Seitenflachen des Basalstiickes weit iiberragt; das Basalstiick ist kurz, an der Basis etwas breiter als am Apex; Seiten- auge braunschwarz bis schwarz. Ozellen dunkelbraun bis schwarzbraun umrandet; die bciden ersten Fuhlerglieder

Fig. 26. Oloeon virens Klap. (Coll. Ulmer, Java), A. Kopf des cf, lateral; B. Turban- augen, von vorne.

nur sehmal braun am Apex. Kopf oben gelb- lich. Brust oben umbrabraun bis russbraun, die Niihte fein dunkler, unten im ganzen heller braun. Hinterleib auf Segment II bis VII durchscheinend weisslieh (gelblieh- oder graulich weiss), ohne Zeichnung, nur die Hin- terrander der Tergite manchmal etwas dunkler (graubraunlich) ; die letzten 3 Seg- mente nicht durchscheinend, etwa von der Farbung der Turbanaugen (isabellfarben oder hell umbrabraun) ; die Seitenlinie zeigt auf alien Segmenten einen feinen schwiirz- liehcn Langsstrich; diese Langsstriche kon- nen sieh als ununterbroehene, schwach wel- lcnformig verlaufende Linie an dem ganzen Hinterleibe hinziehen, konnen aber auch seg- mentweise von einander gctrennt sein und haben dann cine S-formig gel>ogene Form. Schwanzborsten weiss, nur an der Basis undeutlieh graulich (xler hellgraubraunlich geringelt. Bcine (Fig. 27) hellgrau bis hellgraubraunlich, im durchfallenden Lichte graugelblieh. Fliigel farblos, durchsichtig, Costal- und Subcostal raum in durchfallen- dem Lichte matt (was auf Farbungsver- losehung durcli den*Spiritus hindeutet), die

Fig. 27. OMon virens Klap. (Coll.

Ulmer, Java), Beine des cf ;

A. Vorderbein; B. die beiden letzten Glieder des Vordertarsus, starker vergrossert; C. Hinterbein;

D. Tibie und Tarsus des Hinter* beines, starker vergrossert.

Ulmer : Ephemeroptercn.

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Adem weisslich, auf wcisscm Untergrunde crscheinen die starkeren Langsadem schwach, hellgraubraunlich ; Costalraum vor der Bulla ohne Queradem, in dcr Pterostigma-Region mit 2 bis 3 (ganz seltcn mit 4) Queradem, die einfach sind, schrage liegen und von dencn die eine odcr andcrc abgekiirzt sein kann; die grosse Querader nicht dunkler gefiinbt. Die Genitalfiisse sind weisslich ; ieh finde keinen Untcrschied gegen Cl. marcjinale Hag. (und Cl. dipterum L.) ; auch der zugespitzte Fortsatz zwischen den Genitalfiissen ist vorhanden.

Q (troeken) : Kopf ol>en gelbbraun, zwischen den Augen mit dunklerer Querlinie, die Ozellen dunkelbraun bis* braunschwarz umrandet, die Augen aussen dunkelbraun, innen schwarzbraun ; die Fiihlergeissel hell smaragdgriin (nach Klapalek, 1. c. ; die Tvpen zeigen jetzt, 1917, diese Farbung der Fuhler¬ geissel nicht mehr rein) ; Brust oben hell ockergelblich, an den Seiten bei ge- wisser Beleuchtung mit schwach griinlichgelbem Tone, unten hell ockergelb¬ lich. Hinterleib oben dunkler als die Brust, gelbbraun bis hell russbraun ; bei Lupenbetrachtung ist die Grundfarbe gelbbraunlich, die Hinterrandcr der Tergite sind dann ziemlich breit braun gesaumt ; Unterflache das Hinterleibes ockergelblich, ahnlich wie die Brust, die hintercn Segmentrander kaum dunkler; die Stigmen auf der Seitenlinie durch schwarze Punkte gekennzeichnet ; sonstige Zeichnungen nicht vorhanden. (Schwanzborsten fehlend.) Beine gelb, Schenkelringe, Schienen und Tarsen griin (ein rcines Griin zeigen die Typen nicht mehr alle). PHiigel farblos, irisierend, durchsichtig, Costal- und Subcostalraum in der basalcn Ilalfte gelblicli, in der apikalen deutlich smaragd- griin ; Adern bei durchfallcndem wie auffallendem Lichte dunkel, etwa um- brabraun, nur die Adern des Costal- und Subcost alnaumes sind gelblicli resp. griin. Im Costalraume vor der Bulla keine, in der Pterostigma-Region 2 bis 3 einfache Queradem, die fast gerade stehen.

9 (in Spiritus) : Ahnlich wie die trockenen Exemplare gefarbt, also ohne Zeichnung auf dem Hinterleibc; die Farben aber alle heller (verblasst), Kopf und Hinterleib hellgelblich, Brust sehr hell gelbbraunlich. Schwanzborsten weisslich, mit dunkelbraunen feinen Ringeln in der basalen Partie. Beine und Fliigel wie beim Spiritus- cT gefarbt.

Subimago {tf, in Spiritus): Ahnlich dem cT in Spiritus, die Fliigel graulich getriibt, Adern weisslich, Hinterleib auf den mittleren Segmenten nicht durehsclieincnd, gleichmassig hell graugelb, auf der Unterflache heller als auf der Oberflache gefarbt; Beine sehr hell, gelblichweiss oder weisslich.

Subimago (9, troeken): Korper ahnlich gefarbt wie bei der Imago, Fliigel graulich getriibt, der Costal- und Subcostalraum dunkler, unrein gelblicli gefarbt, manchmal mit sehr schwacher griinlicher Tonung.

Korperlange: 4 mm ^)y 3—4 mm (9 ); LSnge des Vorderfliigels : 4 4t/2 mm (cT ,9);F1ugelspannung also etwa 9—10 nun ); Schwanzborsten etwa 12 mm (cf ).

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Treubia Vol. VI, 1.

Material : Ich sah die Typen Klapalek von Java, 2 9 Borobudur, 17. III. 1904, und melirere Subimag. Q Buitenzorg, 24. II. 12. III. 1904, Kraepelin leg., im Museum Hamburg. In meiner Sammlung melirere cf , 9 und Subim. a us Java, Jacobson leg., Semarang Sept., Nov., Dez. 1909, Januar, Febr., Marz 1910; Gunung Ungaran Dez. 1909; Batavia, Marz 1908; Wonosobo, Mai 1909. In Coll. Jacobson 6 9 Subim. (in Spiritus), Fort de Kock, Sumatra, X. 1913, No. 12.94, Jacobson leg. (,,Farbe hellgTuns,pan,,) ; 1 9, ib., X. 1913, No. 12.93 (in Spiritus), Jacobson leg. („Farbe hellgrun”). Im Museum Buitenzorg folgendes, in Spiritus, von Karny gesammelt : 6 Subim., Wai Lima, Lampongs S. Sumatra, 3. XII. 1921, Lichtfang im Ilause, No. 290; etwa 20 Subim., ib., 1. XII. No. 260; 4 , Buitenzorg, Java, 17. I. 1922; zahlreiche cT 9> ib.,

23. I. 1921; 2 9> ib*, 19* I* 1922; zahlreiche Subim. cf 9, Buitenzorg, 25. I. 1921; mehrere Subim. cf 9 > ib., IV. 1921; mehrere Subim. cf 9 ib., II. 1921 ; 1 9 , Depok, 13. IT. 1921, Java, „am Urwaldrand auf Gebusch, Korpcr und Vorderrand der Vorderfliigel im Leben lebhaft hellgrun”, Karny; 1 Subim. 9, Buitenzorg, 27. ITT. 1921, Siebers leg.; mehrere Subim. cT,9 > ibid., 16. II. 1921, Karny leg.; dsgl. 4. IT. 1921; 1 9, ibid., 11. IV. 1921, Siebers leg.; mehrere Subim. rf 9 , ibid., 4. III. 1921, Karny leg.

Heimat: Java, Sumatra.

N.B. Die in Ent. Mitt. I. 1912, p. 369 von mir fur Formosa angegebenen Stiicke gehoren zu Cl. marginale Hag. Ausserhalb des Gebietes kommt CL virens noch in Australien vor in Spiritus, Museum Stockholm).

16. Cloeon marginale Hag.

Cloe marginalis Hagen, Verh. Zool. bot. Ges. VIII. 1858. p. 477.

I. 1912. p. 369; Ulmer, Not. Leyden Mus. XXXV. 1913. p. 115; Lestage, Ann.

Cloeon marginale Eaton, Rev. Monogr. 1885, p. 181 ; Ulmer, Ent. Mitt. Soc. Ent. Belg. LXI. 1921. p. 221.

Clo'con marginata Needham, Ree. Ind. Mus. lil. 1909. p. 191.

Fig. 28. Oloeon marginale Hag. (Coll. Jacobson, Fort de Kock), A. Kopf des cT, lateral;

B. Turbanaugen, von vorne.

cf (in Spiritus) : Kopf und Pronotum hell ockergelbl ich, beide in der Mittelzone (soweit sichtbar) dunkler gezeichnet ; die facettierte Kuppe der Tur¬ banaugen graubraun bis matt ziegelfarbig, das Basalstiick am Apex unter der Kuppe ahnlich gefarbt, weiter basal heller; die Seitenaugen sehwarz, die Ozel- len schwarzlich umsaumt; das Turbanauge (Fig. 28) ist breit

IJlmer : Ephcmer opt even.

57

abgestumpft kcgelformig, niedrig, nur etvva D/k mal so hoch wie das Seiten- auge; die Kuppe uberragt seitlich nicht die Breitc des Basalstiickes ; die beiden ersten Fuhlerglioder sind am Apex nur schinal dun- kel. Mesonotum und Meta- notum gelbbraun. Am Hin- terleib (Fig. 29 A, B) ist Tergit I gelbbraun, Tergit II bis VII sind durch- scheinend weisslich oder ganz schwach gelblich und mit einigen dunklen (pur- purnen bis dunkclgrau- braunen) Fleeken geziert,

Tergit VIII bis X sind nicht durchscheinend, rot- lich oder braunlichgelb bis gelbbraun und manchmal mit Spuren der auf den vorhergehenden Tergiten sieli findenden Dreiek- flecke (vgl. cf trocken!); auf Tergit III und VI findet sieh stets jederseits ein langlicher Fleck, der den Vorderrand nicht er- reicht ; die Ilinterrander

der Tergite I oder II bis VII sind in der Mittelpartie dunkel getuscht; in der Mittellinie findet sieh auf einigen Tergiten manchmal ein Paar feiner Langs- striche; ganz sclten sieht man auf anderen Tergiten als III und VI Andeu- tungen jenes schmalen Dreieckfleckes wie beim getrokneten (s.d. !); die Seitenlinie i.st fein schwarz gezeichnet. Die Unterflache des* Hinterleibes ist ganz ungezeichnct, durchscheinend weisslich, nur die zwei lctzten Sternite sind nicht durchscheinend, graubraunlich gefarbt. Schwanzborsten weisslich, oder grauweisslich, die Kingelung ist dunkelgraubraun, a»ber sehr fein und nur ini basalen Drittel der Schwanzbonsten erkennbar. Beine braunlich weiss bis hell- graubraunlich, die Schienen und Tarsen noch heller. Fliigel farblos, manchmal ausserst schwach graubraunlich getont, die Langsadern iiber weissem Unter- grunde hell graubraunlich, die grosse Querader und die anschliessenden Par- tien der ersten Langsadern bis zur Fliigel wurzel bin dunkler graubraun ; ini Pterostigma 2 bis 3 gerade Queradern, vor der Bulla keine. Genitalfiisse weisslich, sie und der Penis wie bei Cloeon dipterum L. geformt.

Fig. 29. Oloeon marginale Hag., Abdomen; A. cf , dorsal, Spiritus (Coll. Jacobson, Fort de Kock);

B. cf, dorsal, trocken (Coll. Ulmer, Bangai);

C. dorsal, trocken (Coll. Ulmer, Anping); D. lateral, Spiritus (Coll. Ulmer, Java).

58

Treubia Vol. VI, 1.

cf (trocken) : Oberer Absehnitt der Augen braunsohwarz, an don Kanten rotbraun, untercr Absehnitt schwarz. Brust oben dunkelgelbbraun, russbraun odor sehwarzbraun ; Unterseite dor Brust heller. Hinterleibsegmente II bis VII durehscheinend gelblich oder hell graulichgelb, das erste und die 3 letzten Segment c liieht durehscheinend, Segmente VIII und IX wie die Brust gefiirbt, oder bei hcllerer Brust oft dunkler als diese, namlich rotbraun bis dunkelbraun, oder gar rotlieh (matt purpurrot) wie die Figuren auf den vorhergehenden Tergiten; die durchschcinenden Tergite II bis VII sind dunkel gezeichnet, u. z. russbraun oder russgrau oder rotbraunlich bis rotlieh (matt purpurrot) ; die Zeichnungen bestehen aus einem dunklcn Hinterrandsaume, einem an diesem ausgchenden dreieckig zugespitzten Fleeke jederseits, der den Vorder- rand erreieht und auf Tergit II und III, wie auf V und VI oder VI und VIT am deutlichston (*) ist, und aus zwei schwacher ausgepragten abgekurzten Langs- striehen neben der Mittellinic; diese letzteren Striehe finden sich am hau- figsten auf den ersten 2 oder 3 Tergiten, dann wieder auf den mittleren (Fig. 29 C) ; endlieh liegen iiber der Seitenlinie noch abgekiirzte sehwaehe Striehe, besonders auf Tergit II, I IT, V, VI. Die Unterflache des* Hinter- leibes zeigt ausser dunklcn Hinterrandem der Segmente II bis VII und der dunklen Farbung der Segmente VIII und IX keine weitere Zeichnung; Segment X ist im ganzen heller als Segmente IX und VIII ; auf der Seitenlinie hier und da ein dunkler Langsstrieh. Schwanzborsten weisslieh, bis etwa zur Mitte fein rotbraunlich geringelt, u.z. so, dass etwas dunklcrc Ringel mit ganz sehwaehen abwechseln. Vordersehenkel im auffallendcn Lichte hellbraunocker- farben oder hell graubraunlieh, manehmal mit einem dunklen Bande vor dem Apex; Sehiene und Tarsus ziemlich dunkel hern stein fa rben oder wie der Schen- kel hellgraubraunlieh ; hintere Beine kaum heller als die vorderen, oder von einer helleren Bernsteintonung, die Krallen dunkler, die Tarsen manehmal sohwaeh gedunkelt, auf den Sehenkeln manehmal mit einem schwa eh ausge¬ pragten dunklen Punkt oder einer feinen abgekiirzten Langslinie vor dem Apex. Fliigel farblos, durehsiehtig, im Costal- und Subcostal raume manehmal sehr schwaeh bernsteinfarben getont; die grosse Querader naeh der Subeosta bin pechbraun oder rotlieh pechfarben ; die Langsadern hell braunlichberstein- farben, die Queradern weisslieh ; bei sehief durchfallendem Liehte ei*seheinen die Langsadern weisslieh und die Queradern auf der Flache dunkelgrau; im Costalraume keine Queradern vor der Bulla, in der Pterostigma-Region moist 2 bis 3, selten 3 bis 6, von denen dann einige manehmal abgekiirzt sind (1 2 3 *), alle einfaeh und gerade. Genitalfusse weisslieh oder grauweisslieh.

9 (in Spiritus) (8) : Kopf und Bi»ust hellgelbbraun oder hell grau-

(1) Diese Fleeke finden sich manehmal nur auf Tergit III und V, sind auch manehmal kiirzer als gewohnlich.

(2) Nach dem Material von Anping, Formosa, welches ich frliher zu vircus Klap. zahlte.

(3) Im Leben is£ die Farbe des 9 hellgrun und grunlichweiss mit braunem

Rtickenstreif (Jacobson).

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Ulmer : Ephemcropteren .

braunlich, Pronotum und Mesonotum mit schwach dunklerer Mittelzone, diese durch die hclle Mcdianlinie geteilt. Hinterlcib meist heller als* Brust, hell ockergelb, die Tergite IX und X meist dunkler als die anderen, die Tergite I bis VIII mit starker oder schwacher ausgepragtem dunklcren, rotbrauncn Uinterrandsaum, von welchem auf Tergit II bis VIII je zwei graurotliche oder hell rotbraunliche vcrwischte und nicht schr deutliche Flecke von Dreiecksge- stalt (ahnlich wie beim cf ) naeh vorn ziehen; diese Flecke sind auf Tergit II und III und dann wieder auf Tergit V und VI am ausgedehntesten und deut- lichsten, haufig nur durch die hclle Mittellinie von einander getreimt, konnen aiber auch bis auf kaum sichtbare Spuren giinzlich verschwinden ; manehmal zieht sich iiber den Riicken der Segmente ein breites rotbraunes oder rotgraues Band und isoliert davon finden sich dann auf alien Tergiten fiber der Seiten- linie kleine rotbraune Flecke, von denen die auf Tergit III und VI am grossten sind; die Flecke des genannten Riickenbandes enthalten auf jedem Tergit je einen hellen kleinen ovalen Fleck am Vorderrande (Fig. 29 D). Fliigel etwas breiter als beim cf , am Vorderrande ist der dunkle Streif (siehe 9 trocken) fast stets deutlich ; die Zalil der Queradern im Pterostimga ist meist 2, selten 3 ; vor diesen liegen keine Queradern ; die Farbung aller Adern, die weisslichc Umsaumung der Queradern auf dem dunklen Streif wie bei dem trockenen 9 (s. u.). Die Beine sind sehr hell ockergelb oder mehr hell graubraunlich, die Schenkel nach dem Apex hin manehmal etwas* gedunkelt. Schwanzborsten weisslich, bis fast zum Apex sehr deutlich dunkelbraun geringelt; im basalen Drittel wechseln breitere kraftigere mit schwacheren Ringeln ab.

Q (trocken) : Kopf und Brust gclbbraun oder ersterer rotbraun, Pro- notum und Mesonotum mit dunkler brauner Mittelzone, die von der hellen Mcdianlinie geteilt ist; Seiten und Unterflache der Brust heller gelbbraunlich. Ilinterleib nicht durchscheinend, oben dunkelbraun; die beim cT und beim 9 in Spirit us angegebenen dunklen Zeichnungen sind nicht deutlich gegen die Grundfarbe abgesetzt, geben al>er doch der Ruckenflache einen sehr dunklen, schwach rotlichcn Ton; fiber der Seitenlinie findet sich auf den mittleren (oder alien?) Tergiten oft ein feiner schwarzer Punkt; die Unterflache des Hinterleibes ist hell gelbbraunlich bis* sehr hell ockergelb. Schwanzborsten weisslich, in der Mittc mehr gelblich, die Ringelung deutlich bis zum Apex, dunkelbraun, in der Mitte sehr breit. Beine gelblich, Schenkel, besonders Vorderschenkel manehmal rotlich. Fliigel im Costal- und Subcostal rau me sehr deutlich hell russbraun oder umbrabraun gefarbt (1), die Adern sind braun¬ lich (hell russbraunlich), nur die Queradern zwisehen Costa und Sektor, wie auch die Bulla, sind bei fast alien Beleuehtungsrichtungen weisslich ; die Queradern des gefarbten Costal- und Subeostalraumes sind ganz fein weisslich umsaumt ; im Costalraume keine Queradern vor der Bulla, 2 bis 5 einfache, fast gerade, im Pterostigma; der Fliigel ist etwas breiter als beim

(1) Nur selten ist diese Farbung verblasst.

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Treubia Vol. VI, 1.

Subimago (trocken) : Brust matt dottcrgelb, 1 1 intcrlcib obcn matt pech- braun, an den Seiten heller, unten seherbenfarbig. Schwanzborsten sepiagrau, mit schwarzen G-elenken. V orderschenkel dottergelb, hintere Beine in auf- fallendem Lichte scherbcnfarbig, in durchfallendem mehr nach bernsteingelb neigend. Fliigel durchscheinend, hell braunlichgrau gefiirbt, der Costal- und Subcostalraum dunkelbraun ; Adern dunkler als die Menibran.

Korperlange: 4 bis 4 i/2 mm (</), 4i/2 5y2 mm (7); Lange des Flugels: 4 4y2 mm (cf), 5 5y2 nun [9 ) ; Flugelspannung also etwa 9 10 mm(cf), 11 12 mm (9); Schwanzborsten: etwa IV/2 mm (cT?9)

Material (*) : In meiner Sammlung 2 cT (in Spiritus), Semarang, Java, Dez. 1909, E. Jacobson leg., 5 9 (in Spiritus), dsgl.; ferner 5 cf (trocken), Anping, Formosa, 23. VI. 1911 und 23. VIII. 1911, H. Sauter leg.; 2 9 (trocken), dsgl., 16. VIII. 1911; 6 cf 9 (in Spiritus), Manila, Luzon, 19. XI. 1914, Boettger leg.; 20 (trocken und in Spiritus), Bangui, Luzon, I. 1918, Boettger leg. Im Museum Wien 2 9> Ceylon, Colombo, 6. VI. 1902, Dr. Uzee leg. In Coll. E. Jacobson 5 cf 9 (in Spiritus), Fort de Kock, Sumatra, X. 1913, No. 1291; ferner 7 <3* 9? ibid., No. 1281; 3 cf , ibid., 920 m, Nov. 1920; 2 Subim. 9, ib., Okt. 1920, No. 1303; 1 tf, ib, XI. 1913, No. 1292; 5 9 ,

ib., Januar 1921; 2 cf , ib., No. 1290; 2 9, X. 1913, ib., No. 1277; 3 Subim. 9, ib., X. 1913, No. 1283; 1 9 > ib., XI. 1913, No. 1289; ferner 4 Subim., Lasikin (Simular), IV. 1913, No. 1300; dies alles in Spiritus, E. Jacobson leg. Im Museum Buitcnzorg, alles in Spiritus1, Karny leg., folgendes Material : 12 Wai Lima, Lampongs, S. Sumatra, 17. XII. 1921, Lichtfang im Hause, No. 482; 5 cf 9 , ib., 5. XII. No. 319; einige c? 9 Buitcnzorg, Java, 23. II. 1921; 1 cf, Lampongs, S. Sumatra, Lichtfang im Hotel Tandjong Karang, 9. XI. 1921, Karny ct Siebers leg., No. 1 ; 1 , Tjibodas, Java, 1500 m,

16. VIII. 1921, No. 121, in der Umgcbung des Teiches auf Gebiisch gekotschert ; Karny leg.

TTcimat : Java, Sumatra, Simalur, Philippinen, Ceylon, Formosa, Bengalen, Tonkin.

N.B. Die 5 und 1 9 von Anping, die ich 1912 als Clo'eon virens Keai\ genannt habe, halte ich fiir Cl. marginale Hag., trotz der grosseren Zahl von Queradern im Costalraume, cine Eigentumlichkeit, die sie mit einigen Exein- plaren von Cho-Oanh teilcn.

17. Cloeon bimaculatum Etn.

Clo'eon bimaculatum Eaton, Rev. Monogr. 1885. p. 182, t. 17, f. 31 d;

(1) Ausserhalb des bier behandelten Gebietes auch einige Exemplare von Cho- Ganh, Tonkin, Lestage ded.

Ulmer : Epliemeropteren.

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Klapalek, Mitt. Naturh. Mus. Hamburg XXII. 1905. p. 106; Needham, Rec. Ind. Mus. III. 1909. p. 191, t. 20, f. 6, 10; Ulmer, Not. Leyden Mus*. XXXV. 1913. p. 113, f. 12; Lestage, Ann. Soc. Ent. Bel g. LXI. 1921. p. 219.

cf (in Spiritus*): Die Tur- banaugen (Fig. 30) sind auf der facet tierten Kuppe hellrotlichgrau, das Basalstiick ist an der Basis und am Apex unter der Kuppe braunlich, in der erweiterten Zone sehr hell rotlich; die Form der Tunbanaugen ist cylindrisch, sie sind doppelt so hoch wie das bleischwarze Seitenauge, die bei- pjg 30. Qiogon bimaculatum Etn. (Coll. Jacob- tenkanten des Basalstuckes sind son, Fort de Kock), A. Kopfdes lateral; am Ende des basalen Drittcls B. Turbanaugen, von vorno.

etwas erweitert, die Kuppe iiberragt seitlich kaum die Kanten des Basal- stiiekes. Die Ozellen sind schwarzlich umraiulet; das Grundglied der Fiihler ist am Apex wenig gebraunt, des zvveite Glied dort starker und ausgodehntcr

braunschwarz. Kopf (soweit sicht- bar) und Pronotum ockergelblich, die mittlere Zone des letzteren dun- kelbraun bis schwarzlich gefarbt (vgl. 9 in Spiritus) ; Mesonotum und Metanotum wie beim Q , die Hinterrander fein schwarzlich ge- saumt. Der Hinterleib (Fig. 31 C) ist auf den Segmenten II bis VI oder VII durchscheinend, schwach braunlich, fast farblos, mit dunklen Flecken geziert, Tergit I und die letzten Seginente sind undurchsich- tig, ebenfalls dunkel gezeichnet ; Tergit I ist im ganzen gelbbraun oder etwas dunkler, dem Mesonotum ahnlich, der Hinterrand schwarzlich gesaumt; Tergit II, III und VI zeigen stcts* die dcutlichste und dun- kelste Zeichnung; jederseits auC Ff Abdomen; die8en Tor itcn hcgt cino schwarz-

A. 9, dorsal, bpiritua (Coll. Ui.mkr, Java);

B. 9, ventral, Spiritus (Coll. Ulmer, Java); braune- ctwa viereekige brcite F igur, C. lateral, Spiritus (Coll. Jacobson, die den Vorderrand lange nieht er- Kort de Kock). rcicht, aber eincn sehmalcn Ast nach

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Treubia Vol. VI, 1.

vorn und dann umbiegend zur Mittellinie schrag hinaufsendet ; auf Tergit IV und V finden sich nur Andeutungen dieser Zeichnung, namlich ein dunkler Hinternandsaum, ein schmales undeutliches Mittelstuck und der genannte schragc Ast, der oft verkiirzt ist; Tergit VII und VIII zeigen wieder eine ahnliehe Figur wie Tergit II etc., aber auf Tergit VII ist diesc Figur ini Innern nicht dunkel ausgefiillt, auf Tergit VIII, das auch auf dem Riicken dunkel gctuscht ist, ist diese Figur rotlich und nur ihr vorspr ingender kurzer Ast dunkel; Tergit IX ist auf dein Riicken hellrotlich getuscht und hat nur cinen sehwachen dunkleren Langsstreif an der Seite; Tergit X ist auf deni Riicken obenfalls hellrotlich ; die Seitenlinie ist geschwiirzt. Die Unterflache des* Ilinterleibes ist fast farblos, nur die letzten drei Stemite sind etvvas dunkler und zeigen in der Mittelpartie dunkelbraune Langsfleckc (ahnlich wie beim Q) ; die vorhergehenden Sternite besitzcn jederseits der Mittellinie vor deni Hinterrande eincn dunkelbraunen Punkt. Schwanzbor- sten weiss, die ersten zwei Drittel deutlich schwarz geringelt, das letzte Drittel fast ungeringelt; in der ersten Halfte der Schwanzborsten wechseln schmalc mit breiten Ringeln ab. Heine sehr hell braunlichbernsteinfarben, die Schenkel, besondcrs der Vorderschenkel, etwas gebraunt, in der apikalen Halfte rost- braun gewolkt, und aussen mit einem in der Mitte unterbrochenen schwarzen Langsst riche. Fliigel farblos, durchsichtig, nur ini Costal- und Subcostal- raumc, besonders in der Pterostigma-Region etwas getriibt ; die Adern in durchfallendem Lichte farblos, die Langsadern in auffallendeni Lichte schwach braunlich ; die grosse Querader an der Subcosta, ihre Fortsetzung zwischen Subcosta und Radius und der basale Teil des Radius von dieser Querader an bis zur Fliigelwurzel verdickt und dunkelrotlichbraun, so das*s ein dunkler Fleck an der Fliigelwurzel entsteht ; die 3 bis 4 Queradern vor der Bulla sind undeutlicher als die der Pterostiga -Region, wo auch etwa 3 bis 4 liegen. Die Genitalfiisse und der Penis wie bei Clo'eon fluviatile geformt.

cf (trocken) : Brust ol>en pechfarben, Hinterleib oft verfarbt, dock sind hiiufig die oben beschriobenen Figuren deutlich erkennbar; Schwanzborsten weisslich oder braunlichweiss, mit schwarzen, abwechselnd breiten und schmalen Ringeln bis zum Ende des zweiten Drittels der Schwanzborsten. Vorder¬ schenkel in der apikalen Halfte rotlichbraun, Schiene und Tarsus heller und mehr gelb, hint ere Schenkel braunlichbernsteinfarben, Schiene und Tarsus etwa von gleicher Farbung. Fliigel durchsichtig, farblos, ohne die dunkle Zeich- nung des 7 (x), nur die Umgebung der grosscn Querader an der Subcosta gedunkelt ; die Adeni sind liber wei&vem Untergrund braun, in durchfallendem liichte erscheinen <lie Queradern weisslich, die Langsadern hellbraunlich ; im Costalraume sind Queradern vor der Bulla meist kaum siehtbar, wenn vor-

(1) Eaton (Rev. Monogr. l.c.) beschreibt den Fliigel des als ebenso gefleckt wie den des o , doch ist das wohl sicher ein Irrtum, worauf schon Needham und Lestaok hinwiesen.

Ulmer : Ephemer opt even.

63

handen, etwa 3 bis 4; dann folgen manchmal noch etwa 2 undeutliche und in der Pterostigma-Region stets 3 bis 4 Queradern, alle einfach.

9 (in Spiritus) : Gut ausgefarbte Exemplare zeigen folgende Farben: Kopf und Pronotum hell ockergelblich oder mit ganz schwach rosa- farbenem Tone; der Kopf hat oben zwischen den Augcn zwci schwarzliche gekrummtc Langsstriche, die vorn nahe dem Innenrande des schwarzen Saumes der hinteren Ozellen entspringen, hier nach innen uingebogen sind und naeh hinten etwas iiber die Kopfmitte hinausreichen; hinter diesen zwei sehvvarz- liehen Strichen finden sieh am Hnterhauptsrande zwei ebenso gefarbte Punkte; auf dem Pronotum ist die mittlere Zone im ganzen dunkler (dunkelbraun, hinten sogar schwarzlich) gefarbt; diese Mittelzone wird von der hellen Mit- tclnaht durchschnitten ; seitlich findet sieh vorn je ein abgekiirzter dunkel- brauner Langsstrich, hinten ein kleiner schmaler sehwarzcr Dreieckfleck, dessen Spitze naeh vorn gekehrt ist ; der Hinterrand des Pronotum ist fein schwarz- braun gesaumt ; Meson otum und Metanotum sind im ganzen dunkler (dun¬ kelbraun) gefarbt als das Pronotum, besonders die Mittelzone des Mesonotum und sein Apex, fcrner das Metanotum fast ganz, aber so, dass Mittellinie und Pander ringsherum hell bleibcn. Der Hinterleib hat cine hell oekergelblichc oder schwach rosa Grundfarbung und folgende Zeichnungen von russbrauner oder kastanienbrauner Farbe (siehe Fig. 31 A) : Tergit I ist, abgeschen von der Mittellinie, ganz dunkel ; auf Tergit 11 und III, ahnlich auf Tergit V und VI befindet sieh jederseits eine rechteckige, innen offene Figur, die von ihrer Hinterecke und dem Aussenrande her einen breiten Auslaufer sehief auf die Flache hinauf, zur Mittellinie hin naeh vorn gerichtet, aussendet ; dieser Auslaufer fiillt manchmal, besonders auf Tergit II und VI, den grossten Teil des reehteckigen Raumes aus; auf Tergit III, VII und VIII sind die Figuren schwacher, in der Grundform ahnlich; die reehteckigen Figuren sind vorn starker und dunkler (fast schwarzlich) umrandet als hinten und zeigen prinzipielle Ahnlichkeit mit den entsprechenden Figuren des c? Tergit IX und X sind ungezeichnet ; durch die dunkle Fleckenzeichnung erscheint die Oberseite des Hinterleibes (Tergit II bis VIII), mit blossem Auge bctrachtet, in der Mittellinie hell, an den Seiten breit dunkel. Die Unterflache des Hinterleibes zeigt eine ahnliche oder etwas hellere Grundfarbe wie die Oberseite und jederseits der Mittellinie (Fig. 31 B) einen dunkel- braunen breiten Langsstreifen auf Sternit 11 (oder III) bis IX; diese Langs- streifen sind nach vorn an der Innenseite ausgebuchtet, auf den ersten der genannten Sternite etwa um ihre cigenc Breite von einander entfernt, nahcrn sieh auf den letzten Segmenten etwas mehr (') und sind auf den Gelenken der Segmente am dunkelsten (bis braunschwarz) ; bei zusammengeschobenen Segmenten ibilden sic auf dcr Unterflache des Hinterleibes zwei etwa parallele ununterbrochene Langsbinden; bei mehr ausgedehnten Segmenten lasst jeder

(•1) Sie konnen auf Sternit VII bis IX sogar mit ihrem analen Ende zusam- menstossen und dadurch auf jedem dieser Segmente zusammen ein V bilden.

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Treubia Vol. VI, 1.

Langsstreif den Vorderrand der Segmente frei; zwischen den Langsstreifen, und zwar in dercn innerer Ausbuchtung nahe dem Vorderrande der Sternite 111 (oder IV) bis VIII finden sicli noch zwei dunkelbraune kurze Langs- striche, die analwarts divergieren und sieh mit den Langsstreifen manchmal vereinigen; ausserhalb der Langsstreifen finden sich manchmal nocli ahge- kiirzte schwacher ausgepragte braune Liingsstriche, und endlich noeh ist die Seitenlinie an den Stigmen oft durch schwarzliche Punkte oder kurze Liings- striche gezeiehnet. Bei Bxemplaren mit schwacher ausgepriigter Flecken- zeiehnung sind die dorsalen Figuren manchmal mehr oder weniger ausgeloscht, bleiben immer aber auf Tergit 11 (und III) und auf Tcrgit VI am deutlichsten und umfangreichsten ; aucli die ventralen Figuren finden sich bei alien vor- liogenden Exemplaren wenigstens auf den mittleren und letzten Stemiten ; auf den vorderen konnen sie bis auf die zwei queren Hinterrandsst riche vcrschwinden (1). Schwanzborstcn weisslich oder gelblich weiss, sehr deutlieh braunschwarz geringelt an den Gelenken, und ausserdem ist etwa vom achten Gliode an bis fast zum Apex hin jedes zweite oder dritte Glied vollig braun¬ schwarz gefarbt. Beine gelblich oder hellbraunlichgelb, die Schenkel aussen mit einem etwa in der Mitte unterbrochenen feinen schwarzlichen Liingsstriche; Schenkel, wenigstens Vorderschenkel, in der apikalen Halfte oft braunlich gewolkt. Die Fliigel sind farblos, durchsichtig, aber mit zwei deutlichen dunklen Flecken gezeiehnet ; an der Basis des Costalraumes and des Subcos- talraumes', von der Fliigel wurzel bis gerade fiber die grosse Querader hinaus, findet sich ein rotlichbrauner Fleck; in der Pterostigma-Region sind Costal- und Subcosta lraum hell bis dunkel russbraun gefarbt ; diescr Fleck reicht bis zum Apikalrande, schliesst im Costalraume einen ungefiirbten Raum ein und wird von den weissen Queradem durchschnitten ; zwischen den basalen rotlich braunen und dem apikalen russbraunen Flecke ist die ganze Partie liings der Costa oft hell gelblichbraun oder hell graubraun get out ; die Adern sind fiber weissem Untergrunde braun (umbra- bis russbraunlich), nur die Queradern des Costal- und Subeostalraumes sind weiss’ und in der Ptero¬ stigma-Region weisslich umsaumt (die vorhergehenden schwacher umsauint) ; im Costalraume finden sich vor der Bulla etwa 4 deutliche Queradeni, dann folgcn noch etwa 2 ahnliche und endlich in der Pterostigma-Region etwa 3 bis 4 noch kraftigere, alle einfach.

5 (trocken) : Dem und dem Q in Spiritus sehr ahnlich ; die Queradern in der vorderen Fliigelpartie sind verdickt, weisslich umsaumt, ahnlich wie beim 9 von Clo'eon dipterum L.

Subimago (trocken) : Korper braun, auf dem Hinterleib undeutlich schwa rzlichgrau gezeiehnet. Beine grau, die Schenkel ebenso gezeiehnet wie

(1) Ich sehe dabei von noch ganz unausgefiirbten Oder vielleicht durch Spiritus entfarbten Stucken ab; sie haben die Fleckenzeichnung kaum angedeutet und ihnen fehlt auch die dunkle Zwchnung der Fliigel.

Ulmer: Ephemeropteren.

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bei der Imago; Schwanzborsten hellgrau, ziemlich undeutlich geringelt. Fliigel (schwarzlich-)grau (im Gegensatz zu Cloeon marginale) , Adem nocli dunkler; von den beiden costalen Flecken ist auch beini 9 nur basale sichtbar.

Korperlange: 4 5 mm(cf), 4 6 mm(9)> Lange des Vorderflugels: 4 5 mm(cf)> 4 7 mm ( Q ) > FliigeLspannung also etwa 9 11 mm (cf ), 9 15 mm (9)j Schwanzborsten: 9 13 mm (cf), 9 11 mm(9);cf cf im allgemeinen kleiner als 9 9

Material 0) : Zahlreiche 9 in Spiritus, von Java, E. Jacobson leg., Semarang, Juni, Sept., Nov., Dez. 1909, Januar, Februar 1910, Batavia, Febr. 1908, Wonosobo Mai 1909, Gunung Ungaran Juni 1910, in meiner Sammlung. In Coll. Jacobson 2 9 (in Spiritus), Fort de Kock, Sumatra, 920 m, Okt. 1920, No. 1303, Jacobson leg.; ferner 1 cf, ibid., XI. 1913, No. 12.92.; ferner etwa 20 9, ib-, Nov. 1920; 1 9 > ibid., X. 1913, No. 12.97; 1 9> Padang, Sumatra, IX. 1913, No. 12.96; 2 9, Fort de Kock, XI. 1913. No. 12.76; 4 cf, ib., XI. 1913, No. 12.90; 12 9, ib., X. 1913. No. 12.81. 4 9, ib., Januar 1921, No. 13.04; 1 cf, ib., Nov. 1920; 18 9 , ib., Nov. 1920; 3 9, ib., No. 12.91; alles in Spiritus, Jacobson leg. Im Museum Buitenzorg 1 9 (in Spiritus), Wai Lima, Lampongs, S. Sumatra, 17. XII. 1921, Lichtfang im Hause, No. 482, Karny leg.; 1 cf Tjitjuruk Salak, 800 m, Java, 6. III. 1921; 1 9 > Buitenzorg, 22. IX. 1921; mehrere Subim. cf 9 , Buitenzorg, Java, 10. II. 1921; 1 9 , ibid., 6. VI. 1921; 2 9 , ibid., 28. IV. 1921.

Ileimat: Ceylon, Java, Sumatra, Bengalen, Tonkin, China.

N.B. (Zu den Clo'eon-Arten der indo-malayischen Region) :

Die Arten der Gattung Cloeon sind hinsichtlich des Langenverhaltnisses der Beinglieder (besonders am Vorderbeine des cf) gar nicht gleichmassig. Die 3 hier behandelten Arten nebst den 2 andern aus der indoinalayischen Region (Cloeon pidchcllum Bks. von Bengalen und Cloeon fluviatile Ulm. von Neu-Guinea) bilden cine besondcre zusammengehorige Gruppe, zu welcher auch Cloeon africanum Ulm. zu reclmen ist. Am Vorderbein des cf (Fi&- 27) ist bei alien diesen Arten (1 2) die Schiene fast doppelt so lang wie der Schenkel, der Tarsus fast so lang wie die Schiene; Tarsalglied II 1st verhaltnismassig lang, je nach den Arten etwas kiirzer als Glied III und IV zusammen (Cl. marginale) oder etwa ebenso lang (Cl. bimaculatum, virens, africanum) oder etwas langer (Cl. fluvial ile ) ; am Hinterbeine des cf ist die Schiene etwa

(1) Ausserhalb des hier behandelten Gebietes: 2 9, China. 23. X. 1913, Mell leg.,

im Museum Berlin. Zahlreiche cf ? 9 und Subim., Ganh, Tonkin, Lestage ded.,

in meiner Sammlung.

(2) Cloeon pulchellum ist mir allerdings nicht bekannt.

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Treubia Vol. VI, 1.

lYo so lang wie der Schenkel, dcr Tarsus etwa % so lang wie die Schiene; Tarsalglied I ist etwa 2 raal so lang wie II, dieses 2 bis 3 mal so lang wie III und etwa gieich IV (Fig. 27).

Die fiinf indomalayischen Cloeon-Arten. sind folgendermassen zu unter- seheiden :

la. llinterleib ungezeichnet ; im Vorderfliigel vor der Bulla keine Queradern; Turbanaugen des cf pilzformig; Fliigel des 9 mit griinlichem Costal-

streif . Cl. virens Klap.

ifr. llinterleib mit deutiichen dunklen Figuren . 2

2 a. Keine Queradern vor der Bulla; Unterflacke des Ilinterleibes ohne

Zeicimung . 3

2b. Einige Queradern vor der Bulla vorhandeu ; Unterfliiche des Hinter-

leibes meist mit Zeichnung . *1

3a. Oberfliiche des Ilinterleibes jederseits mit dunklen liinglich-dreieckigem Flecke, wenigstens auf Tergit ill und VI (o'); dunkle breitere Figuren auf der Oberflache des Ilinterleibes, Fliigel am Costalrande hellrussbraun

oder umbrabraun . Cl. marginale Hag.

3 b. Oberflache des Ilinterleibes nur auf Tergit VI mit grossem dunklen Fleck jederseits, Tergit II und HI auch braun gezeiclmet (cf) ; Hinterleib dunkel (ob ohnc Flecken?), am Fliigel nur die Costa

gelblich ( Q ) . CL pulcliellum Bks.

4a. Turbanaugen des 0 cylindrisch, Hinterleib oben mit breiten seitlichen Figuren, die vorn einen schmalen Ast zur Mittellinie senden; Fliigel des 9 n1^ deutlicher dunkler Fleckenzeichnung im Ptero-

stigma . Cl. bimaculatum Etn.

46. Turbanaugen des q kurz und breit, die Kuppe iibcrragt die Seiten des Basalstiickes dcutlich; Hinterleib oben mit geringerer Zeichnung, die hauptsachlich aus zwei seitlichen dunklen rundlichen abgekiirzten Flecken auf Tergit 111 und VI besteht ; beim 9 treten noch dunkle Mittelfiguren liinzu; Fliigel des 9 am Costalrande schwach gelblich. Cl. fluviatile Ulm.

18. Pseudocloeon Klraepelini

Pseudocloeon Kraepelini Klapalek, Mitt. Naturh. Mus. Hamburg. XXII. 1905, p. 105; Ulmer, Not. Leyden i\Ius. XXXV. 1913, p. 111.

(-f (trocken) : Obcrer Abschnitt der Augen (Turbanaugen) sepiabraun, an den Randern lichter (nacli Klapalek ; jetzt braunschwarz am Rande rotbraun), unterer Abschnitt der Augen sohwarz; Turbanaugen doppelt so gross wie das Seilenauge. selir breit, den Kopf vollstandig bedeckend und ihn seitlich und nach hinten iiberragend; die facettierte Kuppe iibcrragt das Basalstuck seitlich stark ; also wie bei P. obscurum Ulm. (vgl. Fig. 34). Brust hell isabellfarben, fast bernsteingelb, Mesonotum iiber der Fliigelwurzel etwas dunkler, die Falten und Niihte an den Seiten der

Ulmer : Fphemeropteren.

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etwas dunkleren Mittelbrust lichter, gelb. Hinterleib isabellfarben, schwacli durchscheinend auf den mittleren Segmenten ; die letzten 2 oder 3 cinen Ton dunkler als die Brust und nicht durchscheinend; liber der Seitenlinie auf Tergit II bis VIII (auf letzterem undeutlich) mit einein etwas schiefen (anal warts sich der Seitenlinie nahernderi) van Dyke-braunen (dunkcl russ- braunen) Langsstriche jederseits; die Seitenlinie selbst auch dunkler, ebenso die H inter ran der aller Segmente; die dunkelrussbraunen Langsstriche konnen rotbraun umtuseht sein, wodurch sie undeutliclier werden und wodurch die seitlichen Partien der Segmente im ganzen dunkler erscheinen ; dicht. VrIII ein schmales dunkelrotbraunes Langsband. Schwanzborsten fehlend. anschliessend unter der Seitenlinie sieht man noch auf den Stemiten II bis Mesosternit wie bei I\ obscurum Ulm. Beine strohgelb, die Sehenkel nach dcm Apex hin mehr braunlichgelb und die Knie braun.

Vordertarsus (Fig. 32 A) % so lang wie die Schiene, diese fast IV2 mal so lang wie der Sehenkel ; die Schiene erscheint verhalt- nismassig lang. Fliigel farblos, durchsichtig, die Adern iiber weissem Untergrunde deut- lich, fein russbraun, nur die drei erstcn Langsadem mehr gelblich, aber ebenso deutlich, da sie starker sind; vor der Bulla im Costalraume keine Queradern, nur im Pterostigina 5 bis 7 deutliche, etwas schiefe

Queradern, die z. T. verkiirzt sein kon¬ nen ; die Nervatur ist genau so wie bei Pseudoclo'eon obscu¬ rum Ulm., nur ist die ersto Quer- ader zwischen Ra¬ dius und Sektor wei- ter basal gestellt, um etwa IV2 ihrer Lange von dcr dar- unter befindlichen Querader entfernt ; auch die Querader weicht ebenso weit

Fig. 33. Psendoclot'on Kraepelini Klap. ( M useum Hamburg, Type), Geni- talanhange des cT ;

A. Genitalfuss, ventral; B. Apex des Genital- fusses, von innen.

Fig. 32. PseudocloSon Kraepelini Klap. (Museum Hamburg, Type), Beine des ; A. Vorderbein;

B. Hintertarsus, starker vergrossert als A und C; C. Hinterbein.

zwischen Subcosta und Radius* zuriick wie die erstgenannte. (jenitalfiis.se (Fig. 33) gelblichweiss bis braunlichgelb, das zweite died (nach Klapalek) dunkler als der Korper, mehr braun; Basalglied s*ehr kriiftig, walzen-

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Treubia Vol. VI, 1.

formig; zweites Glied an dor Ba^sis breit, apikalwiirts stark verschmalert, die Grenze zwischen ihm uiul dcm schlanken etwas keulenformig verdickten dritten Gliede ist undeutlich; viertes Glied sehr kurz, etwas verdickt, „in meiner fast loffelartigen Vertiefung der Vorderseite des dritten Gliedes” eingelenkt. (*)

Subimago (trocken) : Der Imago ahnlich, die Fliigel graulich getriibt.

Korperlange: kaum 5 mm; Lange des Vorderfliigels: 5y2 mm; Fliigel- spannung also etwa 12 mm.

Material: 3 (/ , 1 Subimago, Buitenzorg, Java, 24. II. 12. III. 1904, Kraepelin leg., im Museum Hamburg.

Ileimat: Java.

19. Pseudocloeon obscurum Ulm.

Pseudocloeon obscurum Ulmer, Not. Leyden Mus. XXXV. 1913, p. Ill, f. 10, 11.

cf (in Spiritus) : Oberer Abschnitt der Augen (Turbanaugen) isabell-

farben, untercr schwarz ; die Tur- banaugen (Fig. 34) sind etwa doppelt so gross wie die Seitenaugen, sehr breit, die facettierte Kuppe uberragt das Basalstuck seitlich stark, also wie bei P. Kraepelini. Brust oben sehr hell isabellfarben, die Nahte fein braun, unten und an den Seiten gelbbriiunlich, die Falten und Niihte braun. Ilinterleib hell graubraunlich, schwach durclischeinend, auf den letz- ten 2 oder 3 Segmenten mehr gelb- braunlich und nicht durchscheinend ; alle Hinterrander dunkler graubraun ; die Tergite I bis VII besitzen einen etwas* schiefcn sepiabraunen Langsstrich fiber der Seitenlinie (wie bei P. Kraepelini Klap.) auch auf Tergit VIII und IX sind diese Laangsstriclie manch- mal angedeutet; die Stigmen sind durch schwarze Punkte oder abgekiirzte schwarze Langsstriche gekennzeichnet ; unter der Seitenlinie auf St emit II bis VII (oder VIII) cine zur Seitenlinie parallele Reihe von sepiabraunen

(1) Ich gebe absichtlich nur die Figur des einen Genitalfusses; in den Typen sind durch Zusammentrocknung die G-enitalfusse einander so genahert dass die Innen- kanten der Basalglie^er an einander stossen; eine solche Darstellung wtirde aber sicher ein falsches Biid geben.

Fig. 34. Pseudocloeon obscurum Ulm. (Coll. Ulmer, Type), Kopf des <3% lateral.

Ulmer : Ephemer opt even.

69

Langsstrichen. Mesosternit sehildformig-dreickig, etwa iy2 mal so lang wie

breit, die Seiten konvex. [Schwanzbor-

sten fehlend.] Beine hell graubriiun-

lich, die Knie, die Gelenke der Tarsal-

glieder urid die Krallcn braun. Vordcr-

tarsus fast genau so lang wie die Schiene,

dievse 1% mal so lang wie der Schenkel

(Fig. 35). Fliigel durchsiehtig, deutlich

gebWiunt, die Adern braun (graulich-

braun) ; im Costalraume vor der Bulla

keine Queradern, in der Pterostigma-

Region 7 bis 9, meist regelmassige, fast

gerade Queradern, von denen einige

verkiirzt sein konnen ; die erste Quer-

uder zwischen Radius und Sektor ist

lioehstens um ihre eigene Lange von

der darunter befindlichen Querader

entfernt. Genitalfiisse (Fig. 36) grau-

braunlieh; das Basalglied ist dick, cy-

iindrisch, etwas kiirzer als breit; das

zweite Glied ist an der Basis breit,

apikalwarts stark verschm alert ; Glied

III ist schlank, so lang wie die beiden _ ^

rig. 3u. Pseudoclodon obscurum Ulm.

(Coll. Ui.mer, Type), Beine des cT ;

A. Vorderbein; B. Hinterbein; C. Hin- tertarsus, starker vergrossert.

ersten Glieder zusammen, vor dem Apex etwas keulenformig vcrdiekt (x) ; Glied IY ist sehr kurz, etwa eiformig und anscheinend an das dritte Glied angesetzt, welches keine apikale Aushohlung zu haben scheint.

9 (in Spiritus) : Dem cf sehr ahnlich, Ter- gite II bis VI sehwach rotlich, diese (und auch die nahsten Tergite weniger deutlich) mit 2 farb- losen, z. T. aus Punkten zusammengesetzten, abgekiirzten, wschief liegenden Langsst richer* neben der Mitt ell inie, am Vorderrande der Segment e beginnend und etwa bis* zur Mitte sich erstreckend, anal warts stark divergierend. Scliwanzborsten graubraunlich, ungeringelt.

Fig. 36. Pseudoclo&'on obscu- rum Ulm (Coll. Ulmer, Type), Genitalanhange des ventral.

(1) Den starken subapikalen Vorsprung des dritten Gliedes, den ich 1913 (1. c. f. 11) darstellte, sehe ich njcht an meinen Typen.

70

Treubia Vol. VI, 1.

Korperlange : 5*4 6Y2 nun ; Lange des Vorderf liigels : 5*4 6 mm ; Fliigelspannung also etwa 12 bis 13 mm.

Material: 2 c? . Wonosobo, Java, E. Jacobson leg., April 1909; ferner 1 9 0), Gunung Ungaran, Java, Dez. 1909, Jacobson leg., alles in Spiritus, in meiner Sammlung.

Heinval : Java.

N.B. P. obscurum 1st mit P. Kraepelmi sehr nahe verwandt; der Ilaupt- unterschied liegt in den Vorderbeinen des .

20. Pseudocloeon Boettgeri n.sp.

o (trocken) : Oberer Abschnitt der Augen (Turbanaugen) schwarz, urn den Rand herum rot bra mi, untercr Abschnitt (Seitenaugen) schwarz; Tur¬ banaugen (Fig. 37) aussergewohnlich schmal, die facet tiertc Kuppc kaum grosser als die Seitenaugen, so dass der ganze Vorderteil des Kopfes (und auch das Pronotum) nicht von ihnen verdeckt wird. Kopf braunschwarz, Flihler graubraun, etwa umbrafarben. Pronotum braunlichgelb, hier und da dunkler, besonders an den Seiten und am Hinterrande; Mesonotum gelb- braun, am Apex heller, mehr ocker- gelb, zu bciden Seiten der Mittelnaht dunkler braun. Metanotum umbra- braiui, am Apex heller, mehr ocker- gelb. Pie Seiten der Brust sind gelbbraun, bier und da dunkler ; Mesostemit wie bei P. abscurum Ulm. geformt. Hinterleib auf Segment T russbraun, auf Segment VII (oder VIII) bis X dunkelrussbraun, auf den mittleren Segmenten gelbbraun, nur sehr schwach durchscheinend ; die Hinterrander der Segment e I bis VII (oder VIII) ziemlich breit dunkelrussbraun, iiber der Seitcnlinie auf diesen Segmenten mit ebensolchem oder fast schwarzem Langsstrich, (unter dem man bei starker Vergrosserung die Tracheenstamme erkennt) ; der Riieken der Tengite im ganzen etwas heller als die seitlichen Partien; die Unterflache des Hinterleibes einen Ton heller als die Oberflache. Schwanzborsten hellgraulichgelb bis braunlichweiss, schwach dunkler geringelt. Vorderbeine umbrabraunlich, Knie und Apex der Schiene etwas dunkler; hintere Beine moist etwas heller, .mehr nach unrein gelb hin; alle Beine

Fig. 37. Psendocloeon Boettgeri Ulm. (Museum Buitenzorg, Sumatra), Kopf des lateral.

(2) Dies 9 wurde 1 9»1 3, 1. c., von mir als P. Kraepelini angesehen.

Ulmer : Epliemeropteren.

71

bernsteingelb durchscheinend, die Vorderschenkel dann etwas dunkier bleibend, die Vorderschiene und der Vordertarsus dann mehr braunlichweiss erschei- nend; Vordertarsus % so lang wie die Schiene, diese fast IV2 mal so lang w e der Schenkel, die Schiene also verhaltnismassig lang, und die Langenverhalt nisvse sind wie bei P. Kraepelini Klap. (vgl. Fig. 32). Fliigel farblos, durch- siehtig, stark irisicrend, die Adern auf weissem Untergrunde deutlich, fein russbraun, nur die 3 ersten Langsadern mehr gelblich, aber ebenso deutlich, da sie starker sind; im Costalraume vor der Bulla keine Queradern, in der Pterostigma-Region 3 bis 6 deutliche Queradern, von denen meist nur 3 ganz ausgebildet sind, wahrend die anderen, falls iiberhaupt entwickelt, stark verkiirzt sind; selten ist die cine oder andere dieser Queradern gegabclt.

Gcnitalfiisse (Fig. 38) gelbbraun l>is dunkier braun, ahnlich wie bei P. <>b- scurum Ulm. geformt, doch ist das zweite Glied entschieden langer, etwa 1 1/2 mal so lang wie Glied I und etwa % so lang wie Glied III; Glied IV ist kurz eiformig.

cf (in Spiritus) : Farbc im all- gemeinen heller, mehr gelbbraun, die mittleren Segmente des Hinterleibes etwas starker durchscheinend, die II in- Fig. 38. Pseudocloeon Boettgeri Ulm.

terrandsaume braun, deutlich, die (Coll. Ulmer, Dansalan),

Tracheenstamme iiber der Seiten- OenitalanhUnge des d, ventral, linie schwarzlich durchscheinend; Vorderbeine grauweisslich, hintere Beinc ebenso, die Tarsen uberall etwas dunkier, die Tarsalgelenke des Vorderbeines schmal braun. Die Turbanaugen (Fig. 37) sind fast vollkommen cylindrisch, an der Basis etwas dicker, vor der faccttiorten Kuppe schwach eingevchniirt.

9 (in Spiritus): Ahnlich dem (f in Spiritus; die Hinterrander der Hinterleibssegmente kaum dunkier; die Unterflache des Hinterleibes heller als beim cT, fast farblos, durchscheinend.

Korperlange: 3Y2 4 mm; Lange des Vorderfliigels : 4 mm; Fliigelspan- nung also etwa 9 mm ; Schwa nzborsten : etwa 9 mm (rf ) .

Material: 18 $ (trocken und in Spiritus ubertragen), Dansalan, Min¬ danao, 5. II. 1915, Boettger leg., in meiner Sammlung. 1 d > I ^ 0n Spi¬ ritus), Wai Lima, Lampongs, Siid-Sumatra, 6. XII. 1921, im hohen Grase, Karny leg., No. 323, im Museum Buitenzorg.

Heimat: Philippinen und Sumatra.

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Treubia Vol. VI, 1.

N.B. Derselben Art gehoren wahrscheinlich auch noch 4 andere (f von Sumatra an (ebenfalls Wai Lima, Lampongs, 5. XII. 1921, Lichtfang im Ilause, No. 319, Karny log., in Spiritus, Museum Buitenzorg) ; s*ie unter- scheiden sioli nur durch hellere Farbung (im ganzen mehr isabellfarben) und durch die durchscheinend weisslichen mittleren Hintcrleibsegmente; vielleicht auch sind die Turbanaugen ein klein wenig dicker.

Die 3 Pseudocloeon- Arten des* indomalayischen Gebietes sind im mannli- chen Geschlechte leicht zu unterscheiden :

If/. Turbanaugen ausscrgewohnlich schmal, die facettiertc Kuppe kaum gros¬ ser als die Seitenaugen ; Vordertarsus % so lang wie die Schiene, diese fast 1 Yo mal so lang wie der Schenkel, die Schiene also verhaltnismassig

lang . P. Boettgeri Ulm.

lb. Turbanaugen sehr breit, den Kopf vollig bedeckend, doppelt so gross

wie das Seitenauge . 2

2«. Vorderbeine wie bei I\ Boettgeri (s.o.), die Schiene also verhaltnismassig

lang . P . Kraepelini Klap.

2b. Vordertarsus fast genau so lang wie die Schiene, diese 1% mal so lang wie der Schenkel, der Tarsus also verhaltnismassig lang ... P. obscunnn Ulm.

Familie Siphlonuridae.

21. Chirotonetes grandis Ulm.

Chirotonetes grandis Ulmer, Not. Leyden Mus. XXXV. 1913, p. 115, f. 13, 14.

cT (trocken) : Kopf schwarz, vorn vor den Augen bis zum Vorderrande hell braunlichgelb, ebenso auch das erste Fiihlerglied ; Fiihlergeissel an der Basis grauschwarzlich, apikal allmahlich heller werdend bis grauweisslich ; Augen schwarz, der obere Abschnitt um den Hand herum braunlichgraugelb. Pronotum schwarz, Seitenrand und Hinterecken sehr breit hellbraunlichgelb ; Mesonotum vorn und hinten pechschwarz, mittlere Partie heller, dunkelpech- braun ; Metanotum pechschwarz ; Seiten und Unterflache der Brust dunkel- pechbraun, Metastemit pechschwarz, nur an der Basis heller. Hinterleib ebenso gefarbt wie bei Chirot. formosanus Ulm., also cinfarbig dunkelbraunrot, aber einen Ton dunkler als dort, mehr nach schwiirzlichpurpum bin, die letzten 3 oder 4 Segmente etwas dunkler als die vorhergehenden ; Seitenlinie und Hinterrander aller Segmente schwarzlich, nur die Hinterrander dcr letzten Sternite nieht schwarz gesaumt, ilire Gelenke heller, purpurn. Schwanzborsten an der Basis dunkelkastanienbraun, apikal allmahlich heller werdend, uber russbraun nach hellgraubraunlich ubergehend. Vorderschenkel tiefdunkelrotbraun (dunkelkastanienbraun), Schiene und Tarsus dunkel pechbraun (also nicht pechschwarz wie bei genannter Art), so dass der Un- terschied in der Farbung zwischen Schiene-Tarsus und Schenkel gering ist ;

Ulmer : E phemer opt even.

73

hintere Beine gelb, Tarsalgelenke und Krallen kaum dunkler; Vor- derbeine (Fig. 39 A, B) etwa */tl so lang wie der Korper, die Tar- salglicder nelimen in der Iteihen- folge I, II, III, IV, V an Lange ab; Hintertarsus (Fig. 39 D. E) nur etwa */2 so lang wie die Sehiene; Form der Beine also wie bei genannter Art. Fliigel durch- sichtig, farblos, aber der Vorder- fliigel in der apikalen ITalfte (oder etwas weniger, also vom Apex an nieht ganz bis zur Mitte) angeraucht (bell umbrafarben) , die Pterostigina-Region iin Costal- und Subcostalraume (von der zweiten oder dritten Qucrader hinter der Bulla bis fast zam Apex ) kraf ti g dunkel graubraun (umbrabraun) und endlieb die Fliigelwurzel mit dunkelbraunem Flecke ; Adern pecbbraun, in durchfallendem Liebtc umbra¬ braun, fein, aber deutlich ; im

Fig. 39. Chirotonetes grandis Ulm (Coll. Ulmer, Java), Beine des ; A. Vorderbein;

B. Krallenglied des Vorderbeincs; C. Mittelbein ; D. Hinterbein; E. Hintertarsus; B und E starker vergrossert.

Fig. 40. Chirotonetes grandis Ulm. (Museum Berlin, Java), Genitalanhange des ventral.

Costalraume vor der Bulla etwa 9 10 h’nter ihr etwa 18 21 gerade, sehr regelmassige Queradcrn; Analregion wie bei genannter Ai*t, meist mit zwei einfachen und 4 gegabelten Adern im Analraume I, aber es kommen aucb andere Verbaltnisse vor, z. B. nur 3 oder 2 Gabeladem etc. Im Hinterflugel ist die Cubitusgabel sehr kurz. Hinterecken des IX. Tergits (Fig. 40) mit kurzem Dorn; X. Stemit (Fig. 40, 41) tief ge- spalten, wie die Genitalfiisse gelbbraun gefarbt, nur das letzte Glied boiler; die beiden Flatten des X. Stemits noob breiter als bei Chirot. mancus Etn., die Innenecke (in Lateralansieht die ven- trale) sehr weit vorspringend, in Ventralansicht (Fig. 40) ist diese Ecke domartig, naeb anssen

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Treubia Vol. VI, 1.

gekriimmt; der Vorsprung am Gruride der Ausbuchtung ist kaum merkbar,

nur wenig stumpf dreieckig vorspringend ; Genitalfiisse (Fig. 40, 41) ahnlich wie bei Chirot. formosanus, etwa IV2 mal so lang wie das X. Stemit, die Endglieder etwas langer als dort; Penis (Fig. 40) mit am Apex stumpfspitzigen Loben, die etwa bis zur Mitte der Flatten des X. Stemits vor- ragen.

cf (in Spiritus) : Ahnlich, die Farbung dcs Hinterleibes Augen bleischwarz, Adern der Flugel mehr

Fig. 41. Ohirotonetes grandis Ulm. (Museum Berlin, Java), Genitalanhange des 3", lateral

etwas leuehtender umbrabraun.

nach rot hi 11,

9 (trocken) : Dem <3* sehr ahnlich; Kopf oben gelb, die Mittellinie und eine damit verbundcne Querbinde am Hinterrande des Kopfes breit braun- schwarz; Augen innen sehr schmal, Ozollen breit braunschwarz gesaumt. Tarsal glied 1 des Vorderbeines an der Basis gelblich; die 3 letzten Tarsal- glieder der hinteren Beinc und die Krallen gebraunt; Ilintertarsus in dor Gestalt wie beim ; Form der Beine siehe Figur 42.

Subimago (trocken und in Spiritus) :

Fliigol grau, Vorderfliigel nach dem Apex und dem Costalrande hin mehr graubraun, getrubt, Hinterfliigel am Hinterrande graubraun gesaumt; Adern kraftig, dun- kelgraubraun (russbraunlich), die Quer- adern dunkel umsaumt.

Korperlange: 17 18 mm; Lange des Vorderfliigels: 15 17 mm(cf), 19 mm (9);

Flugelspannung : etwa 31 35 mm (cf)y 40 mm ( Q ) ; Schwanzborsten : 40 45 nun (cf), etwa 40 mm (9 )•

Material: In meiner Sammlung 3 cf (in Spiritus) Nong Kodjadjar, Januar 191 1, Java, Fi. Jacobson leg. Im Museum Berlin 4 , Ostjava, Tenggcr-Gebirge,

4000 Fuss, Fruhstorfer, Im Museum

Fig. 42. Chirotonetes grandis Ulm. (Museum Wien, Java), Beine des 9 ; A. Vorderbein ; B. Krallenglied des Vorderbeines; C. Hinterbein;

D. Krallenglied des Hinterbeines;

B und D starker vergrbssert.

Ulmer : Ephemeropteren.

75

Wien 1 , Ostjava, Tengger-Gebirge, 1890, Frttostoffer ; ferner 1 O , Java,

1891, Fruhstoreer ; ferner 1 Subimago, Ost-lndien, Felder leg. 1892. In Coll. Jacobson 4 Subim., Sumatra, Muara Sako (Indrapura), X. 1915, No. 1309, resp. Serapai (Korintji), VII. 1915, No. 128‘5, Jacobson leg. (in Spiritus).

Heimat: Java, Sumatra und „Ostindienv\

N.B. An den Subimagines in Spiritus (Coll. E. Jacobson) sieht man deutlieh coxale Kiemenbikchel ; an trockenem Material und an den Imagines erkennt man nur nocli Spuren davon ; Needham hat fiir Chirot. albomanicatus Needii. ausser den coxalen auch nocli maxillare Kiemenbiischel bei Imago und Subimago festgestellt.

Familie Ecdyonuridae.

22. Atopopus tarsalis Etn.

Atopopus tarsalis Eaton, Ent. Month. Mag. XVIII, 1881, p. 22; Eaton, Rev. Monogr. 1885, p. 232, t. 22, f. 39.

cf (trocken) : Augen schwarz, aber am Rande und teilweise auch auf dor Flache zimtbraun ; Stirnc pechschwarz; am Gesichtc innen neben den Augen ein hellbraunlicher Wulst, dor bogenformig bis unter die liinteren Ozel- len hinzicht und in weitem Bogen die Fuhlerbasis* umgibt; von diesem Wulste lauft iiber die FiihlerbasLs hiniiber bis zum Kopfkiel jederseits eine pech- schwarze breite Binde; die obere Xante des Kieles und die vordere Partie des Gesichtes ist heller, graubraun. Pronotum (von Kopf und Augen fast ganz verdeekt) am Seitenrande graulichgelb oder hellgelb; Mesonotum und Metanotum dunkelkastanienbraun bis pechschwarz, der Apex beider Segmente hellgelb; Seiten und Unterflache der Brust pechschwarz, aber die hautigen Stellen gelblich. Hinterleib oben pechbraun bis pechschwarzlich, die Tlmter- riinder dunkler, die Unterflache des Hinterleibes pechbraun; alle Tergite ail der Seitenlinie, und das X. Tcrgit vollig, hellgelb; die Tergite IT bis VI sind auf dem Riieken heller durchscheinend als die Seiten, mehr graubraun, und auch die Sternite II bis VI sind etwas heller durchscheinend; die letzten Segmente scheinen nicht durch. Schwanzborsten pechschwarz. Vorderbein pechschwarz, Sclienkel von der Basis bis etwa zur Mitte pechbraun auch der Tarsus mehr pechbraun, die Tarsalgelenke unten weisslich; in auffallendem Lichte sind die hinteren Schenkel pechbraun, von der Basis bis fast zur Mitte aber braunlichgelb, die Schienen gelblich, die Tarsen braunlieh; in durchfal- lendem Idchte s'ind die hinteren Schenkel braunlieh. von der Basis bis etwa zur Mitte gelblich, die Schienc bcrnsteingelb, die Tarsen gelblich braun oder grau angeraucht, besonders die 3 letzten Tarsalglieder ; die Basis des ersten Tarsalgliedes, die Tarsalgelenke und die Krallen sind dunkelbraun. Das

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Treubia Vol. VI, 1.

Vorderbein (vgl. Fig. 39 bei Eaton) ist etwa so lang wie (ler Korper, sebr schlank; Tarsus fast iy> mal so lang wie die Schiene, diese fast 1 M> mal so lang wie der Schenkel; Tarsalglied I ist fast V2 so hmg wie die Schiene; Hintertarsus (vgl. Fig 39 bei Eaton) 2 mal so lang wie die Schiene, diese etwa V12 so lang wie der Schenkel; Tarsalglied I ist mehr als la/0 mal so lang wie die Schiene und etwa 34/9 mal so lang wie Glied II ; am Mittelbeine ist Glied I verhaltnismassig noch langer. Fliigel durchsichtig, farblos, aber mit pechbrauner oder dunkelrussbrauner Zeichnung: Auf dem Vorderfliigel fiillt die dunkle Farbung den Costalraum und Subcostalraum jenseit der Mitte, etwa von der Bulla bis zum Apex, ferner (etwas schwaeher peclibraunlich) einen Teil des Costal raumes vor der Mitte und (wieder kraftiger pechbraun) die basale ITalfte des Subcost alraumes, mit Ausnahmc der Basis selbst ; ferner ist eine schmale Randbinde am llinterrande, etwa von der Hinterecke bis zum unteren Aste des Cubitus oder bis zur Media, dunkel ; im Ilinterfliigel ist der Costalrand von seiner Mitte an, der Apex und der Hinterrand ebenfalls dun¬ kel umsaumt. Im Vorderfliigel sind alle Adern, auch die Basis der Costa, pechschwarz, im Ilinterfliigel ist die Costa von der Basis an bis etwa zur Mitte (bis zum Beginn der dunklen Randbinde) fast farblos, im iibrigen ist auch hier die Aderung iiberall pechschwarz. Der Costalraum des Vorder- fliigels enthalt vor der Bulla 6 bis 8 regelmassige Queradern, hinter ihr etwa 23 bis 26 Queradern, von denen einige wenige gegabelt sind oder schief liegen. Der Ilinterfliigel hat verhaltnismassig wenige Queradern auf der Fliiche; zwischen Cubitus und Analader I findet sich nur eine lange Ader (Cu2). Die Genitalfiisse sind pechbraun wie der Penis; Glied I ist etwas angeseliwollen, Glied II (nach Eaton ’s Figur) fast 3 mal so lang wie Glied III und IV zu- sammen; die Penisloben sind sehr kraftig.

9 unbekannt.

Korperlange: 9 10 mm; Lange des Vorderfliigels : 9 11 mm; Fliigel- spannung also etwa 19 23 mm; Schwanzborsten : 20 mm.

Material : 1 , Banguey, Nord-Bomeo. Staudinger, im Museum Berlin.

Heimat: Borneo und Labuan (brit. Tnsel der Borneo-Gruppe).

23. Atopopus tibialis Ulm.

Atopopus tibialis Ulmer, Arch. f. Nat. 85. A. 11 (1919). 1920, p. 66. f. 46—47.

Diese Art unterschcidet sich von A. tar satis Etn. hauptsachlich durch folgendes: Hinterleib auf den inittleren Tergiten mit grossem gelblichem Flecke; Vorderbein kiirzer, nur etwa % so lang wie der Korper, Tarsalglied I ist mehr als y2 so lang wie die Schiene; Hintertarsus kaum 1% so lang wie die Schiene; Tarsalglied 1 nur % so lang wie die Schiene und nur 3 mal so lang wie Glied II; im Vorderfliigel ist die Basis der Costa hell, graubraunlich

Ulmer : Ephemeropteren .

77

oder gelbbraunlich, von vorn und unten betrachtet sogar rein gelb ; der Hin- terfliigel hat zahlreichere Queradern auf der Fliiche.

Ausser deni in Arcli. f. Nat. genannten Ma¬ terial habe ich jetzt noch 3 in mciner Saiiim- lung, n.z. Catbalogan, Samar, 22. IV. 1915, rcsp.

Panaon, 9. XII. 1915, resp. Limay, Luzon, 21. III.

1914, alle von Boettger gesaimnelt.

Heimat : Philippinen.

N.B. Ich verweise beziiglich dieser Art auf ineine Beschreibung in Arch. f. Nat., 1. c., und die dort gegebenen Piguren. Nur eine neue Abbild- dung der Genitalanhange (Pig. 43) fiige ich hier hinzu.

24. Thalerosphyrus determinatus Walk.

Baeiis determinata Walker, Catal. Neuropt.

Ins. Brit. Mus. HI. 1853. p. 567.

Heptagenia determinata Eaton, Trans. Ent. Soc. London 1871. p. 157.

Thalerosphyrus determinatus Eaton, Revis. Monogr. 1885. p. 223, t. 22, f. 40; Ulmer, Not. Leyden Mus. XXXV. 1913. p. 118, f. 15, 16, 17; Ulmer, Stett. Ztg. 81. 1920, p. 141.

Ulm. (Museum Brussel, Panaon), Genitalanhange des ventral.

kTJ

Fig. 44. Thalerosphyrus de¬ terminatus Walk., Abdomen des ; A. dorsal (Coll. Ulmer, Java); B. lateral (Museum Buitenzorg, Java).

gedunkelt. Hinterleib (Fig.

(trocken) : Augen sehwarz, um den Rand herum bleiiarben. Kopf zwischen den Ozellen und Vorderkopf dunkelbraun (unrein zimt- braun), hier und da schwarzlich, der Vorderrand sehwarz gesaumt. Pronotum (von Kopf und Augen fast ganz verdeckt) gelb, auf den Seiten- randem und am llinterrande stark mit sehwarz gemischt; Mesonotum braunlich- oder gi’aulich- gelb, aber diese helle Grundfarbe nur in einem mittleren, zwischen den dunklcn Buckeln vereng- ten, Langsstreif vorhanden, im librigen ist das Mesonotum russbraun bis pechschwarz; Mctano- tum graulichgelb, mit einem sehr grossen russ- braunen Flecke jederseits und auch an der Basis dunkelbraun ; Seiten der Brust braungelb, Unter- flachc gelb, Mes'osternit in der oralen Ilalfte an- 44) gelb oder hell graulichgelb, mit braunschwar-

78

Treubta Vol. VI, 1.

zen bis pechschwarzen Figuren: Alle Tergite mit dunklcm Ilinterrandsanni und mit breiter, nach den Vorderccken hinzichender, etwas schiefer Seiten- binde, nur das X. Tergit an den Seiten hell bleibend ; ferner Tergit I mit einem grossen, etwas schief liegenden rechteckigen Flocke jederseits; Tergit II mit kleincm, den Hinterrand nicht erreichenden, abgestutzt drcieckigen Fleck in der Mittellinie; Tergit III mit grossem, den Hinterrand erreichenden, abgestutzt dreieckigen oder etwa sanduhrfdrmigem Mittel fleck und mit klei- ncrem etwa viereckigen Seitenfleck, welcher dem Vordcrrand naher liegt als dem Hinterrande; Tergit IV ahnlich gezeiclinet wie Tergit HI, die Mittel- makel kann grosser (an der Basis breiter), aber auch kleiner (den Hinterrand nicht erreichend) sein; die Seitenflecken nehmen die Form von Langsstreifen an, die nach dem Hinterrande bin medianwarts gebogen sind und dort mit dem dunklen Saumc verschmelzen kbnnen ; Tergit V mit ciner den Hinterrand nicht erreichenden kleinen, etwa dreieckigen Figur, die auch aus zwei ncben- cinander liegenden Dreiecken zusammengesetzt sein kann; Tergit VI mit ahnlicher Zeichnung wie Tergit IV, docli kann die Mittelfigur durch hellere Farbung auf der Mittellinie in zwei nebeneinander liegende lange Dreiecke geteilt sein ; Tergit VII mit langem dreieckigen bis breiter zungenformigem Mittelfleck, der den Hinterrand nicht erreicht, und mit kleiner Seitcnmakel, die manchmal nur punktformig und mit dem Seitenrandstreif verschmoLzen, manchmal grosser ist und dann analwarts sich dem Mittelfleck nahert ; Tergit VIII mit sehr kleincm Mittelfleck (der auch ganz felilen kann) am Vorder- rande und mit ahnlicher Seitenfigur wie Tergit VII; Tergit IX hiiufig ganz angedunkelt, oder es bleibt ein schmaler Mittelstreif oder ein etwas breiterer Mittelfleck hell ; Tergit X un ganzen heller, an der Basis gedunkelt, manchmal dort mit 3 neben einander liegenden nur dunkelbrauncn abgekiirzten, etwa dreieckigen oder abgestutzt en Flecken. Die Unterflache des Hinterleibes ist einfarbig gelblich, dock sind die letzten 2 oder 3 Sternite dunkel (schwarz- braun) ubertuscht. Die Schwanzborsten sind im basalen Teile (etwa Vf, der Lange) gelbbraun, schmal dunkler geringelt, im iibrigen pechbraun oder

dunkelrussbraun, ungeringelt. Beine bernstein gelblich ; am Vorderbeine der Schenkel an der Basis, in der Mitte und am Apex dunkelbraun gebandert, die Schiene an der Basis und am Apex dunkelbraun, und die Tarsen ebenfalls dunkelbraun ; an den hintcren Beinen ahnlich wie am Vorderbeine, doch ist das dunkle Band an der Basis des Schenkels weniger deutlicli und von den Tarsen sind nur die 2 letzten Glieder und die Gelenke der

iibrigen dunkel. Am Vorderbeine (Fig. 45 A) ist Tarsalglied I min-

destens so lang wie IV, etwa % s*o lang wie die Schiene; die vier

ersten Tarsalglieder sind an Lange wenig versehieden, nur Glied Vr

ist viel kiirzer, etwa so king wie IV. Am Ilinterbeine ist der

Tarsus mindestens so lang wie die Schiene, Tarsalglied I ist etwa

iy2 mal so lang wie 11 und nicht ganz y3 so lang wie die Schiene

(Fig. 45 D) durchsichtig, fast farblos, mit ganz schwach graubraunlichem

Ulmer: Ephemer opt even.

79

Tone; Adern iiber weissem Untergrunde pechbraun, bei schief auftreffendem

(reflektierten) Lichte peehschwarz, in durchfallendem Lichte gelbbraun ; die Costa an der Basis noch heller, gelb- braunlich, nahe der grossen Querader und am Apex gelblich (in beiden Fliigeln) ; im Yorderfliigel ist der ganze Costal- und Subcostal raum kraftig braun gefarbt. Die Genitalfusse (Fig. 46) sind nissbraun, ihre Basis aber und das Seitenstiick des X. Sternits gelblich; Penis1 gelbbraun; Glied I der Genital- fiisse ist kaum dicker als Glied II ; Glied III und IV sind zusammen kaum halb so lang wie Glied II; Glied IV ist manchmal stark gekrummt oder etwas aufgerollt und erseheint dann sehr kurz ; der Penis’ bildet cine breite, am Apex in kurze seitliche Fliigel etwas ver- breiterte Platte (Fig. 46), die nieht tief gespalten ist; nach Eaton’s Figur (1. c. t. 22. f. 40) ist jeder Loibus am Apex in eine aussere kurze Spitze ver- langert, in meinem Material tritt eine solche Spitze kaum hervor.

Fig. 45. Thaler osphyrus determinatus Walk. (Coll. Ulmer, Java), Beine des A. Vorderbein; B. Mittelbeiu;

C. Hinterbein; D. Hintertarsus, starker vergrossert.

Fig. 46. Tbalerosphyrus de¬ terminatus Walk. (Coll. Ulmer, Java), Genitalanluingo des ventral.

cf (in Spiritus) : Wie vorher; Grundfarbe der Beine mehr grau oder braungelblich ; Fliigel starker gelbbraunlich getont ; Adern peehschwarz; die Costa in ihrer basalen Ilalfte braunlichgelb, an der Basis bis zur grossen Querader hcllgelb. Letztes Glied der Genitalfiisse nur etwas kiirzer als Glied III; Penisloben am Apex abgerundet (Fig. 46).

9 (trocken) : Dem r recht ahnlich ; die Oberflache des Ilinterleibes mehr rotlich, die Fleckenzeichnung etwas undcutlicher, besonders in bezug auf die Seitenfiguren, aber sonst vbllig gleich, die letzten Segmente auf der Unterflache nieht immcr angedunkelt ; Costal- und Subcos- talraum des Vorderfliigels cntweder genau so dunkel wie beim cT (pechbraun) oder aber heller,

80

Tretjbia Vol. VI, 1.

von hell umbrafarben bis zu fast verschwindendem gelbbraunlich. Beine im ganzcn etwas dunkler, aber mit gleicher Biinderung dcr Schcnkel wie beim . Am Hinterbeinc .ist der Tarsus etwa % so lang wie die Schiene, diese etwa % so lang wie der Schcnkel ; das erste Tarsalglied ist etwa M> bis M> so lang wie

die Schiene, die Tarsalglieder nehmen in der Reihenfolge I, II, III (etwa gleich) V an Lange ab (Fig. 47 B). Das X. Sternit ist stark vorgezogen und bildet eine halbelliptische lang- liche Platte, deren Rander oft auf- gebogen sind.

Subimago (9 > trocken) : Die

dunkle Fleekenzeichnung des Hinter- leibcs ist deutlich erkennbar; die Flugel sind braunlichgrau getont, Costal- und Subcostalraum noch et¬ was dunkler als die Flachc, die Adem pechschwarz ; im iibrigen wie das 9 , nur mit matteren Farbcn.

Korperlange: 9 11 mm (cf), 7 10 mm ( 9 , eingeschrumpft !) ; Lange des Vorderfliigcls : 10 12 mm (cf ), 9 11 mm ( 9 ) ; Fiiigelspannung

Fig. 47. Hinterbeine des £; A. Th.torridus a^so °*wa mm(cf), 19 23 mm

Walk. (Museum Brussel); B. Th. de - (9) ; Schwanzborsten : etwa 40 mm

terminatus Walk. (Museum Berlin, (cf), 27 mm (9)*

West-Sumatra).

Material: 1 (in Spiritus), Gunung Ungaran, Java, Okt. 1909, Edw. Jacobson leg., in meiner Sammlung. 2 o (trocken), Palabuan, Java, Staudingeb im Museum Berlin; doi*t auch 4 Q und 1 Subim. 9 (trocken), West Sumatra, 8. I. 1909, Liman Manis bei Padang, Schoede leg. Im Museum Buitenzorg 1 Q , Wai Lima, Lampongs, S.-Sumatra, No. 151, Karny et Siebers leg., 21. XI. 1921, Lichtfang im Urwald, (in Spiritus) ; 1 (in Spiritus), Tjitjuruk-Salak, Java, 800 m, 23. I. 1921, leg. Karny.

Heimat: Java, Sumatra.

N.B. Walker und Eaton erwahnen in ihrer (sehr kurzen) Beschreibung nichts von der dunklen Farbung des* Costal- und Sul)costalraumes, doch zeichnet Eaton sic in Fig. 40, 1. c. ; vielleicht hat die Walker ’sche Type (nach Eaton, Trans. Ent. Soc. London. 1871, p. 157, nur als Fragment vorhanden), die ein cf ist, diesen dunklen Costalstreif nicht, aucli beim 9 kann er ja fast ver- schwinden (s.o.). t)ie Genitalfusse und der Penis haben in dem mir vor-

Ulmer: Ephcmer opt even.

81

liegenden Materiale etwas andcre Gestalt als Eaton angibt. Das friiher (1. e. p. 119) von mir hierhcrgerechnete Q (in Spiritus) aus Java gehort nicht zu Th. determinatas Walk., da die Farbung etwas anders (wcnn auch die Fleckenzeichnung des Hinterleibes ahnlich) ist und das X. Sternit viel kiirzer ist; cs ist augenscheinlioh ein Epeorus sp.

25. Thalerosphyrus torridus Walk.

Ba'etis lorrida Walker, Cat. Neuropt. Ins. Brit. Mus. III. 1853. p. 571.

Ueptagenia torrida Eaton, Trans. Ent. Soc. London. 1871, p. 157.

Thalerosphyrus torridus Eaton, Rev. Monogr. 1885. p. 233; Ulmer, Stett. Ztg. 81. 1920, p. 141; Navas, Bolet. Soc. Ent. Espafia. 1922. p. 61. (Th. horridus Walk.).

C f (in Spiritus) : Augen bleischwarz; Kopf zwischen den Augen und den Ozellen und der Vorderkopf unrein gelbbraun (zimtbraun), hier und da schwarzlich, Vorderrand und Hinterrand schwarz gesaumt, auch die Ozellen schwarz umrandet. Pronotum unrein zimtbraun, stark mit schwarzbraun gemischt, besonders vorn in der Mittelzone und am Hintcrrande dunkel; Me- sonotum dunkelrussbraun bis pechschwarz, nur in einer oral-anal verlaufenden Mittelzone schwach heller, russbraunlich, und vor dem Apex in der Mittelzone gelblichweiss; Metanotum russbraun, vor dem Apex in der Mittelzone ebenfalls gelblichweiss; Seiten der Brust an den weieheren Partien hell, sonst russbraun ; Unter- fliiche der Brust liellbraun. Hinterleib (Fig. 48) liellgraulich- gelb, auf der Oberfliiche des I. und der letzten 3 oder 4 Seg- mente etwas dunkler, mehr gelbbraunlich, wahrend die mitt- leren Tergitc durchsclieinend sind; die Tcrgite mit folgenden braunschwarzen Figuren: Alle Tergite, mit Ausnahme des X., mit breiten Hinterrandsaumen und (ausgenommen die 2 oder 3 letzten Tergite) mit noch breiteren, etwa nach der Vorderecke hinziehenden scliief liegenden Seitenbandern ; diese Seitenbiinder sind auf Tcrgit II bis VI am Vorderrande manchmal hakenformig nach innen erweitert (Fig. 48) ; ferner findet sich auf Tergit I und II in der Mittellinie je ein abgekiirzter Langsstreif, der den Hinterrand lange nicht erreicht, auf Tergit III ein langerer und etwas breiterer Langsstreif vom Vorderrande bis zum Hin- terrande, auf Tergit IV bis VII je ein kleiner Mittelfleck am \ orderrande, der nach hinten dreieckig zugespitzt ist und an Fig. 48. TJiale Grosse und Starke der Auspragung vom IV. bis VII. Tergit, rosphyrus wo er fast verschwindet, abnimmt; Tergit X hat nur zwei dunkle (Coli# TaCob Schattenstreifen auf dem Riicken, ganz undeutlich. Unterflache SOn, Sumatra), des Hinterleibes hellgraulichgelb, die Hinterrander der Segmente Abdomen nicht dunkler, nur die 2 oder 3 letzten Sternit c schwach dunkler des cf, dorsal.

6

82

Treubia Vol. VI, 1.

iibertuscht. Die Schwanzborsten sind im basalen Teile (etwa *4 ihrer Lange) umbrabraun und werden von dort an allmahlich dunkler, russbraun, unge- ringelt. Am Vorderbeine ist der Schcnkel russbraun (dimkel umbrabraun), seine Basis, seine Mitte und der Apex noeh dunkler gebiindert, aber ohne

scharfe Begrenzung, Knie und Apex der Schiene pechschwarz, Schiene und Tarsus umbrabraun, die Tarsalglieder am Apex aussen schmal dunkler; hintere Bcine umbrabraunlich (matt dunkel bernsteinfarben), die Schenkel iihnlich gebiindert wie der Vordersclienkel, Knie and folgende Gel cuke alle dunkler. Am Vorder- bein (Fig. 49 A) ist Tarsalglied I deutlich kiirzer als IV, nur kaum *4 so lang wie die Schiene ; das Tarsalglied 1 ist von den folgenden beiden deutlich an Lange verschieden, nur etwa C % so lang wie Glied II. Am Hinterbeinc (Fig. 49 B) ist der Tarsus % bis hochstens % so lang wie die Schiene. Tarsalglied I ist nur wenig langer als II und hochstens V& so lang wie die Schiene. Fliigel genau so wie bei Th. determinalus Walk., also mit ganz schwach graubraunlichem Tone, im Costalraume und

Fig. 49. Thalerosphyrus torridus Subcostalraume dcs Walk. (Coll. Jacobson, Sumatra), ^ orderfliigels' mit Beine des cf ; A. Vorderbein ; kraft.ig brauncr

B.Hinterbein; C. Hintertarsus, Tonung (umbrafar- starker vergrOssert. ben an der Basis>

fast russbraun nach dem Apex hin werdend), und mit pechbraunen Adern; die Costa an der Basis, die grosse Querader und die Queradern des Vor- derfliigels in der apikalen Partie des Costal- und Subcostalraumes heller, mehr gelblich. Genital- fiisse (Fig. 50) russbraun, die Gelenke dunkler, das Basalglied und die Seitenstiicke des X. Ster- nits heller; Glied Ill der Genitalfusse ist noch kiirzer als bei T. determinatus Walk., so dass die beiden Endglieder zusammen nur % so lang sind wie Glied II ; die Penisloben (Fig. 50) sind ziemlich weit von einander getrennt, ihr Apikalrand ist schwach konkav und der seitlich vorspringende

Apex gerundet, konvex. Das X. Sternit (Fig. 50) ist etwas kiirzer als genannter Art. .

Fig. 50. Thalerosphyrus tor- ridus Walk. (Coll. Jacob¬ son, Sumatra), Genitalan- h&nge des cT, ventral.

Ulmer : Ephemeropteren.

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Q (trocken) : Kopf und Brust oben dunkel rotlich pechfarben, die Seiten und die Unterflache der Brust hell braunlichgelb. Tlintcrleib einfarbig rotlich pechfarben, mir die Hinterrander der Segmente schwarzlich, sonst ohne dunkle Zeichnung. ( Schwa nzborsten fohlcnd an meinem Material.) Vorderbeine sehr dunkel rotlich pechfarben, dunkler noch als die Oberflache der Brust, hintere Beine an Schenkel und Schicne durchscheinend hell siennabraun. Tarsus pechbraun; alle Schenkel am Apex dunkler, pechschwarz am Vorder- schenkel, pechbraun oder rotlichpechfarben an den hintcren Schenkeln; Tarsus des Vorderbeines nur etwa % so lang wie die Schiene, Tarsus des Hinterbeines (Fig. 47 A) nur etwa % so lang wie die Schiene, diese etwa % so lang wie der Schenkel. Fliigel wie bei Th. determinatus Walk., mit sehr schwachem graubraunlichen Tone, Costal- und Subcostalraum kraftig braun gefarbt; die Adem uber weissem Untergrunde und in durchfallendem Lichte umbrabraun odor pechbraun, Costa, Subcosta und Radius dunkler liber weissem Untergrund, niehr russbraun. Das X. Sternit ist deni von Th. determinatus Walk, wahr- scheinlich gleich, wenn es auch in dem vorliegenden 9 mehr abgestumpft erscheint; ich glaube, dass diese Verschiedenhcit in der Form nur auf Trock- nung und Einrollung der Hander beruht.

Korperlange: 11 12 mm (cf), 9 mm (9); Bangc des Vorderflugcls: 12 mm (cf), 9y2 10 mm (9); Fliigelspannung also etwa 25 mm (cf), 20 21 mm (9); Schwanzborsten : 29 mm (cf).

Material: 1 Q, No. 101. Majaijay, Luzon, 4. IV. 1860, Coll. Selys, Museum Brussel. In Coll. Jacobson 1 (in Spiritus), Gunung Dempu, 1400 m, Sumatra, VIII. 1916, Jacobson leg.; ferner 1 cf (ohne Beine) (in Spiritus), Muara Sako (Indrapura), Sumatra, X. 1915, No. 1310, Jacobson leg.

Heimat: Philippinen und Sumatra.

26. Ecdyonurus lobatus n.sp.

cf (trocken und von trockenem Material in Spiritus iibertragen) : Augen schwarz, an den Kanten und manchmal auch hier und da auf der Flache dunkelbraun ; Kopf vor den Augen schwarzbraun, zu bciden Seiten des Kopf- kicls mit verwischter hellerer, mehr gelbbrauner Tonung; Ozellen schwarz umsaumt, Fuhler an der Basis dunkelumbra, die Geissel hell braunlichgrau. Pronotum gelbbraun bis rostbraun, die Rander und einige nicht scharf be- grenzte Streifen auf der Scheibe schwarzlich; Mesonotum, Metanotum und Oberflache des Hinterleibes rostbraun, der Apex der beiden Brust segmente dunkler braun, der Ilinterleib an den hinteren Segment randern schmal schwarzlich oder russfarben gesaumt ; in durchfallendem Lichte erscheinen

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Treubia Vol. VI, 1.

die Termite 1 bis VI etwas heller, mehr hell weinrot, schwach gcwolkt, die letzten Tergite sind im ganzen dunkler, nielit durchscheinend, mehr kastanien- braun in durchfallendem Lichte, dock verschwindet in Spiritus dicse kasla- nienbraune Farbung und die Tergitc VII bis X sind dann elier etwas heller als die vorhergehenden ; Unterflache des Ilinterleibes ahnlich wie die Ober- flache gefarbt, aber heller, mehr orangcfarbig, die apikalen Segmentrander schwaeh gedunkelt. Schwanzborsten an der Basis* gelblich, graubraun ge- ringelt (aber nicht auffallig), weiter apikal dunkler, graubraun, werdend und ungeringelt. Am Vordcrbein sind Schenkel und Schiene kastanienbraun bis russbraun, die Schiene im ganzen dunkler (dunkel russbraun) in auffallendem Lichte, der Schenkel an der Basis heller, beide Glieder in durchfallendem Lichte rostbraun erscheinend, doch bleibt auch dann die Schiene stets dunkler als der Schenkel; Knie und Apex der Schiene braunschwarz ; Tarsus heller als Schenkel und Schiene, mehr gelbbraun, der Apex der Tarsalglieder nur schwaeh dunkel; hintere Beine heller als Vorderbeine, etwa von der Farbung der Hintcrleibstergito, rostbraun, in durchfallendem Lichte mehr gelbbraun, die Schenkel etwa in der Mitte dunkler gewolkt (undeutlich), die Tarsalge- lenke dunkel. Am Vorderbeine ist Tarsalglied I etwa % so lang wie Glied II, dieses am langsten, Glied III etwas* kiirzer als II, Glied IV fast so lang wie Glied I, Glied V etwa % so lang wie I; am Hintcrbeine nehmen die 4 ersten Tarsalglieder an Lange allmahlich ab. Fliigel farblos, durchsichtig, oft sind Costal- und Subcostalraum des Vorderflugels (ersterer besonders nach dem Apex hin) sehr schwach graubraunlich getont; die Adern sind sehr hell gelbbraunlich ; dunkler, mehr rostbraun, sind im Vorderflugel nur Costa und Radius an der Basis und die drei ersten Langsadern in der Pterostigma- Region, wo aueh die Queradern deutlicher und dunkler (rostbraun) sind; ferner ist die grosse Querader an der Subcosta russbraun ; in durchfallendem

Lichte werden alle Adern, mit Ausnahme der genannten, die iiberhaupt etwas starker sind als die anderen, weisslich oder doch sehr hell gelb- liehweiss; die anale Region des Hinterflxigels hat wenige Queradern; im Costalraume des Vor¬ derflugels finden sich vor der Bulla entweder gar keinc Queradern oder doch nur 3 bis* 4 sehr zartc, alle niiher der Bulla; hinter der Bulla liegen etwa 12 bis 15 Queradern, von denen die ersten ebcnfalls noch recht zart sind, wahrend die Queradern des Pterostigma deutlich hervor- treten; sic sind gerade oder schwach gebogen, stets einfach. Die Genitalfiisse (Fig. 51, 52) sind russbraun, die zwe\ Endglieder zusammen etwa 1/2 wie das zweite Glied, das Basal-

glied kurz; der Penis (Fig. 51) bildet eine

Fig. 51. Ecdyonuras lobatus Ui.m. (Coll. Ulmkr, Type), Genital* anhange des cT , ventral.

Ulmer : Ephemer opt even.

85

Platte, welche apikalwarts verschmalert ist und deren Apikalrand tief ein- geschnitten ist, so dass zwei kurze Loben ent- stehen, die am Apex abgerundet sind und schwaeh divergieren ; in Lateralansicht (Fig. 52) ist der Penis etwas nach oben gekriimmt.

Das X. Sternit (Fig.

51) ist in 3 Abschnitte, einen medianen und zwei laterale gespalten; der mediane Abschnitt bildet cine stumpfdreieckige kurze Platte, viel kiirzer als der Penis; die lateralen Abschnitte sehen aus wic Grundglieder der Ge- nitalfiisse, sind ebenfalls plattenformig. etwa vierseitig, besitzen aber an der apikalen Innen-Ecke einen kurzen fingerformigen Vorsprung und sind viel langer als der mediane Abschnitt.

Q (trocken und in Spiritus iibertragen) : Deni <3 sehr ahnlich ; Kopf vor deni Hinterrande mit schwarzem langlichen Querfleck, der in der Mitte breiter ist als nach den Seiten hin; die schwarzlichen Partien auf dem Pro- notum, besonders der breitere Hinterrandsaum, weiter ausgedehnt; die Vor- derflugel an der Basis des Costalraumes und in der apikalen Region des Costal- und Subcostalraumes etwas kraftiger getont, etwa umbrabraunlich ; allc Adern starker hervortretend und auch in durchfallendem Lichte gelbbraun bleibend; vor der Bulla im Costalraume etwa 4 bis 5 deutliche Adem, dann folgen etwa 2 bis 3 ebensolche und dahinter noch etwa 12 bis* 13 noch kraftigere, alle einfach. Das X. Sternit bildet eine weit vorgeschobene stumpf dreicckige Platte. Am Vorderbeine sind die Tarsalglieder I, II, III, V einander etwa gleich, Glied I etwas kiirzer; Glied IV ist am kiirzesten.

Subimago ( Q , trocken) : Dem 9 ahnlich ; der Hinterleib oben tief- dunkelrussbraun, in durchfallendem Lichte mehr dunkelrotbraun ; die Schwanzborsten im ganzen dunkler umbrabraun; die Flugel graubraun getont. mit dunkel olivenfarbiger Tonung in durchfallendem Lichte, Costal- und Sub- costalraum noch dunkler graubraun, die Adem schwarzlich, in durchfallendem Lichte schwarzlichgrau.

Korperlange: 8 9 mm (3), Sy2 9i/2 mm (9); Lange des Vorderflii- gels: 9 mm (c), 9 11 mm (9); Fliigelspannung also etwa 19 mm (cT), ^tm (9); Schwanzborsten: etwa 27 mm oder mehr (cf).

Material : In meiner Sammlung 10 <3Q (trocken und in Spiritus), Dan-

Fig. 52. Eahjonurus lobatus Ulm. (Coll. Ulmer, Type), Genitalanhange des <f , lateral.

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Treubia Vol. VI, 1,

salan, Mindanao, 6. II. 15, 11. II. 15, 12. II. 15, 7. I. 15, Boettger leg. ; ferner 1 Subim. 9 , Tonkulan, Mindanao, 19. VI. 15, Boettger leg.

Heimat : Philippines

27. Compsoneuria spectabilis Etn.

Compsoneuria spectabilis Eaton, En,t. Month. Mag. XVI11. 1881, p. 23; Eaton, Rev. Monogr. 1885, p. 275, t. 23, £. 42, t. 24, f. 42; Klapalek, Mitt. Naturli. Mus. Hamburg. XXII. 1915, p. 107.

cf (trocken und in Spiritus) : Augen violettschwarz, Kopf vorn russ- braun ; Brust gelblichockerfarben, die Nota an verschiedenen Stellen pechbraun oder russbraun; auf dem Pronotum (von Kopf und Augen fast vollig ver- deckt) scheint die gauze hintere Partie russbraun oder pechschwarz zu sein; auf dem Mesonotum ist eine breite Mittclzone russbraun, doch bleibt der Apex gelb; iiber der Flugelwurzel auf dem Mesonotum noeh ein russbrauner Fleck; ferner lauft an den Seiten des Pro- und Mesothorax eine schiefe, mehrfach unterbrochene Binde, iiber die Hiiften, Schenkelringe und Aussenkante der

Schenkel hinweg sich fortsetzend ; iiber den Hinterbeinen fehlt eine solche dunkle Zeich- nung. Hinterleib (Fig. 53 A) gelblichocker¬ farben oder ockerwcisslich (strohfarben) mit schwarzen Zeichnungen ; auf Tergit I bis VIII ist der Hinterrand schmal schwarz gesaumt, und dieser schwarze Saum setzt sich um die llinterecken, schief an der Seitenlinie entlang, 4 !l3 nac'h vorn fort, das helle Stigma freilassend;

L 1 i ausserdem findet sich auf Tergit III bis VII

(auf Tergit V manchmal undeutlich oder feh- lend) ein lanzettformiger, vom Hinterrand- saum ausgehender, schwarzer Fleck in der Mit- tellinie, der auch schon auf Tergit II ange- deutet sein kann; Tergit VIII bis X sind ein- ^ x I i farbig ockergelb oder besitzen nur in der Mit-

-^r f tellinie einen dunkleren, braunlichen Schat-

^ ten. i1) Unterflache des Hinterleibes einfar-

big ockerweisslich. Schwanzborsten weiss, an der Basis etwas hellrotlich, bis fast zum Apex deutlich schwarz geringelt; die Ringc sind ab- wechselnd breit und schmal, die schmalen Ringel verschwinden niiher dem Apex vollig

Pig. 53. Oompsoneuria spectabilis Etn., Abdomen; A. c f dorsal (Museum Hamburg, Java) ;

B. 9 lateral (Coll. Ulmer, Java).

(1) Andeutuftgen von schiefen dunklen Seitenstreifen, wie unten beim 9 beschrieben, finden sich auch bci 1 d von Buitenzorg.

Ulmer: Ephemeroptcren.

87

und die breiten Ilingel vverden dort aueh schmaler. Yorderbeine (in Spiritus) an der Hiifte oekergelb, diese aussen pechschwarz, der Schenkel sehr hell russbraunlich, mit einer dunklen (purpurfarbenen) Mittelbinde und einem ebensolchen kleinen Mecke am Apex; Sehiene und Tarsus hell strohgelb, Apex der Sehiene dunkelbraun, alle Tarsalgelenke fein braun; Mittelbeine •etwas dunkler als Hinterbeine ; Hiifte und Schenkelring des Mittelbeines wie am Vorderbein gefarbt, Schenkel russbraunlich, bernsteinfarbig durehschei- nend, Sehiene und Tarsus strohgelb, die Basis der Sehiene und der Apex aller Tarsalglieder pechbraun; am Hinterbeine sind Hiifte und Schenkelring oekergelb, der Schenkel ist bernsteingelblich, mit einem pechbraunen Band in der Mitte und am Apex, Sehiene und Tarsus wie am Mittelbein; die mitt- leren Schenkelbinden (an alien Beinen) enthalten auf dunklem Untergrunde noch dunklere (bis schwarze) feine Punkte, die besonders in Spiritus- Material deutlich werden.

Fliigel (Fig. 54, 55)

farblos, durchsichtig, die Langsadern in durchfal- lendem Lielite hell, nur die Costa, Subcosta und der Radius des Vorder- fliigels sind am Apex pechfarben; iiber weissem Untergrunde erscheinen die Langsadern hier und da, besonders in der Nahe der Queradern, pech- oder russbraunlich ; die grosse Querader ist schwarz, die ubrigen Queradern sind pechbraun und auch schmal pcchbraunlich umsaumt, dadurch sehr auffallend; die Zahl der Queradern ist individuell und sogar in den Fliigeln eines Bxemplares ver- schieden ; die Queradern auf der Scheibe sind der Hauptsache nach in 4 Querreihen angeordnet; die erste Reihe von Queradern, am nachsten der Basis liegend, beginnt an der Teilung des Sektor und reicht in den Analraum hinein; die zweite Reihe von Queradern beginnt in der Nahe der Bulla, ist in der Sektor-Rcgion stark gebrochen, hinter dem unteren Sektoraste bis in den Analraum hinein wieder in die Richtung der ersten Querader dieser Reihe gestellt ; die drittc Reihe von Queradern beginnt etwa am Anfang des Pterostigma, ist in der Sektor-Region auch stark gebrochen und vom unte¬ ren Aste des Sektor an mehr nach aussen gestellt, bis zum Cubitus reichend ; <lie vierte Reihe von Queradern, zwischen der dritten Reihe nach dem Apex liegend, trifft den Flugelrand an der Media; die Langsadern, welche von der letzten Querader jeder Reihe getroffen werden, besitzen noch eine kurze, ebenfalls verdickte Gabelader, die zum Rande fiihrt ; ahnliche Gabeladern zeigen sich meist in der Sektorgegend (1 bis 2, manchmal 0) ; zwischen den Analadern an der Basis liegen noch einige (2 bis 3) Quer-

Fig. 54. Oompsoneuria spedabilis Etn. (Coll. Ulmkk, Java, dasselbe Exemplar wie in Fig. 53 B), Yorderfliigel des 9*

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Treubia Vol. VI, 1.

adern; zu den genann- ten 4 Reihen von Queradern treten oft- mals noch mehrere Queradern hinzu (s. w. a. Q !). Ini Hin- terfliigel (Fig. 55) sind alle Adem hell. Die Genitalfiisse (Fig. 56, 57) sind hellocker- gelblich ; das Basal- glied ist sehr kurz und breit ; das zweite Glied ist lang, dicht hinter der Basis innen rund-

Fig. 55. Oompsoneuria spectabilis Etn., Fliigel;

A. Vorderfliigel und B. Hinterfliigel des 9 (Museum Leyden, Buitenzorg); C. Hinterfliigel des (Museum Hamburg, Java).

lioh erweitert; die 2 Endglieder sind zusammen etwa % so lang wie das zweite Glied, das letzte Glied ist deutlieh kiirzer als das